Kleine Regenwald-Biotope

Pflanzen im Terrarium


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Diese Rubrik habe ich entstehen lassen,
um all die wiederkehrenden Fragen zu Pflanzen zu beantworten,
die hundertfach an mich herangetragen wurden.

Natürlich bestehen meine Pflanzenrubriken bereits viele Jahre,
Rubriken die sich aber eher der Vielzahl
der von mir kultivierten Pflanzen widmen,
aber nicht im einzelnen darauf eingehen
wie und auf welche Art man die einzelne Pflanzen
in das Terrarium einbringen sollte.

Hier in diesem Untermenue des Bereiches Pflanzen
möchte ich nun auf meine Vorgehensweisen
und auf die Kultivierung verschiedener Pflanzenarten eingehen.

Jedoch auch einen kleinen Einblick verschaffen,
wie denn die Pflanzenwelt vergleichsweise
in den Habitaten unserer Pfleglinge beschaffen ist.

An was, außer den natürlichen Habitaten unserer Pfleglinge
will man sich denn sonst auch bei der Einrichtung
eines Regenwaldterrariums orientieren?

Ich versuche die kleinen Biotope möglichst naturnah einzurichten.
Sicherlich in erster Linie um für mich selbst den Eindruck
eines kleinen natürlichen Regenwaldesbiotopes zu erhalten,
oder vielleicht auch um meinen Perfektionismus zu befriedigen.

Ich möchte mir jedoch auch sicher sein,
den Tieren ein möglichst perfektes Dasein zu ermöglichen
und somit mein Gewissen beruhigen sie Ihrer Freiheit beraubt zu haben.

Wenige meiner Tiere haben ihr natürliches Biotop jemals gesehen.

Ein Großteil sind Understory Enterprises Tiere a
ndere F1 Nachzuchten,
also bereits in einem künstlichen Biotop herangewachsen.
Doch sage ich mir, in einem Umfeld in dem sich Wildtiere einleben
und wohlfühlen, fühlt sich sicher auch eine Nachzucht wohl.

Nicht nur die Maße meiner Terrarien sind ein Vielfaches größer gewählt,
als das es die empfohlene Haltungsbedingung vorgibt,
genauso wenig wird man in meinen Terrarien jemals einen Blumentopf
oder Xaxim Pflanztopf vorfinden.

Entweder sind die Pflanzen an der Natur orientiert,
epiphytisch auf Wurzeln aufgesetzt oder in einem,
sehr groben und wasserdurchlässigen Pflanzsubstrat gepflanzt.

Verdichtete und feinkörnige Erdsubstrate
versumpfen schnell und werden so zu
Infektionsherden.


Feines, loses Erdsubstrat würde bei mir niemals Einzug erhalten.
Dieses könnte unter Umständen an den Zungen
meiner Pfleglingen kleben bleiben
und im schlimmsten Fall zu Verstopfungen und Darmvorfällen führen.

Ein Großteil der diagnostizierten Darmverschlüsse bei Amphibien
wurden durch einseitige oder falsche Ernährung verursacht,
ein weiterer Verursacher ist nach Untersuchung verendeter Tiere
Dreck der sich wie allerlei Extremitäten und Flügel
von Drosophilas in Magen und Darm festgesetzt haben.

Ich nutze nur grobe Substrate, entweder Pinienrinde
oder aus Fasern bestehende Nährstoff-Substrate
wie Sphagnum, Torf- und Kokosfasern.

Natürlich kann ich in einem künstlichen Biotop
in einer Größe von 80x60x120cm
kein natürliches Habitat nachbilden.

Bromelien siedeln sich in der Natur meist erst in Höhen
von 5, 10 bis 30 Metern über dem Boden an
da sie sehr lichthungrig sind.

In Bodennähe,
an Stellen die Dendrobaten tagsüber nach Futter absuchen
liegt trockenes Laub, heruntergebrochene Äste.

Beim durchstreifen der Habitate raschelt das Laub,
es ist ein absoluter Trugschluss,
dass der Boden in den Tropen stetig nass ist.

Im durch die Baumkronen
abgeschatteten Bereich
siedeln sich ausschließlich schattenliebende großblättrige Pflanzen-
oder niedrige Pflanzen wie Moose und Farne an.

Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser

 

Ancon Hill ein 199 Meter hoher Hügel mit Blick auf Panama City, Panama

Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser

 


Isla Bastimentos Provinz Bocas del Toro in Panama

Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser


Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser


Wie will man dies nun in einem künstlichen Biotop nachbilden?

Entweder verzichte ich auf Bromelien,
Orchideen, Farne und andere Epiphyten
und beschränke mich auf wenig grün und viel Laub

-oder es rücken dann die Pflanzen,
wenn man sie denn alle kultivieren möchte,
auch näher zusammen.



Um es mal realistisch zu sehen,
wachsen in der Natur wenige Bromelien in Bodennähe oder gar in Erde,
sondern als epiphytische Pflanzen auf Ästen,
Baumstämmen oder Felsen.

Es sei denn sie gedeihen auf hellen Lichtungen
oder an gut mit Licht durchfluteten Bachläufen.

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel,
wie die nächsten Bilder aus den Habitaten
in Panama zeigen werden.

Wenn es sein muss gedeihen sie sogar auf Überlandleitungen.
Was die Behauptung, aufgebundene Bromelien
bräuchten zwingend Sphagnum an den Wurzeln,
nicht unbedingt stützt.

Naturfotografie Panama 2017 (C) meines Freundes und Mentors Wolfgang Wisser

Am liebsten besiedeln Bromelien sonnige luftige Äste
umgeben von anderen Epiphyten unter anderem viele Farne.


Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser

Hier von Bromelien, Orchideen, Moosen und Flechten besiedelte Baumkronen

Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser

Ein von Epiphyten besiedelter Baumstumpf
an einem von Licht durchfluteten Überhang.

Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser


Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser


Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser


Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser

Wie war das nochmal mit dem Spruch: Ausnahmen bestätigen die Regel
Manche spezialisierte, terrestrische Art wächst auch mal am Licht durchfluteten Boden:

Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser

Epiphyten auf einem Felsen mitten im Flusslauf

Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser


Naturfotografie Panama 2017 (C) Wolfgang Wisser



Aechmea nudicaulis
Umgebung des Ortes Santa Rose de la Yunga, Cordillera del Condor,
oberer Rio Marañon Drainage, Departamento Cajamarca. 900 – 1100 m NN

Diese Bromelienart wächst ungeschützt in voller Sonne an glatten Felswänden.
Die
von Rainer und seinem Team an Biologen gemessene Wassertemperatur
innerhalb der Wassertrichter lag bei Tag bei ~35°C und 16°C bei Nacht.


Naturfotografie Peru Rainer Schulte



Naturfotografie Peru Habitat Excidobates Mysteriosus
meines leider viel zu früh verstorbenen Freundes Rainer Schulte



Bromelien sind eine sehr umfangreiche Gruppe
von Aufsitzerpflanzen so genannten Epiphyten,
zu ihnen gehören zum Beispiel:
das flammende Schwert (Vriesea fosteriana),
die Guzmanie, 
der Zimmerhafer (Billbergia nutans),
die Lanzenrosette (Aechmea),
die Luftnelke (Tillandsia)
oder Ananas (Ananas comosus)
und natürlich die meist verwende Bromelie
die
Nestrosette (Neoregelia) .

Typisch für die farbenfrohen Bromelien
sind die Blattrosetten oder Blattschöpfe,
aus deren Mitte sich die Blütenstände mit kunterbunt leuchtenden,
lang haltbaren Hochblättern schieben.


Racinaea dyeriana NW Ecuador in meinem Terrarium


Tillandsia Leiboldiana var guttata in meinem Terrarium

Die eigentlichen Blüten der Bromelie hingegen sind klein und kurzlebig.

Für einige Bromelienarten bedeutet die Blütenzeit
jedoch auch das Ende ihrer Lebenszeit
mit deren Ende gehen sie ein.

Bromelien besitzen kleine abgedichtete Öffnungen auf ihren Blättern,
so genannte
Saugschuppen, mit deren Hilfe
sie Regenwasser und die darin gelösten Nährstoffe aufnehmen.

Die Wurzeln der meisten epiphytischen Bromelien
haben die Funktion der Wasser- und Nährstoffleitung
zum größten Teil verloren und dienen meist
nur der Befestigung an der Wirthpflanze.

Das Wurzelwerk der Bromelie ist drahtig bzw. holzig
ein klares Indiz, dass sie keine Feuchtigkeit mögen.


Viele Bromelien bilden Rosetten aus steifen Blättern.

Diese Blätter stehen am Grund so eng beieinander,
dass sich darin Wasser sammeln kann.

Herabfallende Pflanzenteile und tote Tiere können in so eine
Zisterne gelangen
und werden dort durch Mikroorganismen zersetzt.

Das Wasser und die darin freigewordenen Nährstoffe werden durch die Saugschuppen
ins Innere der Rosettenblätter geleitet.

Das
Zisternenwasser wird teils durch Niederschläge aber auch teils
(wie bei einem
Tauteich) durch Nebelkondensation ergänzt.

Diese kleinen Zisternen bieten einigen Froscharten
wie Oophagen und Ranitomeya
die optimalen Bedingungen
um ihre Quappen zu versorgen,
die jede für sich
in einer einzelnen Wasseransammlung
herangezogen werden muss.

Ein kleines Beispiel:
eine in Bodennähe, zentral im Terrarium angebrachte Vriesea.
Vriesea delicatula (Naturform)
eine der wenigen schattenliebende Bromelien
mit schmalen, tiefen Trichtern.
Eine Art bei der langanhaltend in den Trichtern
stehendes Wasser nicht zu Fäulniss führt.

Was sie für oophage Arten sehr interessant macht.


Eines meiner Pumilio darkland Weibchen
bei der Quappenversorgung im hinteren Trichter



das zweite Pumilio darkland Weibchen bei der Quappenversorgung
im vorderen Trichter der gleichen Vriesea



Die meisten Quappen sind Kanibalisch veranlagt
schütten Hemmstoffe aus,
die das Wachstum
schwächerer Tiere negativ beeinflussen
und sie so zu einer leichten Beute machen.

Andere Froscharten nutzen eher andere Wasseransammlungen
(
Phytotelma / Phytothelmen) um ihre Quappen zu versorgen.

Egal ob man eine Bromelie nun aus optischen Gründen
in ein Terrarium einbringt, eventuell um
Farbakzente zu setzen,
oder ob sie nun zur Quappenversorgung
der gehalten Amphibien dient.

Die meisten Züchter großer Oophagen
schwören auf
das Flammende Schwert (Vriesea splendens)
sie soll die Butbromelie sein, die am meisten angenommen wird.
Leider eine Art mit sehr ausladenden Blättern,
die wenn sie dann an den Seitenwänden
und der Frontscheibe anstehen einfach gekürzt werden.


Man sollte sich immer kundig machen,
wie groß, bzw. wie ausladend die Bromelie wird.

Es gibt sehr kompakte Wuchsformen,
es gibt hübsche Miniaturformen und es gibt
wunderschöne Bromelien die eine unglaubliche
Endgröße bekommen.


Habitatbild Excidobates mysteriosus Rainer Schulte
Aechmea nudicaulis


Doch wie bringe ich Bromelien nun in ein Terrarium ein?

Im Handel befindliche Bromelien sind meist Kindel
(seitliche Triebe) einer Mutterpflanze.
Diese werden mit einem kleinen Stück
der hözernen Ausläufer (Stolonen) von der Mutterpflanze abgetrennt.

Hier hat man natürlich die Möglichkeit
die im Terrarium befindliche Wurzel anzubohren


und die Bromelie mit dem hölzernen Ausläufer
in dieses passend gebohrte Loch zu stecken.


Hier eine Tillandsia die sich über die Verzweigung
des Stammes vermehrt hat


  der Stamm der Tillandsie in das passend gebohrte Loch gesteckt
und schon ist die Pflanze unsichtbar fixiert.

Nach einiger Zeit werden sich an der Pflanze Wurzeln bilden
und sich fest an der Holzwurzel fest krallen.

Bei einigen Arten verschiedener Gattungen
finden wir die Kindel nicht am unteren Stamm,
sondern höher, entlang des Blütenschaftes
wie zum Beispiel bei der Gattung Vriesea.



Bei Arten einiger epiphytischer Gattungen jedoch
entwickeln sich zuerst ausläuferartige Triebe,
aus deren Spitze sich in einiger Entfernung von der Mutterpflanze
eine neue Rosette entwickelt.



Charakteristisch sind hierfür die Stolonen bildenden
Neoregelia Arten

Bei vielen Tillandsien bilden sich die Tochterpflanzen
am Ende des Blütenstandes
der sich mit zunehmendem Gewicht
immer mehr zu Boden neigt,
bis die Jungpflanze anwurzeln kann.

Bei strangbildenden Tillandsien Arten geht die Vermehrung
über eine Verzweigung des Stammes vonstatten.

Mit Hilfe kräftiger Stolonen klettert manche Aechmea Art
an Baumstämmen empor immer Richtung Licht
bis hoch in die Äste um dort in den Wipfeln wieder auszutreiben.


Manche terrestrisch wachsende Art
entwickelt unterirdische Ausläufer.
Bei Bromelia balansae können diese meterlang sein
aus denen sie nach einiger Zeit
flächendeckende Bestände entwickeln.

Wie man gerade lesen konnte,
bilden nicht alle Bromelien seitliche Ausläufer (Stolonen) aus
die man zur Befestigung nutzen kann.
Eine Andere Möglichkeit ist daher das Aufbinden der Pflanze


Aufgebunden wird auf die bewährte Art
mit zerschnittenen Nylon Strumphosen
ich verzichte dabei vollkommen
auf Sphagnum oder lebende Moose
!
 

zum einen ist Nylon unverwüstlich,
aber hat noch einen weiteren, ganz besonderen Vorteil,
wenn man die richtige Farbe wählt,
ist das gespannte Nylon auf der Wurzel fast unsichtbar.


Zudem verzichte ich beim Aufbinden der Bromelien gänzlich auf Moose,
es sei denn um die Befestigung etwas zu kaschieren.

Die meisten Anfänger die mich kontaktieren,
klagen über faulende Bromelien,
aus welchen man die innere Blatt-Rosette
gerade herausheben kann.

Ich kann ihnen ohne Bilder der Pflanzen zu sehen
die Ursache für deren Fäulnis nennen:

Die Wurzeln der Bromelien
wurden auf Anraten
bis zum Blattansatz in Sphagnum gepackt
und die Trichter werden durch die Beregnung
dauerhaft unter Wasser gesetzt.

Da strecken 80% der Bromelien die Flügel.






Auf Xaximrück- und Seitenwänden kann man die Bromelien
auch gut mit Pflanzennadeln für Blumengestecke fixieren.

Breite Variante aus Edelstahl rostfrei V2A
sehr gut geeignet zur Fixierung von Bromelien auf Xaxim,
Styropor oder Styrodur.


Es gibt Amphibien, die in ihrem künstlichen Habitat
keine Bromelien benötigen, ein Dendrobates tinctorius
oder Phyllobates Morphe benötigen ansich keine Bromelien,
in ihrem künstlichen Lebensraum.

Hier ist die Bromelie allein ein Element
welches für unser optisches Empfinden installiert wird.

So kann man mit diversen Bromelien
dem Terrarium
verschiedene Farb-Akzente geben

Hier Neoregelien mit Farbakzenten in violett und grün.

Neoregelia Petit Minou, Neoregelia Black Beauty, Neoregelia Yankee Doodle,
Neoregelia punctatissima dark


 

Vriesea correia-araujoi [Brasilien Rio de Janeiro]

 

Vriesea racinae (Bromelien Westermann)
kleinbleibende Bromelie max 12cm mit tiefen Trichtern.
Ideale Pflanze für Ranitomeya und Pumilios

Hier eine Neoregelia mit Farbakzenten in gelb, orange, rot.
Like Fire - Neoregelia rubifolia [Bromelien Westermann]


Hier Neoregelien mit Farbakzenten von gelb über rot zu grün.
Neoregelia mucugensis (aus einer Privatsammlung)
Neoregelia Li Hing (Plantabrutt), Neoregelia blushing Tiger (Neuseeland),
Neoregelia red Tiger (Bromelien Westermann), Neoregelia butterball 


Neoregelia rubifolia [Bromelien Westermann], Neoregelia butterball


Neoregelia carcharodon 'Rainbow'

(aus einer Privatsammlung)


Neoregelia carcharodon 'Rainbow'
(aus einer Privatsammlung)


Neoregelia red tiger (Bromelien Westermann)


NEOREGELIA 'CORAL FIRE'
(aus einer Privatsammlung)



Aechmea pineliana
aus der Sammlung meines Freundes Andreas Lotz

Neoregelia Hawaii mini [Naturform] hi red

Hier wunderschön sichtbar, wie die Neoregelia Hawaii mini
mit ihren Wurzeln halt für ihren Kindel sucht.





Neoregelia 'Blushing Tiger' aus einer Privatsammlung

Neoregelia 'Blushing Tiger'













 

Bromelien sind jedoch nicht nur Dekoration

  Es gibt jedoch Bromelien und Helkonien bewohnende Arten,
Oophagen, Ranitomeya, Bromelienlaubfrösche
für die eine Pflanze mit tiefen Trichtern unbedingt notwendig ist.

Eine Gruppe Oophaga Pumilio im Habitat Panama 2017


Naturfotagrafie (C) Wolfgang Wisser

  





mein Oophaga Pumilio RFH





Dies war es meinerseits zur Systematik der Bromelien
und deren Kultivierung im Regenwald Terrarium

Wer Einblick in meine alte Bromeliensammlung werfen möchte
die zu 80% an einen Freund nach Schwerin verschenkt wurde.
oder einen Blick auf die Bromelien in meinen Becken wagen möchte
klickt folgenden Link:

froschmichl Bromelien & Tillandsien

Wer noch tiefer in die Materie eintauchen will:

Fachliteratur zum Thema


https://www.froschmichl.de/FACHLITERATUR.htm


Digitale Nachschlagewerke / Medien

http://www.theplantlist.org/browse/A/Bromeliaceae/Aechmea/

http://www.theplantlist.org/browse/A/Bromeliaceae/Billbergia/

http://www.theplantlist.org/browse/A/Bromeliaceae/Vriesea/

https://registry.bsi.org/?genus=NEOREGELIA

http://fcbs.org/pictures/Neo.htm

https://www.bromeliad.com/bromeliads/neoregelia

http://www.theplantlist.org/browse/A/Bromeliaceae/Neoregelia/

https://www.plantabrutt.eu/es/

https://registry.bsi.org/?catalogues





 

Unter Aroids versteht man Aronstabgewächse
dies ist eine Pflanzenfamilie innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen.
Zur Familie gehören 115 bis 129 Gattungen
mit je nach Definition bis zu 4025 Arten.

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst fast die ganze Erde,
die meisten Arten kommen jedoch in den Tropen vor.

Die Gattung der Aroids beinhaltet Alokasien, Anthurien,
Monsteras, Philodendren, Scinapsus und Syngonien.

Viele dieser Aronstabgewächse
lassen sich gut als Zimmerpflanzen zu kultivieren.

Einige jedoch, benötigen eine dauerhafte Luftfeuchte.

Diese kontinuierliche Luftfeuchte
kann man entweder in einem Gewächshaus
oder eben im Terrarium gewährleisten.

Dauerhafte Luftfeuchte bedeutet aber nicht,
dass sie Pflanzen feuchtes Substrat akzeptieren.

Viele Anthurien wachsen auch im Natürlichen Lebensraum
als Epiphyten an Baumstämmen oder Ästen.

Ihr Wurzelwerk ist sehr kräftig ausgeprägt
und nach anfänglicher Befestigungshilfe
mit Pflanzendraht, verankert sich eine Anthurie
im Terrarium so fest, dass man die Wurzeln
entweder mit einer Zange abtrennen muss
um sie aus dem Terrarium zu entfernen
oder man reißt das Interieur mit raus.


Das Wurzelwerk meines Philodendron plowmanii

Philodendren und Alocasien hingegen
bevorzugen meist eher ein Pflanzsubstrat,
welches sehr locker und gut wasserdurchlässig ist.

Nur wenige Pflanzen dieser Gattungen
lassen sich wirklich epiphytisch kultivieren.

Ein reines Substrat aus Pinienrinde
ist den Pflanzen jedoch zu sauer,
hier wird im Terrarium meist mit groben Perlite,
Sphagnum und Lavasteinbruch,
oder Hydrokultur gemischt.

Natürlich optimiert jeder Pflanzenliebhaber
seine Pflanzsubstrate (Soil) um seinen Pflanzen
ein optimales Wachstum zu ermöglichen.

Auch ich experimentiere immer noch welches Substrat
im Terrarium die meisten Vorteile bringt.

Natürlich gehen die meisten mit ihren Soil-Zusammensetzungen
nicht hausieren.

Der Bereich Aroids ist derzeit der ertragreichste im Pflanzensektor,
deshalb ist jeder auf seinen Vorteil bedacht.

Preise im Bereich um 200€ und mehr für einen Kopfsteckling
sind für mich unbegreiflich, werden jedoch gerne bezahlt.

Wenn ich sehe wie sich meine Pflanzen im Terrarium vermehren
bzw. wachsen müsste ich mittlerweile reich sein.

Aber nachwievor tausche und verschenke ich lieber.

Achtung bei der Einrichtung eines Terrariums
ob nun Anthurium, Philodendron oder Monstera
mit jedem neuen Blatt wird es eine Nummer größer.
Man sollte sich bei der Platzierung der Pflanzen
im Klaren sein, dass sich alles,
das da optisch arrangiert wurde
zu einem riesen Urwald entwickelt.

Die Dimensionen des Terrariums sollten
der Endgröße der Aroids angepasst sein,
nicht den vorherrschenden Außmaßen der Pflanzen.

Im Terrarium herrschen Idealbedingungen vor,
Pflanzen die bei einem Freund mehrere Jahre
im Tropengewächshaus standen, hatten bei mir
im Terrarium plötzlich einen Wachstumsschub der immens war,
so wurden die Pflanzen innerhalb 8 Wochen
zu groß für das vorgesehene Terrarium.

Das folgende Bild zeigt einen
Philodendron rugapetiolatum der im Terrarium jede Woche
ein neues Blatt mit 60cm und mehr schob.

Gepflanzt in Pinienrinde von 25-45mm Körnung
gemischt mit
Kokos und Torf-Fasern,
groben Tongranulat, groben Korkschrot,
Bims, grobes Perlite
von 5,0-7,5mm Korngröße,
etwas Sphagnum und Kohle.
Dies sind die für mich ersichtlichen Bestandteile
die ich aus dem mir vorgemischten Substrat
herausheben kann, alle Bestandteile
sind mir nicht ersichtlich wurden mir auch nicht genannt.

Ich hatte einzig den Wunsch, ein grobes Substrat für Aroids zu bekommen, das keine feinen Bestandteile, keine Erde sowie keinen Dünger enthält.

Dem wurde entsprochen.

Dieses Substrat wird auf einem Bodenaufbau
gegeben, der keine Staunässe zulässt.
 

Eine Filtermedienauflage oder Rasterplatte dient als doppelter Boden
Eine Lochplatte mit 4mm Lochung als Drainage
Grobes Substrat und Steine als Bodensubstrat.



Bewegtes Wasser und ein  kurzes Rinnsal
erhöhen die Luftfeuchtigkeit ohne dass das Substrat durchnässt ist.

Kein Flies, kein Filterschwamm oder anderes
einfach nur Lochplatten mit 4mm Lochung
und direkt darauf das oben bereits erwähnte Substrat



Die XPS Platten wurden beflockt, dass später keine störenden Farben durchblitzen.
Letztendlich  wird es in diesem Becken nur einen kleinen Wasserteil geben.


Möglichst viel Bodenfläche und ein kleine Pfütze, ist das Ziel
Hier mal zur Probe mit Pinienrinde aufgeschüttet.



Das Ufer der kleinen Wasserpfütze leicht anstigend gestaltet
und etwas der Natur angepasst.



Nachdem ich nun einige Becken mehr
für Freunde eingerichtet habe.

Unser Fachhandel aber leider aufgrund
des vorherrschenden Rohstoffmangels
seit 2020 mehr und mehr leere Regale aufweist,
machte ich mich selbst auf die Suche
nach Materialien die zumindest ebenso gut
wenn nicht noch besser geeignet sind.

Einiges war für unsere Zwecke so genial,
da musste ich mir gleich großzügig auf Lager legen.

Ich hasse es einfach,
wenn ich Unmengen an Sprit verfahre
und jede Woche aufs Neue vertröstet werde,
die Ware stünde wieder einmal auf Rückstand
und würde gewiss kommende Woche geliefert werden.

Wenn ich einen Auftrag annehme
möchte ich auch fertig werden,
nichts ist schlimmer als Leute vertrösten zu müssen
auch wenn es Freunde sind.

Also hilft nur ein Import
und dieser rentiert nur in großen Mengen.

Gesagt, getan......

Meine Vorgehensweise bleibt gleich,
Streifen aus
Styrodur® oder XPS
dienen der Auflage oder bilden ein Labyrinth.

Darauf liegt eine stabile Filtermedienauflage
oder eine Lichtstegplatte.



Bis hier ist noch alles beim Alten.


Das Neue allerdings ist das feine Kunstoffgitter
mit nur 3mm Maschenweite
die ein Versumpfen des Bodens absolut unmöglich macht.



Das Anthrazit gefällt deutlich besser als das Grün
der bisherigen Lochplatten aus dem Sichtschutzbereich,
die ohnehin nicht mehr produziert werden.
Zudem bietet das Gitter im Gegensatz
zu den Lochplatten viel mehr Durchlass
für das Beregnungswasser.



Ich werde mir dieses Gitter
Rollenweise auf Lager legen,
bevor auch dieses noch vom Markt verschwindet.







Dieses Gitter kann direkt mit grobem Substrat belegt werden.

Ich nutze eine Mischung aus gedämpfter Pinienrinde 25-40mm,
Bims Gestein, grobe Perlite,
Pflanzen Aktivkohle,
Kokosfasern, Torffasern,
Zeolithe Sphagnum und Lava



Was soll ich sagen, die Pflanzen lieben es !
aber lassen wir doch Bilder sprechen:



Eine unglaublich schöne Pflanze, die sich sichtlich wohl fühlte
aber einfach eine Endgröße hatte,
die sie für Terrarien meiner Größe ungeeignet machte.



zu meinem Bedauern musste ich mich dann von ihr trennen.



Mein Anthurium chrystallinum legte auch
jede Woche ein neues Blatt mit 50cm aus.


 Ein Anblick wie er schöner nicht sein könnte...

Das Problem hierbei ist, das Becken verdichtet sich immer mehr,
die Pflanzen bekommen zu wenig Luft und Licht
das Resultat, die Blätter werden gelb.





Ein Werk meines geschätzten Freundes
Simon Chiu in Taipeh China
welches einzig auf Aroids Farnen und Moosen basiert.


Quelle:  M-rainforest - Simon Chiu - Taipeh China
Facebook froschmichl plants & frogs
unendlich viel Platz für die teilweise bis zu 150cm langen Blätter


Dagegen eher zierlich,
mein Lemuren Becken 80x60x120cm
noch mit dem Philodendron Crystallinum
der dann plötzlich mit 8 Blättern
das gesamte Terrarium für sich beanspruchte.






Das gleiche Becken jedoch etwas ausgedünnt.

Terrarium 80cm Breite x 60cm Tiefe x 120cm Höhe






zur Größenorientierung ein junges noch weiches Blatt
meiner Anthurium bullatus


 

Dieses kann morgens schon mal so da hängen,
was bei mir erst einmal zu erhöhtem Puls führt



Doch die Ursache für den geknickten Blattrand ist gleich gefunden.


Zwei Agalychnis Lemur haben es sich auf der Blattkante
des noch sehr weichen Blattes bequem gemacht,
welches sich dann dem Gewicht beugte.



Der obere Blattrand der Antgurium bullatus
reißt mittlerweile
leider ein, was uns zum nächsten Punkt führt:
die Pflanzen sollten auch auf die gehaltene Art abgestimmt sein.
Es macht keinen Sinn ein Terrarium
mit hübschen zarten Pflänzchen auszustraffieren
und dann mit einer gruppe
Cruziohyla craspedopus zu besetzen.
Gerade das junge Blattwerk mancher großblättrigen Pflanze
ist einfach zu weich wie man hier gut sieht.



Anthurien in meinen Becken sind eigentlich Selbstläufer
meine Anthurium bullatus
säht sich selbst aus.




Hier die geöffnete Samenkapsel,
die zu den anderen auf den Boden fällt und dort austreibt.



links meine Anthurium bullatus Aussaaten,
die ich aus dem Becken entnommen habe,
damit sie nicht den Heimchen zum Opfer fallen.






vorne Philodendron plowmanii
hinten Anthurium veitchii der König Anthurium




Philodendron plowmanii


Anthurium veitchii der König Anthurium,
ist eine epiphytische Blütenpflanzenart
der in Kolumbien heimischen Gattung Anthurium.




Anthurium veitchii der König Anthurium



Anthurium veitchii der König Anthurium


Das Wurzelwerk des King Anthurium
Anthurium veitchii




Meine Anthurium Warocqueanum, auch bekannt als Queen Anthurium,
ist eine prächtige Art, die bei richtiger Pflege riesige Blätter bilden kann.

hier zickt sie ein bisschen, da ich aufgrund der Tatsache,
dass sie ein neues Blatt schiebt ihren Standort geändert habe.
Nun hat sie Platz nach oben.



Das Wurzelwerk der Queen Anthurium
Anthurium Warocqueanum



Mein Philodendron plowmanii Naturform
heimisch in Ecuador & Peru
Hier eine sehr junge Pflanze,
dessen nächstes Blatt um die 40cm erreichen wird.



Das Wurzelwerk meines Philodendron plowmanii