Kleine Regenwald-Biotope

Bodenaufbau im Terrarium



Materialien zur Gestaltung von Bodenoberflächen im Dendrobaten - Terrarium


ebenso wichtig wie das vermeiden von Sanitärsilikon
ist die Vermeidung von feinkörnigen, losen Bodengrund.




Im Fachhandel gibt es verschiedene Erdmischungen zu erwerben,
die in einem Dendrobaten-Terrarium nicht's verloren haben.

Dendrobaten fangen ihre Beute mit ihrer klebrigen Zunge.

Sitzt die Beute auf losem Erdsubstrat wird automatisch Erde mit der Nahrung aufgenommen.

Dendrobaten wischen zwar störendes Material mit ihren Vorderläufen aus den Mundwinkeln, doch wird dieses nicht restlos entfernt.

Irgendwann hat der Frosch so viel Erde aufgenommen, dass der Darm verstopft.




Jedes mal wenn ich wegen eines Darmvorfalls angeschrieben werde, ergibt die Suche nach der Ursache, dass loses und feines Substrat im Terrarium verwendet wurde, oder Springschwanzdosen inclusive Substrat zum Verfüttern ins Terrarium gestellt wurden oder manchmal auch weil Bohnenkäfer als Futter angeboten wurden.

Und nein ich gebe dann keine Tips ob man den Darm dann wieder in den Körper des armen Tieres zurückschieben kann oder es eine andere, vielleich medikamentöse Möglichkeit gibt.




Ich rate hier und jetzt sogar davon ab, erworbene Pflanzen, so wie sie sind mit Erde ins Terrarium zu setzen.

Die Wurzeln sollten komplett von Erde befreit werden, die Pflanzen entweder aufgebunden oder in ein Gemisch aus Kokoshumus, Pinienrinde und Sphagnum gepflanzt werden.


Da die Meisten von Euch Dendrobatenbecken mit schrägem Boden und Wassergraben verwenden ergeben sich ohnehin wenig Gestaltungsmöglichkeiten.

Doch kann ich mittlerweile einen kleinen Trend ausmachen,
der immer mehr Richtung Terra-scaping geht.

In den meisten Anlagen steht nun ein Schau-Terrarium welches liebevoll eingerichtet und mit sorgfältig ausgesuchten Pflanzen besetzt wird.

Das Problem mit dem ich oft konfrontiert werde ist der Aufbau des Bodens.



Bei den Dendrobatenbecken hat man mit feinem Filterschaum aus der Aquaristik beholfen, der als Drainage dienen sollte. Hier war man wenig kreativ und nahm einfach den direkt verfügbaren blauen Filterschaum und belegte ihn mit Laub.

Egal welche Becken ich auch sah, es blitzte immer dieses hässliche Blau unter der Laubdecke hervor.
Egal wie schön auch die Tiere oder Pflanzen im Terrarium waren, dieses Blau war immer im Augenschein.

Doch für ein paar Euro mehr hätte es die Filtermatte auch in Schwarz gegeben, und das hätte dem Terra optisch gut getan.





Als Belag dieser Filtermatte bieten sich dann verschiedene Materialien an.

Eichenlaub

Kakao Blätter

Mangroven Blätter

alles im Terraristik-Fachgeschäft erhältlich

Oder man geht einfach in die Natur und sammelt Laub.
Nach Übergießen mit heißem Wasser oder einiger Zeit bei 100°C im Backofen oder Mikrowelle ist auch dieses Laub von Schnecken und Spinneneiern befreit.

Wenn wir jetzt gedanklich vom Dendrobaten-Becken mit schrägen Boden abschweifen, welches wenig gestalterischen Spielraum lässt, dann werden wir vor ganz andere Herausforderungen gestellt.

Aber auch schöne Herausforderungen, denn hier können wir naturnahe gestalten.

In meinen Terrarien nutze ich das Laub
der
amerikanischen Schindeleiche.
[Quercus imbricaria]

Diese stammt ursprünglich aus Südosten und der Mitte der USA, also nicht aus den Tropen, dennoch hat sie die gleiche Optik als würde ich Guaba, Calmito oder sonstiges Laub aus den Tropen ordern.

Dieses Laub hat für mich die ideale Größe
ob nun für Tinctorius, Ranitomeya und Pumilio.

Sie enthalten Huminsäuren
und bestehen im feuchten Milieu eines Regenwaldbiotopes erstaunlich lange,
ehe sie erste Zersetzungserscheinungen zeigen.

Frösche legen lieber in halb zusammengerollten Blättern als in den vorgesehenen Leich Häuschen ab.

Das Laub wird im Backofen für 10 Minuten
bei 160°C getrocknet und sterilisiert.
So kann es in Tüten verpackt
gut eingelagert werden












https://www.froschmichl.de/Naturnahe-Deko-im-Terrarium.htm



Pinienrinde 20-40mm



Pinienrinde 7-15mm


aber Vorsicht!
wie oben bereits erwähnt,
LuckyRaptile Jungle Beeding,
Dragon Terrarienerde,

JBL TerraBasis oder andere feine Erdsubstrate [Humus] haben in einem Dendrobatenbecken nichts verloren.


Es sei denn man hält Grabfrösche oder Ochsenfrösche.

Wenn man sich nun ein wenig Kreativ betätigt, Laub, etwas Spinnenholz aus der Aquaristik und Pinienrinde vielleicht den ein oder anderen Stein kombiniert bekommt man eine natürliche Optik eines Bodens im Südamerikanischen Regenwald nachempfunden.



 









Die Gestaltung des Bodens, bzw. der Boden-Oberfläche wäre mit etwas Phantasie und Kreativität so für jeden machbar.

Jetzt wird es etwas kniffliger, denn wir müssen eine Versumpfung, Dauernässe des Bodens vermeiden.

Pinienrinde, wie auch das Laub, wirken zwar durch das ansäuern des Bodens einer Bakterienbildung entgegen, aber unsere Amphibien mögen es auf Dauer überhaupt nicht nass.

Deshalb muss unter dieser Oberfläche eine Drainage geschaffen, bzw. installiert werden.

Hier hält der Fachhandel wirklich einiges bereit,
Tonsubstrate zur Schaffung einer Drainageschicht in Regenwaldterrarien wie z.B.

lucky-reptile-hydro-drain
in Kombination mit lucky raptile Hydro fleece



oder
ExoTerra Bio Drain in Kombination mit  ExoTerra BioDrain Terrarien-Drainage-System - Gewebematte


Ich könnte hier unendlich weiter machen mit 

HOBBY Terrarium Substrate
Terrano Terra Drain 8 L


und... und.... und..

aber hier sollte sich jeder selbst informieren und seine
perfekte Lösung finden.

Wichtig ist hierbei nur, dass zwischen der Pinienrinde und des Drainage-Substrates ein Feinfilter gelegt wird.
Wenn man die Pinienrinde von 7-15mm Körnung direkt auf die Lavasteine verteilt, Verdichtet sich alles und es findet wieder eine Versumpfung des Bodens statt.

Auch sollte man nicht vergessen, dass das Substrat an der Oberfläche aus hygienischen Gründen von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden muss.
Dies wird durch das Flies zwischen Boden und Drainage unglaublich erleichtert.


STANDARD DENDROBATEN TERRARIEN:

Ausgehend von einem 'standard' Dendrobaten-Terrarium
Mit Wassergraben, nach vorne abfallend angelegter Bodenplatte.
Ablaufbohrung für Brauchwasser

haben wir folgende Möglichkeiten:




Auf die schräge Bodenplatte wird eine schwarze Filtermatte gelegt
Diese ist in verschiedenen Abmessungen erhältlich 50x50 und 100x100cm
und Stärken von 2/3/5 und 10cm  sogar die Dichte der Matte ist frei wählbar
10/30/45/60 ppi



für unsere Zwecke [als Drainage] ist nun eine ganz grobe Filtermatte mit 10 ppi erforderlich, als Boden für ein Aufzuchtbecken, welches nur mit Laub belegt wird ist eine feine Matte mit 45 oder 60ppi die einzig richtige Wahl, weil sich die kleinen Frösche im grobporigen Schaum mit ihren Beinchen verhaken können.



Nahaufnahme einer Filtermatte 20mm stark 10 ppi ideal als Drainage für Pinienrinde



Pinienrinde als Bodenbelag sollte unbedingt mit kochenden Wasser überbrüht werden um Keime und Schädlinge zu töten.

Staubfeiner Abrieb wie feinkörniges Material wird somit auch ausgewaschen. Würde man die Pinienrinde aus dem Sack ins Becken schütten, würden wir die Poren der Drainage verstopfen und ihre Wirkung somit aufheben. Nach kurzer Zeit werden sich schimmel und ungeliebte Schädlinge im Becken zeigen. Es bleibt somit jedem selbst überlassen ob er sich nun die Arbeit macht, die Pinienrinde zu sterilisieren oder nicht. Ich habe meinen Auftrag auf die Probleme hinzuweisen hiermit erfüllt.

Geeignet sind:
Pinienrinde mittel 15-25mm
Pinienrinde mittel 25-40mm




wie gerade angepriesen gibt es verschiedene Alternativen, eine davon ist Xaxim ausgesprochen Schaschim.
Eines meiner liebsten Werkstoffe, die so vielseitig verwendbar und einsetzbar sind. Xaxim ist für mich zugleich Drainage, fertiger Bodenbelag wie auch partiell Rück- oder Seitenwand.

Allerdings verwende ich das grobe Xaxim.
Es ist fast hölzern, sehr grobfasrig und bietet somit den Wurzeln der
epiphytisch aufgebrachten Pflanzen optimalen Halt.

Auch hier gilt, die Platten müssen mit kochenden Wasser überbrüht werden um Keime und Schädlinge zu töten. Aber auch ein 10-15 minütiger Aufenthalt im 100°C heißen Backofen erfüllt den Zweck.

Ein Wenig Pinienrinde auf die Oberfläche, ein paar zarten Äste
und man hat den Optimalen Boden, der niemals versumpft.

Noch ein kleiner Nachtrag...
XAXIM ist ein Naturprodukt, es gibt ziemlich lockere Platten
und es gibt weiter am Stamm geschnittene Platten
die zu sehr verdichtet- und somit als Drainage ungeeignet sind.



 

Epi Web

2013 war ich der erste der dieses Material im Terrarium verwendet hat,
jeder im Dendrobatenforum hat mich belächelt, warum ich einen Kunstoff auf den Boden lege und Teile meines Beckens auch noch mit einem 100% inaktiven Material
[Hygrolon®] bespanne um Moose anzusiedeln.

Zwei Jahre Später sah ich diese Materialien in fast jedem dritten Becken. Ich liebe diese Leute die sich erst dem Fortschritt verschließen, mich steinigen und mir später zu Kreuze kriechen.

Die Firma Röllke Orchideen war damals die einzige Bezugsadresse
Mittlerweile hat jedes gut sortierte Terraristikgeschäft diese Materialien im Sortiment.

Epi Web ist ein Produkt aus PET Kunststoff, daß nun seit 7 Jahren mit großem Erfolg bei Terrarianern eingesetzt wird. Obwohl es ein Kunststofferzeugnis ist, erinnert es an Farnwurzel und wirkt sehr natürlich, zersetzt sich aber nicht. Mit Schere oder Cuttermesser läßt es sich leicht in Form bringen, und mit Heißkleber oder Silikon leicht zusammenkleben.

Auch dieses Material kann direkt mit gewaschener Pinienrinde belegt werden oder auch direkt mit mehreren Lagen Laub.

Waren die Platten in den Anfängen noch lichtgrau,
fallen die heutigen Platten die in Brauntönen gehalten sind
noch weniger auf als ein schwarzer-
oder gar blauer Filterschwamm,
der die Optik eines Beckens empfindlich stört.


WEG VOM STANDARD?!

Für die, die etwas anspruchsvoller Arbeiten möchten und bei dem Anblick schräger Böden und Wassergraben nicht in Verzückung geraten
habe ich andere Rubriken auf meiner Homepage.


Unter NEUHEITEN
sind die Entstehungsgeschichten von acht
meiner neueren Becken dokumentiert.

Die Rubrik TERRARIUM EINRICHTEN
zeigt die Eigenschaften verschiedenster Materialien auf
die für unsere Zwecke sinnvoll sind.

die Rubrik TECH-WORKSHOP
Dokumentiert den gesamten technischen Bereich
vom Beschichten eines Terrariums
Wasser, Lüftung, Beregnung, Heizung
alles was das Herz eines Neulings begehrt.

die Rubrik BELEUCHTUNG
dokumentiert welche Verbrauchswerte
welche Leistungswerte die einzelne Beleuchtungstechnik hat.


Wenn wir aber mit Wasserteilen arbeiten wollen oder gar Fließwasser, dann gestaltet sich die Konstruktion des Bodenaufbaus doch viel aufwendiger und schwieriger.



hier verweise ich auf eine andere Rubrik auf meiner Homepage, den TechWorkshop:

https://www.froschmichl.de/Wasser-Beregnung-Nebel-im-Terrarium.htm

Die Fotostrecken und Beschreibungen der Entstehung meiner Becken:

https://www.froschmichl.de/NEUHEITEN-ar-.htm









Hundertelftausendneunundreißig
[111039]
Besucher


und über

dreihunderteinundvierzigtausend
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zwei Monate später 
am 24.11.2019!


Diese hohe Frequenz und die durchgehend positive Resonanz aller Besucher freuen mich unglaublich.

Ständige Aktuallisierungen meiner Homepage und die Aufnahme neuer Themen auf Anfrage brachten mir neue Leser, nicht nur 'Froschler' auch Orchideen und Pflanzenfreunde welche mich vielfach kontaktierten.

  Ich danke Euch allen für Eure Treue und Euer Vertauen und wünsche Euch viel Erfolg und Spaß an Eurem HOBBY.




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