Kleine Regenwald-Biotope

Bodenaufbau im Terrarium




Da die Meisten von Euch Dendrobatenbecken mit schrägem Boden und Wassergraben verwenden ergeben sich ohnehin wenig Gestaltungsmöglichkeiten.

Doch kann ich mittlerweile einen kleinen Trend ausmachen,
der immer mehr Richtung Terra-scaping geht.

In den meisten Anlagen steht nun ein Schau-Terrarium welches liebevoll eingerichtet und mit sorgfältig ausgesuchten Pflanzen besetzt wird.

Das Problem mit dem ich oft konfrontiert werde ist der Aufbau des Bodens.



Bei den Dendrobatenbecken hat man mit feinem Filterschaum aus der Aquaristik beholfen, der als Drainage dienen sollte. Hier war man wenig kreativ und nahm einfach den direkt verfügbaren blauen Filterschaum und belegte ihn mit Laub.

Egal welche Becken ich auch sah, es blitzte immer dieses hässliche Blau unter der Laubdecke hervor.
Egal wie schön auch die Tiere oder Pflanzen im Terrarium waren, dieses Blau war immer im Augenschein.

Doch für ein paar Euro mehr hätte es die Filtermatte auch in Schwarz gegeben, und das hätte dem Terra optisch gut getan.





Als Belag dieser Filtermatte bieten sich dann verschiedene Materialien an.

Eichenlaub

Kakao Blätter

Mangroven Blätter

alles im Terraristik-Fachgeschäft erhältlich

Oder man geht einfach in die Natur und sammelt Laub.
Nach Übergießen mit heißem Wasser oder einiger Zeit bei 100°C im Backofen oder Mikrowelle ist auch dieses Laub von Schnecken und Spinneneiern befreit.

Wenn wir jetzt gedanklich vom Dendrobaten-Becken mit schrägen Boden abschweifen, welches wenig gestalterischen Spielraum lässt, dann werden wir vor ganz andere Herausforderungen gestellt.

Aber auch schöne Herausforderungen, denn hier können wir naturnahe gestalten.

In meinen Terrarien nutze ich das Laub
der
amerikanischen Schindeleiche.
[Quercus imbricaria]

Diese stammt ursprünglich aus Südosten und der Mitte der USA, also nicht aus den Tropen, dennoch hat sie die gleiche Optik als würde ich Guaba, Calmito oder sonstiges Laub aus den Tropen ordern.

Dieses Laub hat für mich die ideale Größe
ob nun für Tinctorius, Ranitomeya und Pumilio.

Sie enthalten Huminsäuren
und bestehen im feuchten Milieu eines Regenwaldbiotopes erstaunlich lange,
ehe sie erste Zersetzungserscheinungen zeigen.

Frösche legen lieber in halb zusammengerollten Blättern als in den vorgesehenen Leich Häuschen ab.

Das Laub wird im Backofen für 10 Minuten
bei 160°C getrocknet und sterilisiert.
So kann es in Tüten verpackt
gut eingelagert werden












https://www.froschmichl.de/Naturnahe-Deko-im-Terrarium.htm



Pinienrinde 20-40mm



Pinienrinde 7-15mm


aber Vorsicht!
wie oben bereits erwähnt,
LuckyRaptile Jungle Beeding,
Dragon Terrarienerde,

JBL TerraBasis oder andere feine Erdsubstrate [Humus] haben in einem Dendrobatenbecken nichts verloren.


Es sei denn man hält Grabfrösche oder Ochsenfrösche.

Wenn man sich nun ein wenig Kreativ betätigt, Laub, etwas Spinnenholz aus der Aquaristik und Pinienrinde vielleicht den ein oder anderen Stein kombiniert bekommt man eine natürliche Optik eines Bodens im Südamerikanischen Regenwald nachempfunden.



 









Die Gestaltung des Bodens, bzw. der Boden-Oberfläche wäre mit etwas Phantasie und Kreativität so für jeden machbar.

Jetzt wird es etwas kniffliger, denn wir müssen eine Versumpfung, Dauernässe des Bodens vermeiden.

Pinienrinde, wie auch das Laub, wirken zwar durch das ansäuern des Bodens einer Bakterienbildung entgegen, aber unsere Amphibien mögen es auf Dauer überhaupt nicht nass.

Deshalb muss unter dieser Oberfläche eine Drainage geschaffen, bzw. installiert werden.

Hier hält der Fachhandel wirklich einiges bereit,
Tonsubstrate zur Schaffung einer Drainageschicht in Regenwaldterrarien wie z.B.

lucky-reptile-hydro-drain
in Kombination mit lucky raptile Hydro fleece



oder
ExoTerra Bio Drain in Kombination mit  ExoTerra BioDrain Terrarien-Drainage-System - Gewebematte


Ich könnte hier unendlich weiter machen mit 

HOBBY Terrarium Substrate
Terrano Terra Drain 8 L


und... und.... und..

aber hier sollte sich jeder selbst informieren und seine
perfekte Lösung finden.

Wichtig ist hierbei nur, dass zwischen der Pinienrinde und des Drainage-Substrates ein Feinfilter gelegt wird.
Wenn man die Pinienrinde von 7-15mm Körnung direkt auf die Lavasteine verteilt, Verdichtet sich alles und es findet wieder eine Versumpfung des Bodens statt.

Auch sollte man nicht vergessen, dass das Substrat an der Oberfläche aus hygienischen Gründen von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden muss.
Dies wird durch das Flies zwischen Boden und Drainage unglaublich erleichtert.

Wenn wir aber mit Wasserteilen arbeiten wollen oder gar Fließwasser, dann gestaltet sich die Konstruktion des Bodenaufbaus doch viel aufwendiger und schwieriger.

hier verweise ich auf eine andere Rubrik auf meiner Homepage, den TechWorkshop:

https://www.froschmichl.de/Wasser-Beregnung-Nebel-im-Terrarium.htm