Kleine Regenwald-Biotope

Lüftung und Heizung


 




Wie gewohnt installiere ich drei endkoppelte 12V PC Lüfter auf der Gazefläche um eine gute Entlüftung zu gewährleisten.

Meine Wahl sind immer flüsterleise Lüfter mit einem guten Luftaustausch.

Wie auch bei der Beregnung hasse ich technische Geräusche, deshalb alles lieber teuer aber leise und qualitativ hochwertig.

Kollegen arbeiten mit 220V Papst-Lüftern, ich habe aus Sicherheitsgründen komplett auf 12-14V umgestellt.

Zwischen Beleuchtung und Lüftern verlaufen Wasserleitungen, die hochwertig durch Festo-Pneumatik-Verbinder geteilt werden.
Doch auch hier kann mal eine Verbindung an Dichtigkeit verlieren.

Einzig und allein die Eheim-Pumpen laufen mit 220V,
diese sind aber wasserdicht verkapselt.

Meine Lüftungsintervalle sind 4x 30 Minuten täglich.

Dies darf jedoch kein Richtwert für jeden sein.
Man Bedenke, dass jedes meiner Becken über ein großes Wasserteil und einen kurzen Bachlauf verfügt, welche Verdunstungsfeuchte liefern.

Hat man dies nicht, können vier mal 30 Minuten Entlüftung
zur Austrocknung des Beckens führen.

Ganz wichtig, bei der installation eines- oder mehrerer Lüfter immer nur Luft dem Terrarium entziehen, keine wieder von oben in das Terrarium zuführen, dies würde nur zu einer Verwirbelung führen und somit würde kein richtiger Luftaustausch stattfinden. Durch das Entziehen der Luft auf der Gaze oben wird automatisch das Anziehen von Frischluft durch die Gaze vorne unten erzwungen.

Warum eigentlich überhaupt künstlich Luft abführen?

Bei einem gut konstruierten Terrarium und gut berechneter Gazefläche oben, wird automatisch durch den vorhandenen Kamineffekt verbrauchte Luft nach oben abgezogen.

Setzt man aber wie ich auf eine große Pflanzenvielfalt braucht es aber ein wenig mehr.

Farne und Orchideen lieben eine gute Durchlüftung  und überhaupt keine gespannte Luft.

Je dichter ein Terrarium bewachsen ist,
desto mehr Luft bleibt stehen,
darum werden einzelne Pflanzen im Terrarium einfach nicht wachsen, manch andere werden nie zur Blüte kommen.
Einige werden auch einfach nur verfaulen.

Neben der Ursache für ein
suboptimales Gedeihen der Pflanzen durch mangelnde Belüftung und die dadurch unzureichende Aufnahme von CO2 durch die Pflanzen sein kann es gerade bei großen bzw. hohen Terrarien  oftmals auch unzulängliche Beleuchtung im mittleren bis unteren Bereich sein

Mangelhafte Beleuchtung, g
erade bei der Verwendung von Leuchtstoffröhren ist mit Abstand der häufigste Fehler für schlechten Pflanzenwuchs, dies ist jedoch durch geeignete Beleuchtungsmittel wie Hochleistungs LED´s einfach zu korrigieren:

https://www.froschmichl.de/Beleuchtung.htm

Gleich aber nach zu wenig Licht, kommt bei 90% aller Terrarien der Einsatz von viel zu viel Wasser.

Zu viel Rest-Nässe in der Nacht in der keine Photosynthese stattfindet schadet den Pflanzen,
Fäulnis uns Schimmel sind die Folge.

Deshalb läuft bei mir noch kurz bevor das Licht aus geht noch mal 30 Minuten der Lüfter.

Meine Becken sind zur nacht fast komplett heruntergetrocknet, einzig und allein die Verdunstung durch das Fließwasser im Terrarium erhält die Luftfeuchte








 
 



Im Winter kommen zusätzlich noch Heizschlangen zum Einsatz.


Diese werden auf eine eingepasste Vorhangstange gewickelt und lose auf Träger aufgelegt.

Es sollte Kontakt zum Glas vermieden werden, weil dieses sonst aufgrund der starken Temperaturspannungen reißen würde.



Ebenfalls sollte die Stange nicht press in zwischen die Glasplatten gespannt werden,
da die Metall-Stange bei Hitze auch in der Länge ausdehnt.


Warum diese Variante?
Ich habe seit dem Jahre 2001 einige Erfahrungen gesammelt, ich habe Klebeheizungen aus dem Reptilienbedarf verwendet, die eine geringe Wattleistung hatten und somit genau für das Verwendete Terrarium geeignet waren. Eine technische Fehlfunktion führte dazu, dass die Heizung das Terrarium viel zu hoch erhitzte und mir ein sehr schönes Zuchtpaar Oophaga Pumilio Isla Popa über Nacht den Hitzetod sterben lassen hat.

Bei verschiedenen Froschfreunden ist eine Heizschlange im Bodengrund verlegt, dafür zuständig gewesen, dass die Bodenscheibe gerissen ist.

Heizsteine am Boden sind eine Todesfalle für Amphibien, diese sollten im Wüstenterrarium ihren Einsatz finden, haben aber im Dendrobatenbecken nichts verloren.

Es sollte ohnehin darauf geachtet werden, dass die Wärmequelle nicht am Boden sitzt. Der angeborene Instinkt der Frösche ist, Wärme kommt von oben und wenn es zu warm ist, geht das Tier zum Waldboden.

Meine Variante erwärmt die Zuluft und verstärkt den Kamineffekt,
denn warme Luft steigt nach oben.

Die Temperatur am Terrarienboden erhöht sich bei meiner Variante um 3-4°C die Temperatur ab Mitte Terrarium um 8-10°C was mich im Winter 25°C Tagestemperatur und 22°C Nachttemperatur ermöglichen lässt.

Die Industrie bietet für diese Zwecke allerlei Elektrische Steuerungsgeräte an, die die Temperatur überwachen.

Ich bin in der glücklichen Lage dies nicht zu benötigen.

Aber um all diese technischen Finessen auszutesten, hat man die Einlaufzeit eines Beckens.

Ich weiß der Meinung des Schwarmwissens einiger Facebookgruppen, dass ein Terrarium eigentlich keine Einlaufphase benötige, da dies ja nur ein Mythos aus der Aquaristik sei.

Komischer Weise sind die, die diese Meinung so verfechten, auch die, die ständig nach Mitteln gegen Schimmel fragen- oder nach Gründen, warum wohl ihre Pflanzen verenden.

Geduld ist auch nicht unbedingt meine Tugend,
doch ich profitiere auch von 18 Jahren Erfahrung im Terrarienbau.

Keines meiner Becken ist mittig bepflanzt,
der Kamineffekt des Terrariums ist nirgends gestört.

Eines meiner alten Becken aus der Froschperspektive
Meine Bepflanzung beschränkt sich auf die Rück- und Außenseiten,
niemals würde man bei mir eine zentrale Bromelie sehen.



Dieser Tatsache verdanke ich den immensen Pflanzenwuchs und als Zeichen dieses gesunden Microklimas zeigen sich bei mir Moose und Pilze, statt Schimmel.