Kleine Regenwald-Biotope

Dauertest verschiedener Materialien [5 Jahre]







TEST VERSCHIEDENER EINRICHTUNGSMETHODEN

 

Vor fünf Jahren hatte ich vier Terrarien auf verschiedenste Weise eingerichtet , um das Verhalten der unterschiedlichsten Materialien im feuchten Klima eines Regenwaldterrariums im Langzeittest zu erproben.

1. Terrarium 50x50x70 mit Weisstorfsoden beplankt und
teilweise direkter Beschichtung auf Glas.

 

2. Terrarium 50x50x70 Rückwand sowie Seitenscheiben direkt beflockt.
Boden und Terassen aus Weißtorf

3. Terrarium 100x50x100 genau nach Angaben eines bekannten Herstellers inclusive
aufwändiger Vorarbeiten und Armierung
danach mit einer Fertig angerührten Regenwaldbeschichtung versehen.

4. Terrarium 100x50x80 mit einer Korkrückwand und direkt beflockten Seitenscheiben.

Jetzt nach fünf Jahren bin ich um doch einige Erkenntnisse reicher.

Die Varianten 1 und 2 sind heute wunderbar von tropischen Moosen überzogen und die tropischen Ranken und Kletterpflanzen haben sich über das ganze Becken ausgedehnt.

Variante 3 habe ich bereits nach zwei Jahren aus meiner Anlage verbannt, weil die Oberfläche, durch das doch sehr unterschiedliche Abtrocknen der Beschichtung, ständig Risse hervorbrachte.

Eine fertige Regenwald-Beschichtung aufgetragen, genau nach Anleitung. 
Nicht nur, dass ich den 2K_PU Schaum aufgerauht habe.

Nein die geraden Flächen aus Styrodur habe ich sogar mit Amierungs-Punkten versehen. J
eweils 10x10x3mm im Abstand von einem Zentimeter über die gesammte Fläche, nur um der Beschichtung einen Halt zu bieten.

Letztendlich, nachdem ich schon unzählige Male mit dem Nachkauf der Beschichtung sowie dem Verspachteln der Risse zugebracht hatte, brach ein größeres Stück aus der modellierten Rückwand aus.


Bild von 2004 große Schwundrisse, dauerndes Nachspachteln einer  Fertigmischung,
Bilder sagen viel mehr als Worte


Ich kam bei einem Meter Beckenhöhe trotz dreimaliger Beregnungen am Tag, zu der Erkenntnis das es drei sehr verschiedene Klimazonen gab.

Der obere Bereich war bis abends komplett ausgetrocknet, mittig noch etwas feucht und im unteren Bereich hielt sich die komplette Nässe. 

Die logische Konsequenz waren Schwundrisse. Das Flexmaterial in der Beschichtung konnte den Kräften die durch die verschiedene Ausdehnung zwischen den drei Klimazonen wirkten, nicht standhalten.

Ich vermag nicht zu sagen, ob es nun an den Maßen des Terrariums lag, welches für die Haltung  einer 1.2 Zuchtgruppe Tinctorius, mit den Beckenmaßen B100xT60xH100cm unüblich groß war, und ob es im Klima eines 50er Dendrobaten-Würfels eventuell besser funktioniert hätte, bei einigen Freunden hat es bis jetzt gut funktioniert. In diesem Fall funktionierte es eben mal absolut gar nicht und das Becken wurde daher durch ein ganz neues Terrarium ersetzt.

 

Die 4. Einrichtungs-Variante stellte sich nach nun fünf Jahren als ungeeignet heraus, die Kork Rückwand die werkseitig dreischichtig verklebt war, und als Sichtseite die natürliche Korkeichenrinde-Struktur hatte, löste sich in Ihre Bestandteile auf.

Die Feuchtigkeit, die tagsüber bei 60-80% liegt und nachts zwischen 80 und 100%, setzte der Korkwand massiv zu.

Den Rest erledigten dann die Wurzeln der Pflanzen, Asseln und Springschwänze, Tausendfüßler, Würmer und sonstiges Gekrabbel welche sich Gänge durch die Korkwand fraßen. Was nunmal in einem solch natürlichen Biotop ganz normal ist.

Also steht jetzt für mich nun fest, dass die Variante mit schwarzem Aquariumsilikon als flexiblen Kleber, beflockt mit einer Mischung aus Weißtorf, Moossporen, gemahlenen Xaxim und Kokoshumus die ideale Variante ist. Egal ob es nun direkt auf der Glasscheibe erfolgt oder auf Styrodur, Styropor oder Montageschaum, es hält ewig.

Allerdings möchte ich erwähnen,das diese Variante nicht aus meinem Mist gewachsen ist, vielmehr profitiere ich hier von jahrzehntelanger Erfahrung eines überall bekannten Froschhalters. Er hielt schon Tinctorius, Pumilios, Histrionica und Ranitomeya, da spielte ich noch im Sandkasten.

Ich habe mit folgendem Terrarium nun mittlerweile mein 40. Becken auf diese Art eingerichtet, nicht alle für mich, auch für befreundete "Froschler".

Alle Terrarien sind heute wild bewachsen und unverwüstlich. Und das ist ja auch im Sinne des Erfinders.

Denn nichts ist ärgerlicher als ein Becken zerlegen zu müssen indem gerade mal endlich die Bromelien und Orchideen gewurzelt haben.

So verhält es sich auch mit den Wurzeln, die man im Tropischen Terrarien verwendet. Sie sollten einfach den Belastungen im feuchtnassen Klima eines Tropenbeckens standhalten.



Lianen, Rebenholz und anderes gehören in ein Gecko-Terrarium, Subtropisch mit einem, vielleicht zwei Sprühstößen am Tag, dem halten sie Stand, mehr nicht.

Hier will ich nun in Bildern zeigen wie ich aus dem wüst aussehenden Becken, mit der zerfallenen Korkrückwand ein wirklich haltbares, gut strukturiertes Naturnahes Regenwaldterrarium gemacht habe.

Da ich in meinen Terrarien immer erfolgreicher Miniatur-Orchideen pflege und vermehre, teste ich nun zum ersten mal auch die Materialien EpiWeb® und Hygrolon®, die von vielen Orchideenzüchtern erfolgreich verwendet werden.

Die restliche Beschichtung erfolgt bewährtermaßen mit schwarzem Aquariumsilikon, auf Glasflächen mit einem Zahnspachtel aufgetragen, um maximale Haltbarkeit der Beflockung zu gewährleisten.

Auf modellierten Rückwänden und unebenen Untergründen verwende ich einen Borstenpinsel mit harten Borsten, die ich zusätzlich noch einkürze, um das widerspenstige Silikon auch verstreichen zu können.

Beflockt wird mit einer Mischung aus Weißtorf, Moossporen, gemahlenen Xaxim und Kokoshumus, aber das habe ich ja bereits erwähnt.


Aus alt mach neu. Das mit Kork beplankte Becken wird bis auf das Glas leer gemacht
und mit bewehrter Beflockung neu gestaltet.

Hier erkennt man sehr gut wie die Korkschichten aufgequollen sind. Auf der linken Seite kann man durch das Glas auf die Rückwand sehen.



Die mehrschichtige Rückwand aus Kork läßt sich in der Oberfläche gerade mit dem Finger abheben, mit einem Spachtel lassen sich die drei anderen schichten in kleinen Stücken sehr leicht vom Glas lösen.

Die neue Rückwand, Styrodur mit Silikon auf Glas geklebt, dient als Stütze für den Überhang, der aus Montageschaum modelliert wird. Savannen und Morkinenwurzeln als große Wurzeln, Seile als feines Wurzelwerk. (Alternativ haben sich auch Kabelisolierungen von Stromkabeln bewährt.) Ob es nun Kabelisolierungen sind oder Seile, sie werden mit Silikon bestrichen und ebenfalls beflockt.

EpiWeb® und Hygrolon® als Feuchtigkeitsspeicher für Moose, Farne und verschiedene Orchideen. Die normal beschichteten Flächen trocknen sehr schnell ab, was wiederum andere Tropischen Pflanzen und viele Orchideen sehr begrüßen. Hier sollte man sich wirklich über die Bedürftnisse der einzelnen Pflanzen im Klaren sein.



Fertig beflocktes Becken, bereit zur Bepflanzung.
14 eingearbeitete Filmdosen sollten ausreichend Unterschlupf für die Tiere bieten.



Die ersten Moose und Kletterfarne werden aufgebunden oder mit Pflanzennadeln aufgesteckt.


Jetzt fehlen noch die Bromelien, Kletterpflanzen und der Xaximboden dann kann das Terrarium einfahren, bis der gewünschte Besatz dann in sieben Monaten einzieht. Der Xaximboden ist eingebracht, verschiedene Pflanzen aufgesetzt, und das Xaxim mit den verschiedensten tropischen Moosen aus den Becken angeimpft. Langsam kommt das Moos. Kleine Modifizierungen und Änderungen, jetzt ist Geduld gefragt.





































Unter der Rubrik Neuheiten
sind die neuesten Terrarienbauten meiner Anlage einzusehen.


Unter der Rubrik TechWorkshop
die Entstehung einiger Becken.

Mittlerweile bin ich ein paar Jährchen älter und habe bereits mein 76tes Becken eingerichtet, und es warten noch einige Auftragsbecken die ich fertigstellen soll.
Sollte ich mal wieder Zeit finden.


-NEUHEITEN
-Bauphase1
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-Bauphase3
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ich habe zwar keine web Smileys die ihr klicken könntet,
aber ich wäre Euch dankbar für ein Feedback.


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Nur durch engen Kontakt mit Gleichgesinnten, Gesprächen auf Börsen und Treffen auch durch viele lange Telefonate mit mittlerweile ganz engen Freunden in ganz Deutschland, Schweiz und Österreich konnte diese Homepage so umfangreich werden.

 Ich kann von meiner Warte aus nicht beurteilen welchen Informationsstand
der einzelne Besucher meiner Seite hat.

Nur durch das Äußern von Wünschen Eurerseits welche Thematik ich noch abhandeln soll, oder auf welches Thema ich noch tiefer eingehen müsste kann ich diese Page optimieren.

Eines vorweg, das Thema Krankheiten von Amphibien werde ich nicht aufnehmen, dieses habe ich verlinkt auf zwei tolle Pages meiner Froschkollegen, mehr braucht's im world wide Web nicht.

Eine Selbstdiagnose oder Medikation wäre ohnehin grob fahrlässig.

Hier sollte man immer einen Veterinär konsultieren.




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