Kleine Regenwald-Biotope

Beflocken und Beschichten von Terrarien



 





Zur Veranschaulichung nehme ich nicht unbedingt ein Terrarium sondern einfach eine 4mm Float- Glasscheibe um alles besser in Bildern dokumentieren zu können.
Ich habe bereits vor 8 Jahren
in einem Forum mal eine Fotostrecke über die Beflockung eines Terrariums veröffentlicht, da gab es meine Page noch gar nicht und jetzt finde ich weder die Bilder noch meine Zugangsdaten für das Forum, welches ich seit Jahren wegen miesen Umgangs miteinander meide. Also auf ein Neues:


Strukturen schnitzt man am besten aus Styropor
® oder Styrodur®, die Materialeigenschaften habe ich in der Rubrik Einrichten eines Terrariums ausführlich beschrieben.
In meinen großen Becken, die aufgrund der großen Gazefläche eine unglaubliche Durchlüftung und Wasserversunstung haben, setze ich auf weiches Xaxim aus Neuseeland auf den Rückwänden und hartes Xaxim aus Südamerika als Bodenbelag. Jeweils kombiniert mit Schwarztorf, Styrodur und Hygrolon



Diese vorgeformten Strukturen klebe ich mit Aquariumsilikon auf die direkt auf die Glasscheibe.




aber nicht nur vorgeformtes Styropor® oder Styrodur® kommt bei mir zum Einsatz,
sondern wie hier Schwarztorf.



Auch dieser wird mit Aquariumsilikon direkt auf die Glasfläche gedrückt.


So kann man aus beliebigen Materialien
ein unbefestigtes oder ausgewaschenes Flussufer nachbilden.


Ich nehme hier zur Veranschaulichung ein Stück einer Fingerwurzel und klebe sie der natürlichen Optik wegen zwischen die Elemente.



Nun zur glatten Glasfläche


Ich setze mehrere Punkte Silikon auf die Glasfläche


und ziehe mit einem Zahnspachtel eine 4mm dicke, gerillte Klebeschicht auf das Glas.



Dies ist ein wenig Übungssache,
geht aber bald gut von der Hand



Die gezahnte Klebefläche hat den Vorteil dass wir ein dickes Klebebett haben, auf dem die Beflockung gut haftet.


dadurch dass wir keine geschlossene Klebefläche haben sparen wir einerseits an teurem Silikon und das Material saugt sich besser fest, die Rillen die im Augenblick ohne Silikon sind, werden beim Andrücken der Beflockung geschlossen.


Die Zwischenräume zwischen den Elementen werden großzügig mit Silikon aufgefüllt.


nun die andere Seite


das selbe Vorgehen.....



großzügig Silikon



und mit dem Zahnspachtel verteilen.



Die Richtung der Rillen spielen dabei überhaupt keine Rolle



dabei so nah wie möglich an die Strukturen fahren.


manchmal muss man noch mal nachziehen, dabei ändert man die Richtung, weil man sonst zuviel Material entfernt.



Nun widmen wir uns den schwer zugänglichen Zwischenräumen


Dafür kürze ich einen harten Borstenpinsel


und verstreiche das sehr zähe Silikon.




Die Zwischenräume werden mit einem schmalen Pinsel abgetupft.


Alles für die Beflockung bereit.



Noch mal ein wenig nachbessern.




Die Fingerwurzel ins Klebebett drücken.



Noch mal kurz Nachbessern


Nun erst einmal grobe Pinienrinde und Kokosfasern


auf das Klebebett aufstreuen....



Das grobe Material bietet später Tieren und Pflanzen Halt.



Wichtig ist, dass grobe Material zuerst......




gut verteilen



und mit hohem Druck aufdrücken


am besten mit dem Handballen.




an schlechter zugänglichen Stellen mit den Fingerspitzen.


Nun das feine Material, bei mir ist es folgende Mischung
Kokosfasern, Weisstorf, gemahlenes Xaxim und im Fachhandel erhältliche Tropische Erdsubstrate wie Lucky reptile JB-10.
Dies alles wird vermischt und mit Moossporen angereichert.



würde man diese feine Mischung vor der Pinienrinde aufdrücken, würde diese nicht mehr haften.



Ich übertreibe gerne und belege die Fläche dick mit der feinen Beflockung.


Wieder ganz fest aufdrücken. Es wird oft eine Haushaltsbürste genommen und das Material aufgeklopft ich selbst habe diese Variante versucht und es blieb weniger Substrat haften.




Deshalb mit den Händen mit viel Druck.



Das bisherige Ergebnis.




Zwei Stunden nach der Beflockung stelle ich das Terrarium aufrecht hin. In diesem Fall die Glasscheibe.



Ein Weicher Pinsel hilft, das überschüssige Material zu lösen


Für diese Fotostrecke habe ich die Wartezeit nicht eingehalten, deshalb löst sich zu viel Material.


Doch man sieht trotzdem wie das Endprodukt aussieht.


An einem Terrarium halte ich eher mehr Trockenzeit ein, denn die Kosten für Terrarien geeignetes Silikon sind erheblich, deshalb lieber Geduld und optimale Flächen.

Dies ist jetzt das Anschauungs-Objekt






Einrichtung eines Terrariums mit B80xT60xH40cm

Wer den Bereich Bauphase5 bereits durchstöbert hat, kennt die meisten dieser Bilder bereits. Ich habe ein altes, eigentlich gut strukturiertes und funktionierendes Terrarium komplett entkernt und ausgeräumt.

Warum eigentlich?!?

Ich bin schon sehr speziell, was die Optik meiner Becken angeht, ich hasse nichts schlimmer als Töpfe im Terrarium, Wasserschalen und auffällige Technik, alles sollte möglichst natürlich wirken und deshalb auch der Umbau dieses Beckens, eines meiner aus den Anfängen verbliebenen Becken, welches nun eine Rundum-Erneuerung bekommt.

Nun soll auch noch das letzte Becken für einen Wasserlauf vorbereitet werden. Dazu müssen Glasstreifen so in das Terrarium geklebt werden, dass ich zwei getrennte Kammern erhalte um eine davon mit Filtermaterial versehen zu können.

In meinen großen Becken fahre ich mit viel aufwendigeren Filterkammern weil ich mit Wassermengen von 50 Litern und mehr fahre, welche aufbereitet werden müssen.

Hier wollte ich zwar gefiltertes Fliesswasser haben, aber wollte so wenig der zu Verfügung stehenden Fläche und Höhe verschenken.



Links klebe ich eine aus Glas gefertigte Fläche 33x60cm mit 10% Gefälle zur Mitte des Terrariums, das Wasser läuft somit immer Richtung Wasserteil ab. Unter dem Glas bleibt bis auf zwei zum stützen der Glasplatte integrierten Styrodur-Streifen alles hohl und gegen Wasser abgedichtet.



Rechts klebe ich ebenfalls eine Glasfläche abgedichtet im Mass 15x60cm mit 10% Gefälle zur Terrariummitte, auch hier läuft das Wasser immer Richtung Terrarienmitte zum Wasserteil ab.


Rostfreie Gaze aus V2A Stahl soll verhindern dass grober Schmutz in die Filterkammer in die Filtermatte und somit zur Pumpe gelangt.



Die Gaze bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich, es können auch keine Quappen in den Bereich des Filters kommen. Die weiche Filtermatte liegt nie 100% am Glas an und ich habe es beim Reinigen des Filters mit eigenen Augen gesehen, dass sich verfressene Quappen zwischen Filterschwamm und Glas in das Labyrinth An Filtergängen geschmuggelt hatten um sich am Mulm zu laben.



In diesem Becken wird es nun nur einen Einfachen Wasserkreislauf geben, als Filtermaterial wird "nur" die bereits in der Aquaristik bewährte grobe Filtermatte zum Einsatz kommen orientiert am Hamburg Mattenfilter, der gerne für Garneelenbecken genutzt wird. In meinen großen Becken arbeite ich mit mehreren Kammern die mit Filtermatten, Torffasern und zusätzlich mit Keramik-Filterröhrchen gefüllt sind.



Wieder zurück zu diesem Becken. Ich verwende 50mm starke Filtermatte blau. In der Mitte eingelassen eine Pumpe, die für Fliesswasser sorgt. Um die Pumpe herum sollte 5cm freie Fläche sein, mit der Filtermatte nicht direkt an die Pumpe fahren, sonst wird der Wasserkreislauf gestört, weil nicht genug Wasser angesaugt wird.



Ein gut biegsamer Silikonschlauch transportiert das gereinigte Wasser zum Zulauf des Wasserteils, den ich hier ganz kurz halte.


Der weitere Aufbau erfolgt aus Styrodur, mit einem Revisionsschacht der die Arbeit an der Pumpe oder  am Filtermaterial ohne großen Aufwand ermöglichen wird.


Bis das Silikon getrocknet ist, verkeile ich alles mit eingepassten Styrodurplatten und beschwere von oben mit schweren Wurzeln.


Das Silikon ist trocken und der Revisionsschacht wird mit einer weiteren Filtermatte verschlossen, nun kann die Glasfläche mit Xaxim belegt werden. Wie man sieht, habe ich die alte Beflockung mit einer Klinge in mühevoller Arbeit von den Scheiben entfernt. Weil es so Mühevoll ist, nur an den Stellen, an denen später Materialien verklebt werden müssen.


Die Styrodurfläche wird wie zuvor beschrieben beflockt.


Der Revisionsschacht mit einer 2cm starken Xaximplatte abgedeckt.


Diese Platte wird später passend zugeschnitten und lose in die Öffnung eingelassen, zwischen Xaxim und Filtermatte kommt ein feines Vlies um dem Verschmutzen des Filters entgegen zu wirken.


Weißtorfsoden im Hintergrund sollen später schön bemoosen, da sie bei 100°C  Sterilisiert wurden, muss ich sie nach dem Wässern erst animpfen.


Nun wird auf der rechten Seite eine 6cm Xaximplatte auf dem Glas fixiert und in der Mitte ein Überhang aus Styrodur angeklebt um das Wasserteil natürlicher zu gestalten.


Holz-Schaschlikspiesse stabilisieren die
Silikon-Verklebung zusätzlich.


Achso, erwähnte ich eigentlich schon dass ich Silikon hasse!?!


Verklebungen sind alle getrocknet und so kann ich beflocken.


Nun kann man bereits erahnen, wie es mal aussehen wird.


In ein paar Wochen kann man mit Moosen animpfen und im Uferbereich Teichlebermoose auslegen.


Die Bepflanzung für dieses Becken wird eher mit grossblättrigen Pflanzen erfolgen, artgerecht für die Gruppe Terribilis , die hier einziehen wird.



aber zuerst mal ein Probelauf der Pumpe, die Technik ist das wichtigste. Stehendes ungefiltertes Wasser im Terrarium ist für mich ein No-Go, deshalb muss ich mich hier auf meine Technik verlassen können. Gleichzeitig besprühe ich das ganze Becken um zu Testen wie schnell, welche bereiche wieder trocknen. Ich wähle eine Wasserhöhe von 6cm und einen kurzen Wasserweg bis zum Wasserteil um eine Versumpfung des Beckens vorzubeugen.


Der vorgesehene Wasserstand erweist sich aber als problematisch, nach kurzer Zeit hört man bereits Pumpengeräusche, die Pumpe zieht Luft.


Alles läuft eigentlich perfekt, solange Schwebstoffe die Edelstahlgaze nicht zusetzen.


Die SuperFish Aqua-Power 200 ist nicht regulierbar, der Wasserdurchlauf von 200Litern in der Stunde eigentlich auch nicht zu stark. Die Wasseransaugung liegt nicht sehr hoch, was sie für meine Zwecke in diesem kleinen Wasserteil und 6cm Wasserstand eigentlich prädestiniert.

Doch wenn das Wasser nicht in genau der gleichen Geschwindigkeit zurückfindet, wie es abtransportiert wird, läuft die Filterkammer leer, bzw unter 5cm Wasserstand und die Pumpe zieht Luft. Dies passiert prompt, als die feine Edelstahl-Gaze sich mit Schwebstoffen zusetzt.




Da wird wohl doch wieder wie in den anderen Becken die Eheim compactON300 zum Einsatz kommen. Ein Versuch war es Wert. Zum Glück sind Pumpe wie Elektronik gut zugänglich und der Austausch damit ohne große Umbauten machbar. Die 10 Euro sind zwar futsch, denn ich muss das Kabel der Pumpe ja abschneiden und durch die Gaze nach aussen führen und außerhalb des Terrariums verlöten und um 4m verlängern, die Garantie ist daher verfallen.


Die alt bewährte Pumpe un meinen Terrarien, seit 2017 neue Bauform aber nachwievor Top Qualität. Ganz gut zu erkennen, der extrem niedriege Ansaugpunkt, durch eine kleine Umbaumaßnahme. Egal wieviel Wasser auch verdunsten mag, egal ob der Wasserdurchfluss durch vermulmen des Filtermaterials verlangsamt wird, diese Pumpe garantiert für fließendes Wasser. Ich weiss schon, warum ich auf Qualität setze und nicht auf Billigware aus Fernost.


Wer mit einem Bachlauf arbeiten möchte, sollte sich des Kapillareffektes der verwendeten Materialien bewusst sein.

Die Verwendung von feuchtigkeitsabsorbierenden Materialien im Bereich des Rinnsals führt sehr oft zum Versumpfen des Terrariums was für die Gesundheit der Amphibien nicht zum Vorteil ist.

Auch wenn ich den Bachlauf mit Silikon bestreiche, und diese Fläche dann mit Torf und Kokosfasern beflocke erhalte ich eine Saugende Oberfläche.

Benutze ich aber Epoxidharz und färbe diesen mit Farbpulvern, oder bepudere ihn fein mit Torf, erhalte ich eine natürliche Optik, die sich nicht wesentlich von angrenzenden Materialien abhebt. Aber!! diese Epoxidharzbeschichtung saugt absolut kein Wasser und gibt auch keine Feuchtigkeit an die angrenzenden Materialien ab. Wenn man die Epoxidharzbeschichtung deutlich über den Wasserverlauf hinaus beschichtet, das Wasser also nicht in unmittelbare Nähe feuchtigkeitsabsorbierenden Materialien im Terrarium kommt läuft man nicht in Gefahr, dass das Becken versumpft.

Ich habe alle Materialien getestet und wähle bewusst aus, was ich zu welchem Zweck verwende. Manche Bereiche am Boden möchte ich bewusst feucht halten, um Moose anzusiedeln, andere sollen innerhalb kurzer Zeit wieder trocknen, damit die Tiere auch trockene Zonen finden, an denen sie sich aufhalten können.

Die ideale Variante ist immer ein möglichst kurzer Zufluss zum Wasserteil, ich sehe oft dass meine Tinctorius und Phyllobaten gerne in den Wasserlauf sitzen er wird gerne angenommen, deshalb lege ich Wert auf Fliesswasser aber ich halte die Distanzen zum Wasserteil wirklich ziemlich kurz. Ein richtiger Bach hat in meinem Freundeskreis wirklich bei keinem lange funktioniert.


Geschafft mein
Pumpenproblem ist behoben und als ich schon mal neu zusammenbaue habe ich gleich mal die Dekoration geändert.

Statt der Fingerwurzeln habe ich mir feine biegsame Lianen aus Kabelisolierungen und Netzwerkkabeln beflockt. Dieses Filigrane gefällt mir in diesem flachen Becken wirklich besser wenn dann mal die Pflanzen kommen wird das wieder ein schöner Blickfang und das muss es, wo doch gerade oben drüber diese riesen Becken mit 50 Liter Wasserteil stehen.


Steine und Laub vervollständigen das Bild schon recht gut.


freue mich schon auf die bepflanzung des Beckens, die jetzt viel zu früh wäre, denn die Essigsäure ist noch lange nicht verflogen.


AMAZONIA LIGHT aqua soil aus dem Hause ADA als Bodengrund für das Wasserteil.



Möglichst naturnah, ich mag keine vollflächige Laubschicht auf Filtermatte, ich freue mich bereits auf Moose und Teichlebermoose die sich zwischen Steinen und Laub breit machen werden.


Animpfung mit Moosen aus meinen Becken, viel zu früh, aber das mit voller Absicht, um zu demonstrieren welchen Schaden Essigsäure bei den Pflanzen anrichtet.
Ich kann mir den Luxus leisten Pflanzen zu Demonstrationszwecken zu opfern, ich habe so viele Ableger angesetzt dass ich nicht in Bedrängnis komme.


Ich habe ich so viel gelesen und Bilder gesehen von Becken die direkt oder nur wenige Tage nach dem Beflocken bepflanzt wurden, aber ich habe nie Bilder von diesen Becken gesehen Monate nach der Einrichtung.
Ich weiss der Wirkung der Essigsäure auf Pflanzen, sogar auf Pflanzen in Terrarien über dem eigentlich beflockten Becken. Was Essigsäure selbst über den Kammineffekt der Luftansaugung vom Unteren Becken angesaugt im darüber liegenden Becken anrichten kann habe ich mit eigenen Augen gesehen.

Noch mal zum Verständnis, alle Begonien, alle Selaginella im darüber liegenden Terrarium sind glasig geworden und verendet, nur durch die aufsteigende Essigsäure die in den Luftzug gelangte.

Ich werde hier Bilder posten, wie Schwimmpflanzen, Selaginella, Farne und andere Pflanzen nach einigen Tagen aussehen, wenn man die Becken sofort bepflanzt.

Denn Ungeduld ist kein guter Ratgeber,

keine Ungeduld, keine Frustration.
Ich möchte Euch vor schlimmen, manchmal auch teuren Fehlern bewahren, die ich und auch viele Andere aus Ungeduld oder Unwissenheit, bereits begangen haben


Nur kurz zwischenrein, weil ich diesem Thema wirklich keine eigene Rubrik zuordnen möchte......

.......weil ich ständig angeschrieben werde wieviel Silikon man für welche Beckengröße braucht. Für dieses Becken B80xT60xH40cm waren es 6 Kartuschen.


im Vergleich für B70xT50xH70cm stark strukturiert, waren es 10 Kartuschen und 1 Kartusche  Innotec Adheaseal.
Wie man sehr gut sieht, steht der Bedarf in keinerlei Verhältniss zur Größe des Beckens, sondern richtet sich nach strukturierung und Umfang des Interieurs welches zusätzlich beflockt werden muss.

Somit schließe ich dieses Thema gleich wieder, weil ich hier wirklich keinen vernünftigen Rat geben kann, außer kauft genug Kartuschen und gebt den Rest zurück, oder ihr habt den Fachhandel vor der Haustüre und könnt jederzeit eine Kartusche nachkaufen. Wer im Internet kauft und den ortsansässigen Fachhandel umgeht, geht immer volles Risiko und muss notfalls seine Arbeit unterbrechen.
Das ist der Preis den man bezahlt wenn man nur auf Schnäppchen setzt.


Nun möchte ich noch einmal auf die kurz erwähnte Epoxidharzbeschichtung eingehen. Eine Alternativbeschichtung die ich über Jahre in der Fläche getestet und Partiell eingesetzt als ideale Beschichtung für ein Tropen Terrarium befunden habe.
Welche ich immer noch als zwingend für Bachläufe empfehle, alles andere funktioniert auf Dauer nicht wirklich und das Becken versumpft.

Aber dies habe ich ja nun gerade schon behandelt.



Epoxidharz Versiegelung, (niedrigviskos) E45T
  • 2K Epoxidharz Versiegelungssystem
  • Mittelviskos (sirupartig)
  • 45 min Topfzeit
  • Vergilbungsarm
  • Bildet klare und klebfreie Oberflächen
  • Physiologisch unbedenklich
  • Verbrauch ca. 400 g / Quadratmeter
dieses Material habe ich bereits 2005/2006 in meinen Aquarien verwendet,
ich war auch in meinen Terrarien immer sehr zufrieden.
Es lässt sich gut beflocken und mit Farbpulvern färben.
die erste Schicht wird klar aufgetragen und die zweite Schicht kann gefärbt werden, darauf erfolgt eine weitere Schicht auf die dann auch gefärbt, besandet
oder beflockt werden kann.

So lassen sich Felsen und Steine gut nachbilden.

Breddermann schreibt:
Unsere Versiegelungs-Systeme für den Terrarien/Aquarienbereich sind nach dem Grundsatz ausgesucht:
 
„ Was dem Epoxidharzsystem nicht zugesetzt ist, kann auch nicht an die Umgebung abgegeben werden "
 
Die Rohstoffe der für den Terrarien- und Aquarienbereich empfohlenen Systeme basieren daher nur auf Inhaltsstoffen, welche durch Langzeitests auf Eignung geprüft wurden. Die Systeme E45T / E45TM / E25TU / E25TMU sind daher bei Einhaltung der Verarbeitungshinweise nach Aushärtung als physiologisch unbedenklich einzustufen.Wir vertreiben unsere Systeme für den Terrarien- und Aquarienbereich seit 2005 ohne Änderung der Rezeptur. Bei der Entwicklung des Systems war es uns wichtig, nur Rohstoffe zur verwenden, welche in  Liste I der Positivliste (Leitlinie Trinkwasser-Beschichtung) verzeichnet waren.




Epoxidharz ist absolut unbedenklich, hält Wasser und Temperaturschwankungen stand
und ist unverwüstlich.

Die ausgehärtete Oberfläche ist allerdings knochenhart, das anpinnen von Pflanzen ist ohne vorheriges bohren nicht möglich, ein wesentlicher von mir entdeckte Nachteil.
Noch eines, die Beflockung von Epoxidharz brauch nicht mit Moossporen angereichert werden, jedes Material was in feuchtes Epoxidharz eingedrückt wird ist ohnehin totes Material. An sonsten ein wirklich geniales Material um Flelsen Nachzubilden, und um zu verhindern das ein Becken um das Wasserteil herum Versumpft.


ACHTUNG !allerdings sollte das Verhältnis Epoxidharz/Härter präzise eingehalten werden um ein optimales Aushärten zu erreichen, dann hat man mit den Farbpulvern von Breddermann die Möglichkeit Naturnahe Landschaften nachzubilden, die ewig halten und unseren Pfleglingen nicht schaden. Was ich von Zement, Fließenkleber & Co nicht behaupten kann.

https://shop.breddermann-kunstharze.de/Aquaristik-Terraristik/



Kombination aus gefärbten Epoxidharz,
Beflockung mit Torf und Natürlichen Materialien. 













Ein Klick zum Film






























Weitere Beschichtungen:

Ich habe viele Materialien einem
5 Jahre Dauertest unterzogen zwei Fertigmischungen mit Elastopor und Beflockung fertig vermischt im Eimer für viel Geld.

Ich habe Kork und Kokosfaser im Milieu eines tropischen Terrariums getestet und für ungeeignet befunden.

Zum damaligen Zeitpunkt wurde bereits 2K-PU Kleber im feuchtwarmen
Milieu experimentiert. 2K-PU war ein Parkettklebstoff der mit Härter angerührt wurde, der aber damals wegen eines Weichmachers in eben diesem feuchtwarmen Milieu Probleme machte. Beschichtungen lösten sich, Tiere verstarben weil sich Gase bildeten.

Mittlerweile hat sich die Rezeptur grundlegend geändert, das Material gilt als Lebensmittelecht und für Kinderzimmer geeignet, ich habe mittlerweile meine Werkstoffe gefunden und starte deshalb keinen Versuch mit diesem Material weil ich keinen Vorteil gegenüber Aquariumsilikon finde.

Wenn allerdings renommierte Unternehmen wie BensJungle oder dendroshop dieses Material mittlerweile lagernd führen und zur Beschichtung von Terrarien verkaufen scheint es wohl geeignet bzw. uneingeschränkt zu empfehlen zu sein. Über Langzeiterfahrungen, von vier oder mehr Jahren mit der neuen Rezepzur habe ich noch nichts gelesen oder gesehen. Wirklich anschaulich gestaltete Landschaften in neu entstandenen Terrarien habe ich vielfach gesehen und bewundert, aber keine Terrarien die einige Jahre eingelaufen waren. Deshalb will ich außer diese Beschichtungsmethode hier zu erwähnen, mich nicht wirklich weiter dazu äußern.

Auch Elastopur, als Klebstoff angeboten von Rana Terrarienbau oder auch Benjamin Schwarz (BensJungle) gelten als Alternativen zu meiner Beschichtungsvariante.

Einige habe ich ja vor vielen Jahren bereits einem Test unterzogen,
in welchem Maß sich Mischungsverhältnis und Zusammensetzung in den letzten Jahren verändert haben kann ich nicht beurteilen, meine Erkenntnisse habe ich aus damals verfügbaren Fertigmischungen und Werkstoffen gezogen und diese waren ernüchternd.

mehr auf:

https://www.froschmichl.de/Einrichtung-eines-Terrariums.htm



Und nun folgt ein fertig beschichtetes Auftragsbecken
Becken 80x50x80cm

Statt Mangroven, Morkinen, Savannen oder Fingerwurzeln wurden hier beflockte Kunst-Lianen aus Draht verwendet, Die Übergänge von Rückwand auf die künstlichen Wurzeln mit Epoxidharz beschichtet, so habe ich diese Optik erreicht.
Optisch wirklich ein Traum aber bretthart und absolut Wasserabweidend bis auf kleine Akzente mit Hygrolon und Silikon die Bemoosung zulassen, ist nur der Boden aus Torf wirklich feucht. Wie gewünscht so gefertigt, orientiert an einem Terrarium in Asien gefertigt, sollte aber möglichst nicht mit Natur-Materialien bestückt werden sondern alles möglichst künstlich nachgebildet sein, weil Histrionica darin gezüchtet werden sollten und möglichst wenig Keime ins Becken kommen sollten.


Eine Nahaufnahme der künstlichen Liane, die Oberfläche fügt sich ideal in ein beflocktes Becken ein


Die Beschichtung mit Epoxidharz in diesem Becken sowie die Beflockung geht auf die integrierten Kunst-Lianen über somit harmonieren sie perfekt mit der Rückwand wie auch mit den am Boden verwendeten Schwarztorfsoden. Sie sind super stabil, im Gegensatz zu biegsamen Lianen anderer Anbieter, die nach dem zweiten mal biegen bereits brechen und auch relativ lieblos nachgebildet sind. Einziger Wermutstropfen die Fasern, die unnatürlicher nicht wirken könnten, die habe ich zuvor entfernt. Nach Fertigstellung dieses Beckens war bereits der Plan für eines Hochterrariums für mich im Kopf, so begeisterte mich das Endprodukt. Allerdings würde ich für mich mehr mit Silikon beflocken um mehr Feuchtigkeit halten zu können, somit mehr Moose ansiedeln kann.


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Ein anderes Terrarium 70x50x70cm
Das Beflocken ist eine sehr staubige Angelegenheit,


Die tiefe 3D Struktur der Felsrückwand verschlingt Unmengen Aquariumsilikon


Die Beflockung erfolgt nach bewährtem Rezept.
Kokoshumus, Kokosfasern, gemahlenes Xaxim, Pinienrinde, Moossporen, bei 100°C sterilisierte Walderde.




Ein älteres Terrarium 80x50x80cm

Ich habe das Ganze Interieur entkernt und mit Styrodur®, 2K-PU Schaum und Morkinenwurzeln einen ausgewaschenen Steilhang nachempfunden.

EpiWeb® und Hygrolon® sollen als Feuchtigkeitsspeicher für Moose,
Farne und verschiedene Orchideen dienen.

Die normal beflockten Flächen trocknen sehr schnell ab, was wiederum andere Tropischen Pflanzen und viele Orchideen sehr begrüßen.

Hier sollte man sich wirklich über die Bedürftnisse der einzelnen Pflanzen im Klaren sein.



Für die Beflockung stelle ich ein eigenes Gemisch her.

Kokosfasern, Weisstorf, gemahlenes Xaxim und im Fachhandel erhältliche Tropische Erdsubstrate wie Lucky reptile JB-10. Dies alles wird vermischt und mit Moossporen angereichert.

Auf geraden Flächen trage ich schwarzes Aquariumsilikon mit einem Zahnspachtel auf und drücke erst
Pinienrinde größe S/M hinein, dann drücke ich erst die Beflockungs-Mischung auf.

Auf struktutierten Rückwänden wie dieser muss für diese Arbeit ein Pinsel mit harten Borsten herhalten, die zusätlich noch gekürzt werden.

Die Beflockung sollte fest auf das Silikonbett aufgedrückt werden, damit sie auch haftet.


Fertig beflocktes Becken, bereit zur Bepflanzung.
14 eingearbeitete Filmdosen sollten ausreichend Unterschlupf für die Tiere bieten

Die Bodenplatte aus Styrodur ist nach vorne leicht angeschrägt und liegt komplett auf groben Filterschaum gelagert.

Auf diese Styrodurplatte lege ich 4 cm starkes hartes Xaxim als entgültigen Boden.

Die Vorderkante bzw. Sichtkante der Styrodurplatte, die nicht von Xaxim bedeckt wird,
ist wie der Rest des Beckens beflockt.



Dies ist der Boden vor dem Wasserteil nach drei Monaten, der Übergang von Xaxim zum beflockten Styrodur ist nicht mehr sichtbar.

Die Beflockten Seile haben dem feuchten Klima nicht Stand gehalten, also bleibe ich bei Kabelisolierungen und künstlichen Lianen, wenn nicht Echtholz verwendet wird. Das sind die Erfahrungen die man sammelt, egal wie lange man dabei ist, man lernt nie aus.


Terrarium 80x60x120cm

Auch große und ausladende Wurzeln können gut und stabil verklebt werden, aufgrund der Zugkraft an den Verklebungen der weit ausladenden Wurzeln, wähle ich allerdings statt Silikon einen stärkeren Klebstoff.


Innotec Adheseal ist eine einzigartige, dauerhaft elastische Kleb- und Dichtmasse auf MS-Polymerbasis.
Das Produkt ist ideal zum Kleben oder Dichten und bietet eine starke Klebekraft auch auf schwierigen Materialien wie Metall, Kunststoff, Gummi, Glas und (Plexi-) Glas.

Adheseal ist lösungsmittelfrei, so dass die Verklebung oder Abdichtung weder schrumpfen noch reißen kann.
Es gibt keinerlei Ausdunstungen es ist absolut geruchsneutral ein wirklich geniales, jedoch teures Material um Wurzeln zu verkleben.

Diese Dichtungsmasse ist perfekt für dieVerklebung von Wurzeln, weil meist das andrücken schon genügt und die wurzel sich nicht mehr verschiebt.Bei Silikon muss man meist unterbauen um die Klebefläche vom Zug des Gewichtes zu entlasten. 


Innotec Adheseal hat nach Aushärtung nicht die Konsistenz von Silikon, sondern ist deutlich härter, man erreicht eine stabile Klebung die dauerhaft hält.
Auch nachträgliches stabilisieren gelöster Silikonflächen im laufenden Terrarium ist mit diesem Material möglich, da es keinerlei Ausdunstungen gibt, die Tieren und Pflanzen schaden könnten.

Allerdings sollte man die klebenaht direkt beflocken, damit kein Tier durch die Klebefläche läuft.





Nach einem TIP von Katharina Walder
aus der Schweiz fand ich eine günstigere Alternative zu INNOTEC

 

K1 NaturaGart Alleskleber
MS Polymer, dauerelastisch

Kartusche 290 ml
 
 
Dauerelastischer, feuchtigkeitshärtender 1-Komponenten Klebe- und Dichtstoff auf MS-Hybrid-Polymerbasis
getestet und als gleichwertig befunden.
 
  • Einkomponentig
  • Einfache Verarbeitung
  • Lösungsmittel-, isocyanat- und silikonfrei
  • Sehr breites Haftspektrum, auch ohne Primer und Haftvermittler
  • Kann auch auf feuchte Untergründe appliziert werden
  • Nahezu geruchsfrei
  • Anstrichverträglich (auch Nass-in-Nass möglich)
  • Zum Pulver- oder Thermolackieren kurzzeitig bis +200 °C beständig
  • Sehr standfest (thixotrop) bis 40 mm Fugenbreite
  • Korrigierbar
  • Spalt- und rissüberbrückend
  • Schleif- und lackierfähig
  • Dauerelastisch von -40 °C bis +90 °C
  • Hohe mechanische Festigkeit
  • Sehr gute Dichteigenschaften
  • Sehr gute Witterungs- und Alterungsbeständigkeit
  • Gut beständig gegen Wasser, Salzwasser, aliphatische Lösungsmittel, Öle, Fette, verdünnte anorganische Säuren und Alkalien
  • Nicht korrosiv auf den Oberflächen, keine Randzonenverschmutzung und Verfärbung bei Naturstein
  • Korrosionsschützend
  • Schlag- und vibrationsfest (schockabsorbierend)
  •  

 
Technische Daten:
Farbe: schwarz
Verarbeitungstemperatur bei 50 % rf: +5 °C bis +40 °C
Volumenänderung DIN 52451: ca. 5 %
Konsistenz: sehr thixotropisch, standfest
Dichte bei +23 °C: 1,52 +/- 0,03 g/cm³
Hautbildungszeit bei +23 °C, 50 % rf: ca. 5 - 10 Min.
Durchhärtung nach 24 Stunden, +23 °C, 50 % rf: ca. 3 mm
Temperaturbeständigkeit nach Aushärtung: -40 °C bis +90 °C, kurzfristig bis +200 °C
Shore A Härte, DIN 53505, nach 3 Wochen Lagerung bei +23 °C und 50 % rf: 50 +/- 3
Modul bei 100 % Dehnung und +23 °C, DIN 53504 S2, Lagerung 7 Tage bei +23 °C und 50 % rf: ca. 0,9 - 1,0 N/mm²
Zugfestigkeit DIN 53504 S2, Lagerung 7 Tage bei +23 °C und 50 % rf: ca. 2,0 N/mm²
Bruchdehnung DIN 53504: > 400 %

 

hier das gleiche Terrarium zwei Jahre nach der Einrichtung.
Hier kann man gut die Rückwand sehen, die teilweise mit Xaxim und zum Teil mit Vorsprüngen aus Schwarztorf beklebt wurde. Dies war erforderlich, weil die Durchlüftung in meinen Terrarien 80x60x120cm immens ist.
So halte ich die Luftfeuchtigkeit bei 80%.



Hier kann man schon sehen, wie breit die Gazefläche in den Becken ist, was natürlich dem Pflanzenwachstum zu Gute kommt.

mehr auf:


https://www.froschmichl.de/Materialien-f.ue.r-Regenwald-Terrarien.htm