Kleine Regenwald-Biotope

Reparatur im laufenden Becken






Ein
Fauxpas.

Wie eingangs erwähnt, teile ich nicht nur Erfolge, sondern auch Misserfolge mit Euch.
Wie zum Beispiel diesen vom Absturz einer Wurzel die bei mir zum sofortigen Blutsturz führte:





Dies war der Anblick vor dem Absturz der Wurzel
Peperomia prostrata ranken nach unten.


Markgravien, Rhaphidophora alles gut etabliert ummanteln die Wurzel und wachsen eng an der Seitenwand empor 

Epiphyten und Orchideen fest mit der Wurzel verwachsen




Dies ist der der Anblick nach Absturz der Wurzel

Ein wunderschöner Anblick, wenn man morgens an die Terrarien läuft und eine große, ausladende Wurzel die auf einem Meter Höhe zwei Jahre lang gehalten hat, nun auf dem Boden des Terrariums liegt.



Dies bringt doch gleich bereits vor dem ersten Kaffee das Blut mal richtig in Wallung. Wer mich kennt, weiss auch wie sehr. Denn ich bin ein sehr großer Perfektionist und selbst mein schlimmster Kritiker.

 

Nicht nur, dass teure Epiphyten und Orchideen mit der Wurzel hinuntergerissen wurden, sie lagen zum Teil über Nacht im Wasser, was ihnen sicher nicht so gut bekommt. Markgravien, Peperomia prostrata und Rhaphidophora alles gut etabliert, nun mit hinunter gerissen.

 

Ich hatte eigentlich keinen Fehler bei der Anbringung der Wurzel begangen, das Glas wurde zuvor von Fetten befreit und die Wurzel nicht auf die Beflockung sondern direkt auf das Glas geklebt, erst danach wurde drumherum beflockt.

 

Ich hatte die Kräfte die bei einer solch ausladenden und bepflanzen Wurzel auf die silikonnaht zwischen Holz und Glas wirken einfach unterschätzt.

 Vielleicht aber auch die Ausdehnung der Wurzel mit zunehmender Feuchtigkeit, während Glas formstabil bleibt. Ich hätte Innotec nehmen sollen, wie in den neuen Terrarien, da wäre dies nicht passiert.

 

Ich kenne Innotec Adheseal nun schon seit einigen Jahren und habe auch schon Becken zerlegen müssen, in denen ich mit diesem Material geklebt habe, ein unglaublich zähes Material mit ein ein wenig Flexibilität aber unglaublicher Klebekraft.

Herausschneiden oder Abreißen der Wurzeln war selbst mit hohem Kraftaufwand nicht möglich.
Statt dass ich die Wurzel vom Glas lösen konnte, riss die Glasscheibe und so war das Becken hinüber.

Selbst Klingen des Cutter-Messers knallten bei der Zähe des Materials ab.

Die genauen Materialeigenschaften sind hier zu erlesen:

https://www.froschmichl.de/Einrichtung-eines-Terrariums.htm

Genau dieses Material muss mir jetzt bei der Reparatur dieses Beckens helfen.




Mit Silikon nachverkleben ist tödlich für Markgravien und andere Pflanzen, die sehr empfindlich auf Essigsäure reagieren. Ich habe gesehen was Essigsäure mit Pflanzen anrichtet, meine Tiere müsste ich auch evakuieren, auf keinen Fall gehe ich auf Risiko.

Ich gehe den sicheren Weg und zwar mit Adheseal einer dauerhaft elastischen Klebmasse auf MS-Polymerbasis.

Es eignet sich perfekt zum Kleben oder Dichten in laufenden Terrarien und bietet sofort eine einwandfreie Haftung, kein Verrutschen wie mit Silikon.

Es bildet innerhalb kürzester Zeit eine Haut, trocknet schnell und behält eine beeindruckende Elastizität.
Adheseal ist frei von Lösungsmitteln, so dass die Verklebung oder Abdichtung weder schrumpft noch reißt. Dies bedeutet aber auch es gibt keinerlei Ausdunstungen was für uns im laufenden Terrarium wirklich von Vorteil ist.

Mit einer Nylon-Strumpfhose versuche ich das Gewicht aufzufangen, bis der Adheseal Kleber angezogen hat und voll belastbar ist.

Eine Korkplatte stützt den anderen Ausleger der Wurzel, und nun heißt es verhindern, dass Amphibien oder Gekkos in Klebemasse kommen, also beflocke ich rund um die Klebestelle gleich alles um eine Trockene Oberfläche zu haben.

Bei diesen Bildern rege ich mich gerade wieder über meine Nachlässigkeit auf, es ist kein Cent gespart, wenn man Wurzeln statt mit Innotec Adheseal mit Silikon klebt.

Klar kostet eine kleine 50ml Tube so viel wie 310ml Aquariumsilikon aber man sieht, dass man nicht´s spart. Wobei dies bei mir gar nicht Sparsamkeit war.

Das Gewicht der Wurzeln stieg einfach mit den Jahren, weil die Wurzeln mehr und mehr bewuchsen und die Wurzel ansich mit Wasser gesättigt mehr masse hatte als bei der Verklebung und schon überwog die Zugkraft und das Silikon gab nach.

Silikon ist ansich eine reine Dichtmasse und kein Kleber, dessen wurde ich mir hier wieder klar bewusst und deshalb passiert mir persönlich so ein Fauxpas nicht wieder.


Mit diesem Bild noch eine letzte kleine Ohrfeige für mich als Nachschlag und dann schauen wir uns mal das Endprodukt der Reparatur an.



Auch die darunter befindliche Wurzel inclusive
Epiphyten hat zum Glück überlebt.