Für Anfänger und Unentschlossene




Vielfach werde ich kontaktiert, weil doch einige der alten Hasen nicht einen guten Rat für Unentschlossene und Anfänger parat haben.

Glaubt mir, mir ging es vor Jahren nicht anders, diese tollen Sprüche wie "kauf Dir halt mal ein Buch" habe ich zur Genüge gehört. 

Ich glaube meine Bibliothek war damals schon größer als die, jedes Großkopferten, der glaubte das Maß aller Dinge zu sein und sich mit mir Frischling nicht abgeben zu müssen. Zum Glück ist das aber nicht die Regel, und viele `Froschler´, die ich mittlerweile kennenlernen durfte, sind ähnlich eingestellt wie ich und teilen Ihr Wissen gerne mit Neulingen und Wissbegierigen.

Um noch mal kurz das Thema Fachbücher aufzugreifen, bevor es in diesem Text untergeht; es gibt natürlich auch nicht das Buch, das wirklich alle offenen Fragen eines Anfängers beantwortet.
Selbst die vielfach so bezeichnete "Bibel"

Pfeilgiftfrösche: Biologie, Haltung, Arten 
Stefan Lötters, Karl-Heinz Jungfer, Wolfgang Schmidt und Friedrich W Henkel beantwortet nicht alle Fragen.

Bei den stolzen Preisen die gute Fachliteratur aufgrund ihrer geringer Auflage nun einmal hat, ist dies natürlich ein Problem.

Vor allem, wenn man neu anfangen möchte oder noch gar nicht schlüssig ist, ob es letztendlich auch das richtige Hobby ist. 

Zudem sind manche Bücher zu diesem Thema eher etwas für Leute die sich mit der Biologie und Taxonomie dieser Tiere auseinandersetzen, oder für die, die Fundorte in Längen und Breitengraden aller Amphibien belegt haben möchten.

Was will ein unentschlossener Neuling mit solch einem Buch, wo er sich doch noch in der Entscheidungsphase befindet.

Nun besitze ich schon eine gewisse Anzahl an Fachliteratur zu Pfeilgiftfröschen. Um jedem die Auswahl zu erleichtern, welches Buch nun das richtige für ihn ist, habe unter der Rubrik: 
froschmichl.de.tl/Fachb.ue.cher.htm  einen kleinen Einblick in jedes Buch gewehrt. Zudem habe ich mich entschlossen, nicht einer Jener zu werden, die aus Angst vor eventueller Konkurrenz oder sonst unverständlichen Gründen ihre Erfahrungen als Staatsgeheimnisse werten, ich helfe gerne, soweit es mir möglich ist.

Deshalb habe ich diese Homepage ins Leben gerufen, versuche ständig alle Rubriken
zu aktualiesieren.
Ich teile neue Erkenntnisse, Erfolge aber auch Misserfolge
die ich seit 2001 gesammelt habe.



hier Entsteht die Page im Rücken das Rufen der Frösche mitten im Froschraum.

Ich will hier noch auf einige tolle und informative Seiten von Froschzüchtern hinweisen, die auch nochmals auf meiner Seite verlinkt sind. Besonderst hervorzuheben sind die Seiten von Thorsten Mahne und von Stephan Schneppering, von Martin Haberkern, von Ralf Lilienthal, von Andreas Maurer, Riccardo Schramberger aber auch viele andere Seiten die sehr viele Informationen für Anfänger bereithalten.


Einfach auf die Banner klicken dann seid Ihr auf der Seite





















Wie im alltäglichen Leben und im Beruf, standardisieren sich Abläufe und Ausdrucksweisen.
So ist es auch in diesem Hobby.

Ich will nun erst einmal einige Begriffe aus diesem Fachchinesisch erleutern um Begriffe und Kürzel, die auf meinen Seiten Börsen und in Gruppen im Social Network immer wieder auftauchen werden, einfach verständlicher zu machen.


Was bedeuten diese Zahlenfolgen wie
zum Beispiel 1.2.6?
Diese Zahlen beziehen sich auf die Geschlechter der angebotenen Tiere 
An erster Stelle steht das männliche Tier, also in diesem Fall 1 Männchen
An zweiter Stelle das weibliche Tier, in diesem Fall also 2 Weibchen
und an dritter Stelle stehen die nocht nicht zu bestimmenden Jungtiere dieser Gruppe, hier 6 unbestimmte Nachzuchten. Ob nun Punkt- oder Komma-Zeichen als Trennung zwischen den Angaben sind, macht dabei keinen Unterschied, ich habe schon beide Versionen gesehen.


Wie unterscheide ich denn die Geschlechter adulter Tiere?




Beispielsweise tinctorius Morphe
diese unterscheiden sich zuerst einmal in größe und Körperform.
Dabei gehe ich von gesunden und gut genährten Tieren aus.
Das Weibchen ist bei gleichem Alter wesentlich größer und hat meist einen leicht angedeuteten "Dendrobatenbuckel", der beim Männchen nicht so ausgeprägt ist.





Ein klares Unterscheidungsmerkmal sind jedoch die Zehen der Vorderläufe.
Die Haftscheiben des Männchens gleichen Fächern und sind deutlich größer als beim Weibchen.







Bei Ranitomeya Morphen ist es ein wenig Glückssache, bei gut entwickelten Tieren hat das Weibchen eine gedrungenere, breitere Körperform und das Männchen ist eher schlanker und länglicher, bei gleichem Alter und größe.
Ein überfüttertes oder dominantes Männchen, kann aufgrund der Fülle aber gerne einmal wie ein Weibchen aussehen.



Bei Pumilios wage ich keine Prognosen, denn da habe ich wie hunderte Andere auch schon mein Lehrgeld bezahlt. Was ruft, ist sicher ein Männchen.

Was nicht ruft, ist nicht immer zu 100% ein Weibchen.
Auch ein unterdrücktes Männchen gibt keinen Laut von sich,
bis es mal separiert wird, und plötzlich ruft´s.



Was bedeutet F1
Als F1 (Filialgeneration) werden alle direkten Nachkommen eines blutfremden Paares bezeichnet(es brauchen keine Wildfänge sein) Wird mit diesen Tieren untereinander weitergezüchtet, sind diese Nachkommen alle F2. Vermehre ich nun die F2 Tiere untereinander erhalte ich F3,usw...
Also nicht alles was als F1 verkauft wird, müssen auch unbedingt direkte Nachzuchten von Wildfängen sein! Was F1, F2, F5 oder sonst was ist kann man den Tieren außer eventiuell in der Körpergröße nicht ansehen.

Was bedeutet Blutsfremd?
Blutsfremde ist ein extrem weiter Begriff und bedeutet, daß die beiden Partner nicht in einem verwandschaftlichem Verhältnis zueinander stehen. So gilt normalerweise bei Wildfängen, daß 2 Tiere daraus als blutsfremd gelten, dabei kann man doch genauso gut 2 Geschwister aus der Natur gefangen haben. Auch wenn ich von 2 verschiedenen Züchtern Tiere erhalte, kann ich nicht davon ausgehen, das Die Tiere nicht ursprünglich vom gleichen Elternpaar stammen, zumal die in Europa erhältlichen Tiere meist Nachzuchten von nach Amerika oder Asien exportierten Tiere sind. Nachverfolgen kann man es kaum und wie beim Menschen ein Bluttest machen, um den Verwandtschaftsgrad herauszufinden wird auch schwer.

Was bedeutet NZ?
das ist die Abkürzung für Nachzucht(en) manchmal auch erweitert als DNZ Deutsche Nachzucht

Was bedeutet WF?
das ist die Abkürzung Wildfang (Wildfänge)

Schlußfolgernd haben wir dann bei einer Angabe 1.1 WF
ein "Paar" = 1 Männchen 1 Weibchen Wildfangtiere
und bei der Angabe 1.2 F1 DNZ
ein Männchen zwei Weibchen erste Generation deutsche Nachzuchten eines blutfremden Paares

Was bedeutet Habitat?
Als Habitat bezeichnet man den natürlichen Lebensraum des Tieres in der Natur.


Was bedeutet der Ausdruck Morph?

Bei Fröschen gibt es verschiedene Farbvarianten, die zum Teil nach den Fundorten der Tiere, Gebirgen oder Flüsse nahe des Fundortes, aber auch nach den Entdeckern oder Importeuren benannt wurden.

Was bedeutet Phytotelme?
Phytothelmen sind Kleinstgewässer die sich in einer Vertiefung einer lebenden Landpflanze bilden. Das können Astlöcher, Vertiefungen zwischen Astgabeln oder einer Baumwurzel sein. Aber auch Wasseransammlungen in epiphytisch angesiedelten Bromelien. Diese Wasseransammlungen werden von den Baumsteigerfröschen gerne zur Ablage der zu versorgenden Quappen benutzt.
Das Wasser in diesen Ansammlungen stammt meist vom Regen
, seltener wird es aktiv von der Pflanze ausgeschieden.




Was bedeutet Epiphyten?
Als Epiphyten oder Aufsitzerpflanzen bezeichnet man Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen. Dieser Ausdruck wird sowohl auf Landpflanzen als auch Wasserpflanzen angewendet. An Land dienen zumeist Bäume als Substrat für Epiphyten. Diese Art des friedichen Miteinander großer und kleiner Pflanzen ist ganz typisch im tropischen Regenwald. Um möglichst nah an das Licht der Sonne zu kommen, gehen einige Pflanzen diesen unkonventionellen Weg ein und klammern sich an einen Baum oder Ast. Im klassischen Sinn sind Epiphyten aber keine Parasiten, da sie ihre Wirtspflanze nicht anzapfen. Bromelien zum Beispiel besitzen kleine abgedichtete Öffnungen auf ihren Blättern, so genannte Saugschuppen, mit deren Hilfe sie Regenwasser und die darin gelösten Nährstoffe aufnehmen. Die Wurzeln der meisten epiphytischen Bromelien haben die Funktion der Wasser- und Nährstoffleitung zum größten Teil verloren und dienen meist nur der Befestigung am Substrat oder Wirtpflanze.

Epiphyten im Regenwald niedere Pflanzen wie Algen, Moose, Flechten und Farne aber auch Bromelien und Orchideen sitzen auf Ästen und Baumstämmen auf und wurzeln dort an. Sie nutzen andere Pflanzen lediglich als Lebensraum und entziehen ihnen keinerlei Mineralstoffe.


Was bedeutet Abortivei

 

Ein Abortivei ist ein unbefruchtetes oder zumindest nicht überlebensfähiges Eie, welches von Oophagen Arten von den Muttertieren zur Ernährung der Larven abgesetzt wird.

Diese Art der Aufzucht wird grundsätzlich von den oophagen (eierfressenden) Arten praktiziert.

 

 

 

was heisst denn nun wieder omnivor, oophag, carnivor
Diese Bezeichnungen erklären das Fressverhalten der Kaulquappen.
Man kann diese in drei Gruppen unterteilen.
Die omnivor veranlagten sind Allesfresser und ebenso wie die carnivoren Fleischfresser seperat zu zeitigen, da beide kannibalistisch veranlagt sind.
Die oophagen Arten sind ausschließlich Eierfresser, also von den unbefruchteten Nähreiern des Muttertieres abhängig.
Dementsprechend schwierig gestaltet sich eine künstliche Zeitigung.
Erik Schoob hat es in der Zucht von Histrionicus Arten bereits bewiesen, das es möglich ist.


was ist ein Herkunftsnachweis

Dieses Dokument stellt eine Erklärung über die Herkunft von Tieren von besonders geschützten Arten dar, damit der neue Halter die Besitzberechtigung nachweisen kann.
Dieses Dokument muss grundsätzlich zu ALLEN neu erworbenen Tieren ausgehändigt werden,
unabhängig davon, ob diese nun meldepflichtig sind oder auch nicht.

siehe § 46 des Bundesnaturschutzgesetzes


was bedeutet die Abkürzung BArtSchV

dies ist die Abkürzung für Bundesartenschutzverordnung

Meldepflicht

Wer in Deutschland besonders geschützte Wirbeltiere hält, hat dies der zuständigen Behörde unverzüglich zu melden.

Dazu zählen folgende Situationen:

  Anschaffung neuer Tiere wie auch eigene Nachzuchten

Reduzierung des Tierbestandes durch Weitergabe oder versterben von Tieren

Umzug / Wohnortwechsel

(Bundesartenschutzverordnung §7 Abs. 2)

Hiervon ausgenommen sind die in Anlage 5 der Bundesartenschutzverordnung aufgeführten Arten. 

Um hier immer auf dem laufenden zu bleiben empfehle ich, im Zweifelsfall bei der zuständigen Behörde untere Landschaftsbehörden, Umweltämtern, Regierungspräsidium etc.) einfach nachzufragen.

was bedeutet sp., spec.

- (lat.) species = Art

Der Zusatz sp. oder spec. im Gattungsnamen deutet auf eine noch unbeschriebene oder neu zuzuordnende Art / Gattung hin.


was bedeutet Metamorphose

So nennt sich der Prozess, bei dem sich die Kaulquappe in einen Frosch wandelt.

Das Jungtier hat anschliessend bereits das Aussehen eines erwachsenen Tieres jedoch mit einem kleinen Stummelschwänzchen.

Während dieser kräftezährenden Umwandlung stellt sich u.a. die Funktion der äußeren Kiemenbüschel ein und wird mehr und mehr von den sich bildenden Lungen übernommen.

Ein Moment, in dem es bei vielen Arten zu Verlusten kommt.

 

was bedeutet PTX, HTX, BTX

dies sind einige Alkaloide Hautgifte die unserere Pfleglinge in der Natur einlagern.

Sie zählen zu den effektivsten Giften der Natur:


PTX = Pumiliotoxin / aPTX = Allopumiliotoxin

HTX = Histrionicotoxin

BTX = Batrachotoxin

In Gefangenschaft lebende Tiere enthalten keine Hautgifte, weil diese durch die Nahrung aufgenommen werden. Wir verfüttern nur harmlose Insekten, Ameisen wie in der Natur, werden im Terrarium z.B. gar nicht angenommen.

 

 

 

 



Nun zu den immer wieder an mich gestellten Fragen :


Warum verfaulen meine Pflanzen
sobald sie die Seitenwände berühren, Bromelien verlieren ihre Farben und werden braun, was kann das sein Froschmichl? Dieses habe ich nun schon sehr oft geschrieben bekommen. Es kann dafür viele Gründe geben, zu feuchtes oder zu trockenes Klima, zu hartes oder zu kalkhaltiges Beregnungswasser, auch falsche Temperaturen oder Beleuchtung. Meist stellt sich jedoch heraus, es wurde bereits bei der Einrichtung des Terrariums Bau- oder Sanitärsilikon verwendet. Die Fungizide die in diesen Silikonen verwendet werden führen innerhalb kürzester Zeit dazu, das Pflanzen verenden. Ich habe schon vereinzelt gelesen das auch Frösche an den Folgen der Verwendung dieser Werkstoffe verendet sind. Fakt ist, die Frösche in diesen Becken werden meist unfruchtbar. Deshalb rate ich dazu sich die Rubrik froschmichl.de.tl/Einrichtung-eines-Terrariums.htm aufmerksam durchzulesen um Verluste zu vermeiden. Was hilft es am Silikon 6€ gespart zu haben und danach immense Verluste an Pflanzen verzeichnen zu müssen.

Doch auch Ungeduldigkeit führt bei selbst Sachgemäßer Verwendung der richtigen Silikonart, zu den gleichen Symtomen. Ich dachte in meiner Anfangszeit auch mal, bereits drei Tage nach der Beflockung des Beckens, bepflanzen zu müssen. Das Ergebnis war ernüchternd, der Verlust an Pflanzen knapp 200€. Darum rate ich wirklich jedem Aquarien-oder Terrariensilikone zu verwenden und bei geöffneten Becken mindestens eine Woche die Essigsäuren entweichen zu lassen, erst dann mit der weiteren Einrichtung fortzufahren.

Froschkauf:
Grundsätzlich gilt, erst informieren, dann das Terrarium kaufen und einrichten. Erst wenn das Terrarium wirklich eingefahren ist, man nicht mehr ständig darin werkeln muß, dann ist es so weit, sich den Tieren zu widmen.
Hier würde ich auch raten sich Foren oder bei Facebook Gruppen anzuschließen um eventuell einen oder mehrere Züchter in seiner Nähe zu finden. Ich habe in verschiedensten Zoo-Märkten Tiere sitzen sehen, die für mich als krank, gestresst oder unterernährt in Quarantäne gehören. Setzt man diese Tiere weiterem Stress aus, sind Ausfälle vorprogrammiert. Bei einem Züchter kann ich mir die Eltertiere anschauen, erhalte einen Eindruck über das gesamte Drumherum wie Futtertiere, Beregnung, Pflege und Reinigung und sehe wie die Jungtiere gegenüner den Eltern beschaffen sind. Wenn ich bucklige, abgemagerte Jungtiere in Läden sehe kann ich mir sicher sein, das hier schon etwas in der Aufzucht falsch gemacht wurde. Was in den ersten Monaten an Vitaminzufuhr und abwechslungsreicher Nahrung versäumt wurde, holt das Tier selbst bei der fabelhaftesten Pflege danach nie mehr auf. Darum mein Rat, sucht Euch einen Züchter, und Ihr könnt außer Euren Wunschfröschen sicher noch unmengen an guten Ratschlägen mit nach Hause nehmen.


Vergesellschaftung verschiedener Froscharten:

Ein sehr heikles und sehr umstrittenes Thema. In den meisten Foren wird man allein bei der Fragestellung ob es möglich wäre, direkt gesteinigt. Ich selbst kann nun nicht auf dreißig bis vierzig Jahre erfolgreiche Haltung und Zucht von Tinctorius, Phillobates, Ranitomeya, Adelpobathes, Pumilio und Histrionica zurückblicken, bringe es gerade mal auf acht Jahre, einige meiner engsten Freunde jedoch schon. Und ich muss daher sagen, es ist ohne weiteres möglich, wenn die Haltungsbedingungen im Terrarium stimmen.

Ich selbst konnte beobachten wie ein Oophaga Pumilio Bastimentos einen Tinct. Azureus reizte und sich wirklich von Ihm drücken ließ obwohl er die Möglichkeit hatte locker in dem Terrariumwürfel 80x80x80 zu flüchten. Der Azureus klammerte selbst die Vriesea racinae in der sich das Pumilio Männchen versteckte. Doch wenn sich der Azureus erschöpft zurückzog reitzte ihn der kleine Pumi wieder indem er vor ihm herum sprang. Grund war ein Gelege auf der anderen Seite des Beckens, von dem der stolze Vater ablenken wollte. Die Prozedur ging ca. eine halbe Stunde, dann ging es zur Tagesordnung über. Die Tiere sind alles Wildfänge zwischen fünf und sieben Jahre in diesen Becken und bringen seit Jahren erfolgreich tolle F1 Nachzuchten von denen ich selbst einige in meinen Becken sitzen habe. Verluste oder Ausfälle gab es noch nie. Ebenso werden andere Arten Pumilio und Ranitomeya in wunderschöner Zeichnung und Größe aller Arten, mit Phyllobaten und Tinctorius erfolgreich gezüchtet und es ist eine Wonne das Zusammenleben dieser Tiere zu beobachten. Die Größe der Terrarien mag der Schlüssel zum Erfolg zu sein, bei 80er Würfeln ist doch erheblich mehr Platz für eine ordentliche Strukturierung des Beckens die jeder Art ihr eigenes Territorium zur Verfügung stellt.

Ich selbst habe erfolgreiche Vergesellschaftungen in Terrarien von 100x60x100 gehabt bzw. habe sie immer noch auch in Terras 65x65x70cm, aber auch ich habe schlechte Erfahrungen. 

Drei Jahre Lang hielt ich Tincorius Graubeiner mit Ranitomeya Jeberos und es funktionierte tadellos.

Beide Arten hatten schon ertragreiche Gelege. An einem Sonntag morgen musste ich beobachten, wie das Graubeiner Männchen auf ein Ranitomeya sprang, und ihn dadurch in das weiche Pinienrinde-Bodensubstrat drückte, beabsicht, oder unbeabsichtigt, vermag ich nicht zu sagen. Natürlich griff ich sofort ein und holte den Jeberos aus dem Becken, auch seine zwei Weibchen und selektierte sie in ein Ausweichbecken. Leider hat das Männchen das Ganze nicht überlebt. 

Es ist eben die Frage, habe ich die Bedingung für beide Froscharten die ich halte, wie zum Beispiel ein Phyllobates Terribilis oder Vittatus, der sich zu 90% des Tages in Bodennähe aufhält, geschützt durch eine großblättrige Pflanze oder eine Wurzel in Wassernähe. Der schert sich einen Sch….. um einen Pumilio oder Ranitomya der sich in einem Meer von Bromelien im oberen Bereich des Terrariums aufhält, höher temperiert und trockener in einem  Bromelien-Trichter.

Oder Kombiniere ich einen tagaktiven Tinctorius mit einem nachtaktiven Laubfrosch.Die kommen sich garantiert nicht ins Gehege, und das Futter wird auch komplett vertilgt.

Auch Geckos und Salamander sind, soweit sie die identischen Anforderungen an Licht, Feuchtigkeit und Temperatur erfüllen eine gute und schöne Kombination zu Fröschen. Auch hier muß ich leider eine negative Beobachtung zum Besten geben. 

Ein sehr guter Freund hat gesehen wie sich sein Salamander einen Ranitomeya Landgänger geschnappt- und ihn genussvoll zum Frühstück vertilgt hat.

Was soll ich nun raten, funktioniert es oder nicht?

Ich glaube, es ist wie mit allen Pflanzen, allen Materialien die wir in unseren Terrarien verwenden, man muß beobachten, alles im Auge haben und die Möglichkeit zur Verfügung haben zur Not schnell handeln zu können. Das bedeutet bei der Vergesellschaftung von Fröschen, es muss ein geeignetes, sofort einsatzfähiges Terrarium zum Wohle der Lebewesen zur Verfügung stehen. Ist dies nicht gewährleistet sollte man von einer Vergesellschaftung absehen. 

Es tut mir wirklich Leid, kein Patentrezept präsentieren zu können, wir halten Lebewesen, die auch jedes für sich, eigene Charaktereigenschaften haben. Ich musste schon einige Tiere aus den Zuchtbecken entfernen, die neudeutsch Aggros waren. Selbst den eigentlich vorgesehenen Partner drangsalierten. 

Sorry, diese Zeilen bringen keinen wirklich weiter, aber es ist nun mal so.

Es kann-, muss aber nicht funktionieren.

Kommen wir selbst mit jedem klar? Mal ehrlich - Nein.

Warum erwarten wir dann, dass es unsere Schützlinge tun, die in manchen Fällen nicht mal Grenzwertige 40x40x40cm zur Verfügung haben und keinem Konflikt aus dem Weg gehen können.

Und ja, ich selbst vergesellschafte selbst immer noch, große mit kleinen Arten, in den großen Becken und die Ausfallquote ist bis auf eben den einen Ranitomeya Jeberos über den ich bereits berichtete, gleich Null. Alle Tiere haben ertragreiche Gelege und was soll ich sagen, seit fast drei Jahren sitzen selbst bei den Unglücks-Graubeinern wieder ein Paar Ranitomeya Ventrimaculata und vermehren sich wie die Karnickel. Mag es an meinen Beckengrößen liegen, die Tiere harmonieren miteinander und selbst beim füttern, sitzen Klein und Groß zusammen ohne Ärger.

Und auch wenn ich mir deshalb vielfach etwas anhören mußte, ich bleibe dabei.



  ............... und es funktionierte..............

 

Temperatur im Terrarium: 
Fachliteratur hin oder her,nimmt man den Terrarien Atlas2/Frösche zur Hand, haben komischerweise alle Frösche fast identische Ansprüche an Feuchtigkeit und Temperatur.

Ich verstehe dann aber nicht warum meine Freunde jedes Jahr in den Habitaten Temperaturen jenseits von gut und böse messen. Und warum Tinctorius, Pumilio und Excidobates bei gemessenen 45°C auf einer Lichtung oder auf einem Fels ein Sonnenbad nehmen obwohl sie doch nicht mehr als 27°C verkraften? 

Ich selbst bestrahle meine Frösche alle mit einer 300W Ultravitalux einmal die Woche um mit der UV Bestrahlung Rachitis und anderen Wachstumsstörungen vorzubeugen, manche Arten legen sich mitten in den Lichtstrahl und machen sich breit. Die Temperaturen in diesem Lichtstrahl sollen für unsere Dendrobaten absolut schädlich sein, warum suchen sie dann nicht die schattigen Bereiche ausserhalb des Lichtkegels im Terrarium auf? Warum setzen sie sich mitten in die Lichtquelle? 

Ich denke das Tier entscheidet selbst, was für es selbst richtig ist. Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, geht die eine oder andere Art nach unten um sich abzukühlen, daher halte ich Heizmatten unter dem Terrarium für absolut gefährlich. Der natürliche Instinkt des Frosches ist, Wärme kommt von oben, durch die Sonne und kühler ist es im Laub am Waldboden. Ist jedoch die Wärmequelle unten wo soll nun der überhitzte Frosch nun hin?  

Es ist wirklich wichtig, viele Quellen zur Information zu haben, Messergebnisse aus Habitaten, den natürlichen Lebensräumen unserer Pfleglinge und Langzeit-Erfahrungen wirklich erfahrener Froschhalter zu haben. Das ist allerdings wirklich nur mit der Investition in verschiedene Fachbücher möglich. 

Stellt man eine Frage im Web bekommt man doch sehr viel fundiertes Halbwissen präsentiert. Viele Widersprüche, und wen will man sich nun als Mentor auswählen? 

Ich rate wirklich zu Büchern wirklich erfahrener Froschhalter, sei es auch im Moment eine ziemlich hohe Investition, doch bedenke man der Kosten für Terrarium, Einrichtung und Insassen sind die Kosten verschwindend gering. 

 

Kann ich ein Paar Tinctorius in einem 30er Würfel halten? 

Ich halte selbst 40er Würfel als zu klein.

Ich habe doch schon einiges gesehen, 300 Terrarien in drei Kellerräumen verteilt, Hauptsache man kann alle neuen und gefragten Froscharten halten und vorweisen.

Sicher bleibt eine Nachzucht nicht aus, das ist der Lauf der Dinge. Irgendwann kommt der Trieb, sich zu vermehren, ob nun das Terrarium klein oder groß ist, ist wohl egal.

Die Tiere sind versteckt, man hört sie rufen, es gibt Nachwuchs, aber man kann das tolle Tier einfach nicht in seinem natürlichen Verhalten beobachten. 

Ich hätte auch den Wunsch noch mindesens 20 weitere wunderbare Arten zu halten, doch sicher nicht auf Kosten des verfügbaren Platzes, die das Tier einfach benötigt. In der Natur ist es nicht anders, das Paar das sich findet, erträgt den eigenen Nachwuchs bis zu einem gewissen Entwicklungsstadium, dann wird es vertrieben. Da wir nur einen Bruchteil eines natürlichen Reviers zur Verfügung stellen ist auch bei einer gemeinsam aufwachsenden Gruppe irgendwann Ärger vorprogrammiert. 

Ich will hier meine eigenen Beobachtungen zum Besten geben, Meine Tiere haben Terrarien zur Verfügung mit 100x60x70  - 100x60x80 - 65x65x70 - 50x60x70 - 60x50x40 - 50x50x70cm (B x T x H) selbst kleine Arten mit knapp 13mm Körpergröße, doch was ich hier als Bild für den Betrachter und Beobachter bietet ist was einzigartiges. Es gibt außer meiner Ranitomeya Imitator Nominat nicht eine einzige Art die sich als schüchtern herausgestellt hat. Eher zudringlich und handzahm. Ich kann direkt vor dem geöffneten Becken stehen und Bilder vom Werben der Frösche schießen, nicht ein Tier erschrickt oder versteckt sich. 

Sicher fragt man sich manchmal, hätte es 50x50x50 nicht auch getan und ich hätte die Möglichkeit noch ein paar Arten mehr zu halten. Aber zu welchem Preis? 

Da sind wir wieder bei der Frage, was will ich? 

Muss ich andere mit meiner Artenvielfalt beeindrucken, und mich dabei vielleicht besser fühlen? 

Oder möchte ich erfolgreich und auf lange Sicht einige meiner Favoriten erfolgreich halten, gesunde Nachzuchten heranziehen und Spaß an dem Hobby und an diesen wunderbaren Tieren haben. 

Nun habe ich 17 Terrarien, mehr will- und kann ich nicht bewältigen ohne den Spaß zu verlieren. Bei einer Anzahl von 150 bis 300 Terras bleibt für mich die Liebe zum Tier auf der Strecke. Ich wüsste nicht wo da noch der Genuss und die Freude am Verhalten der Frösche bleibt. Da steht einzig und allein der Kommerz im Vordergrund. 

Bietet Euren Tieren ausreichend Platz, und Ihr werdet belohnt mit großen, gesunden Tieren und einem Verhalten das Euch jeden Tag aufs Neue Freude bereitet. 

Futter? 
Soll ich selbst Futter Züchten, obwohl im Internet sooooo viel angeboten wird. 

Ich kenne viele Top-Züchter die wahre Traumdosen liefern, doch man bedenke, die Züchter sind nicht das letzte Glied in der Kette. Ein Kauf bei einer Börse ist immer gut, doch eine Drosophila Dose die durch die Hände eines Paketdienstes gegangen ist, beherbergt sicher keine lebende Fliege mehr, man kann nur hoffen, das die Larven überlebt haben. 

Ich will keinesfalls die Qualität der ursprünglichen Dose in Frage stellen, Ich kenne die meisten Züchter persönlich und sehe was sie für Top-Qualitäten liefern, doch so wie unsere Paketfirmen unter Druck stehen werden auch die Pakete behandelt, und da mag ja der groß geschriebene Hinweis vermerkt sein, Lebende Futtertiere, bitte nicht werfen und hier Oben bitte nich stürzen. Die Fliegen sind im Brei ersoffen weil die Pakete geworfen und auf den Kopf gestellt werden. 

Ich arbeite im Wareneingang eines Klinikums und sehe seit Jahren täglich wie mit unseren Paketen umgegangen wird. 

Der Wöchentliche Kauf von Futter in einem Zoogeschäft wird auf Dauer gesehen sehr kostspielig. 

Nun ja, ich habe eine Rubrik Futter auf meiner Seite, da kann sich jeder selbst sein Bild machen, lege ich mir eine eigene Futtertierzucht zu und spare Bares oder ich will mit dem Zeug keine Arbeit haben, das ist mir das Geld wert. Doch es kommt der Winter, ups, im Augenblick sind die Temperaturen recht ungünstig, wir bekommen von unseren Lieferanten gerade kein Lebendfutter geliefert. Dann sitzt man auf dem trockenen, denn ein Frosch visualisiert sein Futter durch dessen Bewegung. Gefrier und Trockenfutter wie bei Fischen gibt es nicht würde in diesem Fall auch wenig Sinn machen. 

Benötige ich eine Heizung?

Schwieriges Thema, Ich hatte meine ersten Terrarien überall in der Wohnung verteilt.
Ich hatte weder Probleme mit zu hohen noch mit zu niedrigen Temperaturen.

Dann zog mein großer Sohn aus, und mein Traum von einem Froschraum wurde war.
Und aus einem gut funktionierendem System wurde ein riesiger Problemfall! 

Die Terrarien standen Plötzlich an einer Außenwand, die im Winter unheimlich kalt wurde.
Die Lösung war ein Regal mit Rückwand komplett aus 18mm OSB Platten die die nötige Wärme-Isolierung brachten. Zudem wurde die Anlage 40cm vor der Außenwand aufgestellt um keine Kältebrücke zu haben. Nachteil, der Raum wurde immer kleiner. Unter dem Lochblech bzw. der Gaze des Zuluftgitters wurden Heizschlangen installiert um Warmluft in das Terrarium zu bringen. Leider reichte die Raumtemperatur von 24-25°C nicht aus um diese auch in das Terra zu bringen, da die Außenwand mehr Kälte abstrahlte als durch die beheizte Raumluft aufgewärmt werden konnte.  

Shit Happens, man wächst mit seinen Herausforderungen. Alles ist gemeistert. Auch die Temperaturspitzen im oberen Bereich. Im Sommer habe ich schon mal 36°C- 42°C Temperatur im Bereich Balkon und im Wohnzimmer 29°C. Im  Froschraum ist die Höchsttemperatur 29°C was mich komplett entspannt bleiben lässt. Denn meine Pumlio in Balzen wie verrückt. Meine Tinctorius sind agil wie immer, die Ranis zirpen wie verückt und auch die Mysteriosus hören gar nicht mehr auf zu rufen. Was soll ich sagen, Augenblicklich läuft es rund. Quappenanlage ist ausgelastet und Ich frage mich wohin mit dem ganzen Nachwuchs? 

Darum Kopf hoch, Dieses Hobby braucht sehr viel Geduld und Aufmerksamkeit. Man sollte wirklich nichts überstürzen, lieber steht das Becken ein paar Monate leer, alles läuft prima ein und der Wunschfrosch kann sich in Ruhe einleben. 

Wirklich schlecht ist wenn der gestresste Frosch nach einem höllischem Börsenaufenthalt in ein Becken gesetzt wird, indem der Halter auch noch täglich herumbastelt 

Nun viel Spaß auf der Webseite, 

Viele Fragen beantworten sich schon beim Lesen meiner Seiten, die ich mit bedacht entworfen und geschrieben habe,  vielfach bekomme ich ein Lob für die sehr informativen Texte auf meiner Webseite und gleich darauf Fragen die ich bereits auf in diesen Texten beantwortet habe. Darum erst lesen, dann fragen.


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