Kleine Regenwald-Biotope

KRANKHEITEN








Ein Thema welches ich bisher bewusst unangetastet ließ.



Ich bin grundsätzlich der Meinung
dass man die Diagnostik einem Fachmann überlassen sollte.
 
E
in ortsansässiger Amphibien und Reptilien-Veterinär
sollte immer greifbar sein.

Ihn sollte man nicht erst suchen müssen wenn es brennt,
oder wenn man nicht mehr weiter weiß.


Ich selbst lebe in Denzlingen
habe meinen Veterinär also direkt vor Ort.


Auch hier bin ich wiederum verwöhnt.


Freiburg ist eine Universitäts-Stadt
mit 229.144 Einwohnern, Tendenz steigend,
 das halten von Dendrobaten ist bei uns
wirklich keine Attraktion oder Besonderheit.

In Kollnau knapp 12,9Km von mir
ist der Hauptsitz der Firma

Import Export Peter Hoch GmbH
ein Reptilien Importeur
Grosshandel für Terraristik
und Zubehör
Die Firma Lucky Reptile ist wohl jedem in diesem Hobby ein Begriff.



http://www.lucky-reptile.com/
http://www.hoch-rep.com/



Hier könnte ich kranke Tiere oder auch Proben
beim Hauseigenen Veterinär untersuchen lassen.

Wobei dieser eben auch in meinem Heimatort praktiziert
und auch Hausbesuche machen würde.


http://exoten-praxis.de/?page_id=36



Warum also nun plötzlich doch eine Rubrik Krankheiten?


Bisher habe ich in Sachen Krankheiten immer auf die Seite
meines langjährigen Freundes Thorsten Mahne verwiesen.


Die Seite  DENDROKELLER ist jedem ein Begriff gewesen.
Leider ist das Jahr 2020 nicht nur das Jahr
welches vom Corona Virus beherrscht ist.
Sondern es ist das Jahr, in dem Thorsten entschieden hat,
das Hobby welches er so lange erfolgreich und vorbildlich betrieben hat
an den Nagel zu hängen.


Seine Seite enthält die Rubrik Krankheiten bereits nicht mehr
und wird bald ganz offline gehen.

So muss ich versuchen diese Informationskette
wieder zu schließen.

Das Thema Gifte habe ich bereits von Thorsten übernommen
und durch neuere Illustrationen aktualisiert.



Nur muss ich mir jetzt noch klar werden,
welche Krankheitssymptome
ich auf meiner Homepage als erwähnenswert halte.

-Woher ich fehlendes Bildmaterial bekomme.

- Was Thorsten noch greifbar hat um es mir zu senden.

- Viele Freunde anschreiben, denen ich bereits
bei verschiedenen Erkrankungen geholfen habe,
um zu fragen ob sie mir noch Bildmaterial haben.

Natürlich kann ich mich auch eigenen Materiales bedienen,
welches ich in meiner Rubrik Schädlinge und Parasiten habe.

Von Krankheiten blieb ich bisher zum Glück absolut verschont.

Tiere die mir in meiner Anlage verstarben
hatten bereits alle ein stolzes Alter
und waren bis zum letzten Tage absolut unauffällig.
Ein Freund ließ sie für mich im Betrieb untersuchen
und ich bekam die Bestätigung des Veterinärs
dass sie absolut gesund aber altersbedingt verstarben.

Jedenfalls wird man die nächste Zeit auch hier etwas zu lesen finden.

Ob ich mich nun nur dem rechtzeitigen Entdecken
von Erkrankungen widme
oder auch ungefährliche Arten der Diagnostik aufgreife
steht noch nicht fest.

Hier muss ich erst mal in mich gehen.

Sicherlich werde ich einige Möglichkeiten der Naturheilverfahren aufnehmen,
die doch vielfach zu guten Erfolgen geführt hat.
Lasst Euch dahingehend mal überraschen.

Mein größtes Problem an dieser Rubrik
wird es sein, nicht all zu medizinisch
oder fachchinesisch zu werden.

Die Themen nicht zu trocken zu verfassen.



Ich kenne viele Seiten,
da lesen sich die Beschreibungen
der Erkrankungen
wie der Beipack eines Medikamentes.

Wenn man sich durch die Texte
gekämpft hat, weiß man eben so viel,
als vor dem Lesen.

Dieses Problem zu umgehen
und trotz Allem kompetent und sachlich zu sein
dies wird hier meine Herausforderung.

Bevor es nun los geht, möchte ich noch eines zum Besten geben.

Bei mir gibt es das klein Gedruckte zuerst


Ich weise ich darauf hin, dass diese Beiträge nicht dazu anregen sollen, Tiere ohne tierärztliche Diagnose zu behandeln! Es geht mir darum, aus mehreren alternativen Behandlungsmöglichkeiten diejenige zu wählen, die der Erfahrung nach die Beste ist.

Die meisten Medikamente sind ohnehin verschreibungspflichtig.
Daher solltet Ihr auch die Behandlung anstreben, die ein Sachverständiger Veterinär in eurer näheren Umgebung empfiehlt, dieser kann bei nicht anschlagen der Behandlung
auch eine Weiterbehandlung verantworten.





mit einem Mausklick direkt zum Thema



Wurmbefall


Bakterienbefall des Darms


Fehlentwicklungen des Skelettsystems
und der Extremitäten


Hautinfektionen, Hautverletzungen
Pilzbefall



Darmvorfall


Vergiftungen


Albinismus


Naturheilverfahren





Oder einfach durch die Themen scrollen






Eine häufig auftretende Erkrankung
bei Amphibien ist der Wurmbefall
.


Nach Information eines befreundeten Veterinäres
hat jedes unserer Tiere einen geringfügigen Wurmbefall.

Eine prophylaktische Behandlung eines Tieres,
welches jedoch keine
Symptomatik zeigt,
hält er jedoch als unnötige Belastung für das Tier.

Jede medikamentöse Behandlung kostet das Tier Kraft
und geht auch an die Substanz.

Ein Tier welches in der Obhut von Menschen geboren-
und nicht als Wildfang importiert wurde,
sollte ganz normal in
vorübergehende Isolierung
[
Quarantäne] genommen werden.

Dort sollte man es für eine gewisse Zeit
beobachten und füttern.
Wenn das Tier bei optischer Betrachtung keine Auffälligkeiten zeigt
und ganz normal frisst, kann es
in das vorgesehene Terrarium überführt werden.

Stressbedingter Wurmbefall

Stress kann auch bei einem bisher gesunden Tier
einen plötzlichen Anstieg des Wurmbefalls verursachen.

Stress kann zum einen bedingt durch den Transport
zu Börsen und wieder zu uns in die Anlage entstehen.


Aber auch durch einen Überbesatz an Tieren
in einem Terrarium kann großer Stress auftreten.

Aggressionsverhalten, Dominanz und Rivalität
sind in der Terrarien Haltung sind nicht zu unterschätzen.

Als Halter ist es wichtig das Verhalten der Tiere richtig einzuschätzen zu können.

Dies kann nur durch ständige Beobachtung erfolgen.

 Unterdrückte Tiere neigen stets dazu sich zu verstecken.

Wenn sehr dominante aggressive Tiere vorhanden sind,
können diese die Schwächeren auch vom Fressen abhalten,
was zur Abmagerung und letztendlich zum Tode führt.

Die einzige Rettung ist, das unterdrückte Tier von der Gruppe zu trennen

Meistens zeigt sich dann vorerst keine Besserung,
das Tier nimmt meist weiter ab.

Grund hierfür ist ein Wurmbefall,
dem entgegengewirkt werden muss.

Ich stand bereits vor Zuchtanlagen
von 50 Becken und mehr.

In vielen Becken wurden nicht nur Paare [1.1] gehalten,
sondern Zuchtgruppen Tinctorius.

Vielfach kauerte bereits ein einzelnes abgemagertes Weibchen
in einer Ecke oder in einer Wasserschale.

Der Rest der Gruppe stand allerdings gut im Futter.

Es ist ja kein Geheimnis dass die Weibchen in reinen Zuchtanlagen
ohnehin keine hohe Lebenserwartung haben,  
dazu fehlt ihnen einfach auch eine Legepause
in der sie wieder Kraft schöpfen können.

Doch ist bei einer Kombination von mehreren Tinctorius Weibchen sicher,
dass das schwächste Weibchen sicher vorzeitig ableben wird.


Bei tinctorius sind dies die Weibchen.

Bei Pumilios ist eine Vergesellschaftung mehrerer
Männchen unabdinglich auch mit dem Tode eines männlichen Tieres verbunden.

Ganz schlimm ist aber auch eine Überfütterung
von Jungtieren, deren Körper überall mit Futtertieren
wie Springschwänzen übersäht sind.
Diese Tiere sterben meist einen qualvollen Tod.

Auch ein ständiges verändern des

Interieurs im Terrarium

kann ebenfalls Stress verursacht werden.


Würmer können jedoch auch durch die Nahrung aufgenommen werden,
es ist eine ganz schlimme Tatsache,
dass viele Futterlieferanten ihre Erdsubstrate
für Springschwänze und Asseln
mit
Rhabditiden und Nematoden animpfen
um
hier z.B. biologisch gegen Trauermücken vorzugehen,
die die Zucht empfindlich dezimieren würden.





Rhabditiden [
Rhabditida] sind kleine, transparente Würmer
[meromyariane] mit max. 4 Muskelzellen pro Quadrant

Die meisten Arten haben eine Länge zwischen 0,3 und 3 mm. 
Rhabditiden gehören den Fadenwürmern an.
Die meisten Arten sind p
arasitär, also
auf Kosten anderer lebend.
Ist ein Frösch befallen, zeigt sich dies relativ deutlich.

Der Frosch magert rapide ab.

Fallbeispiel I


D.tinc. 'Oyapock' sucht ständig das flache Wasser auf
frisst bei Fütterung normal, magert aber trotzdem ab.



die Kotprobe ergab folgende Diagnose.


 
Das mir zur Verfügung gestellte Video habe ich auf meinen YouTube kanal geladen.
kann durch einen Klick auf folgendes Bild gestartet werden.




Fallbeispiel II

Ein Freund kontaktierte mich,
einer seiner D.t. Azureus
sitze ständig im flachen Wasser
fresse normal, magere aber trotzdem ab.


Meine vorläufige Diagnose eine parasitäre Belastung des Darms.

Ich empfahl aber zur Sicherheit eine Kotprobe einzusenden.


-gesagt getan-

Die Empfehlung des Veterinärs:
Eine Behandlung des adulten Azureus sollte mit Panacur erfolgen
der enthaltene Wirkstoff dieses Medikamentes ist Fenbendazol
damit sollten die angebotenen Drosophila bepuderte werden.

Dosierungsanweisung oral 50 mg/kg (10-30 mg/kg)



Als ich das Bild des Tieres sah,
empfahl ich Sitzbäder vorzunehmen
mit geringerer Dosierung und anderem Medikament.
Von einer hoch dosierten Medikation
in oraler Form riet ich
aufgrund des Zustandes des Tieres ab.

Ich hatte noch Levamisol 3g für Kröten
und ließ nachfragen ob der Veterinär auch Sitzbädern
mit diesem Medikament in gelöster Form zustimmen würde.

Wir bekamen grünes Licht, ich verschickte das Medikament
und der Frosch bekam Zwangsbäder in 1,5cm hohen Wasser.

Zu hoch um dem Wasserbad zu entkommen,
zu niedrig um im Wasserbad zu ertrinken.

Am dritten Tag blieb der Frosch auch ohne Abdeckung
im lauwarmen Wasser sitzen.

Am vierten Tag war er wieder normal aktiv
und suchte das Wasser im Terrarium
bereits nicht mehr auf.


Einen Monat später begann das Aufpäppeln mit Wachsmottenlarven.

Nach zwei Monaten war der Frosch wieder gut im Futter


ebenfalls wirksames Mittel

Concurat-L

Wirkstoff: Levamisolhydrochlorid


Von einem Freund erfolgreich angewendet



Fallbeispiel III

Jungfrosch mit eingefallener Flanke
letzendlich wurde enormer Wurmbefall diagnostiziert
Das Tier erfolgreich behandelt.




Fallbeispiel IV


Fadenwürmer (Nematoda), auch Nematoden

Hier werden die Tiere auf Empfehlung von Exomed
ebenfalls für 10-15 Minuten in ein Bad gesetzt.
( Levamisol 2 mg / ml Wasser )
Dosierung und Wasserstand sollte natürlich der Froschgrösse angepasst sein. Es ist völlig ausreichend, wenn die Tiere bis zum Bauch im Wasser stehen, da die meisten Wirkstoffe
über die Bauchhaut aufgenommen werden.
Bei adulten tinctorius sind das ca. 1,5 cm.

Nach dem Bad werden die Frösche in ein Quarantaenebecken überführt.

Der Boden darin sollte mit einer dicken feuchten Schicht Küchenpapier ausgelegt sein, welche täglich ausgewechselt werden muss. Als Versteckmoeglichkeiten sollten Materialien dienen, die desinfiziert werden können.
Ansonsten sollte das Becken, bis auf eine Wasserschale leer sein.

Um diese Prozedur möglichst stressfrei zu gestalten, stellt man das bereits befüllte Behältnis direkt in das Terrarium mit den Fröschen und wirft einige Drosophila und Springschwänze auf die Wasseroberfläche.

Wenn die Tiere freiwillig das Wasser aufsuchen ist die Behandlung tatsächlich einfach.

Diese Behandlung muss dann auf gleiche Weise nach 14 Tagen wiederholt werden.

Meist fällt eine weitere Kotuntersuchung negativ aus.

Anschliessend kann man die Tiere in ihr ursprüngliches Terrarium zurücksetzen.

Auf jeden Fall muss in der Zwischenzeit der Bodengrund im Terrarium erneuert werden,
um eine Neuinfektion zu vermeiden!


Nematoden im Muskelgewebe eines befallenen
Oophaga pumilio popa im Habitat.
Das Tier zeigt keine Anzeichen von Abmagerung.



 
Fallbeispiel V

Nematodenbefall mehrerer Dendrobaten einer Anlage
Sammelproben ergaben Befall mit Nematoden Rhabdias
Becken mussten alle neu eingerichtet und die Tiere wie folgt behandelt werden.




Fallbeispiel VI
Larven der Dasselfliege im Muskelgewebe eines befallenen
Oophaga pumilio Bastimentos.
Das Tier zeigt keine Anzeichen von Abmagerung.



Darum achtet bitte darauf was ihr verfüttert,
der Verdauungssaft Eurer Pfleglinge ist nicht
agressiv genug um jedes Tier zu töten.
Dendrobates zerkauen ihr Futter auch nicht.
So ist eine Made mit starken Fresswerkzeugen
durchaus in der Lage
sich einen Weg nach außen zu bahnen.

So ist die Goldfliege aufgrund ihrer Größe
ein beliebtes Futter für Laubfrösche oder Phyllobaten.
Die Larve [Pinky Made] hingegen,
würde sich aus dem Darm nach außen fressen.


Larven der Dasselfliege im Muskelgewebe eines befallen


 

Beim ersten Augenschein keine optische Unterscheidung
zu abgemagerten Tieren durch Wurmbefall oder Parasiten erkennbar
ist ein Tier mit Bakterienbefall des Darms.





Hier ein von Bakterien befallener D.t. Azureus
Meist am Boden kauernd und die Hinterbeine angezogen auf den Rücken gepresst, unglaublich abgemagert, die Beine waren nur noch Haut und Knochen.

Eine Kotprobe im Labor begutachtet brachte zum Vorschein, dass sich zum Einen rote und weiße Blutkörperchen im Stuhl befinden, was darauf hindeutet, dass die Darmwände stark angegriffen werden, zum Andern, dass sich der Körper gegen irgend etwas wehren muss.

Nach längerer Suche ist man dann auf sich sehr schnell bewegende Bakterien Teilchen gestoßen.

Diese sogenannten " hochbeweglichen" Bakterienstämme gehören normaleweise nicht ins Tier sondern sitzen nur auf der Haut oder der Umgebung des Terrariums.

Der Frosch wird wahrscheinlich mit Futtertieren zusammen einen Erdklumpen aufgenommen haben auf dem diese sich befanden.

Diese hochbeweglichen Bakterien griffen die Zellwände des Magendarm-Traktes an und absorbierten jegliche Nährstoffe der gefressenen Nahrung.

Der Frosch konnte also vor schmerzen kaum was essen und was er aß kam nicht da an wo es sollte.

Zur Bekämpfung der Bakterien wurde ein Antibiotikum verschrieben. Dieses nennt sich BAYTRIL® . Es wurde zu 0,05% verdünnt und der Rest (also 99,95% der Restflüssigkeit) mit 0,9%ger NaCl-Lösung gemischt.

Dieses Lösung wurde 5 Tage jeden Tag über die Haut vereibreicht, indem man eine Nadellose Spritze aufgezogen und den Tropfen direkt auf die Kopfhaut des frosches geträufelt hat.

Zur Stärkung des Immunsysteems wurde "Bioserin" verabreicht. Dieses Medikament stammt aus der Vogelheilkunde und wird seit Jahrenzur Stärkung erkrankter Tiere verwendet und musste ebenfalls über die Haut verabreicht werden

Das Tier hat sich tatsächlich wieder erholt.

Hier sieht man wieder, dass das Hinzuziehen eines Veterinäres unumgänglich ist.

Denn Aufgrund der optischen Erscheinung,
hätte man auch auf einen Wurmbefall tippen können.
Die Fehldiagnose hätte dem Tier das Leben gekostet.




 

Rachitis [Metabolic Bone Disease]
und
Streichholzbeinchen-Syndrom


Themen, welche mir sehr am Herzen liegen
und welche ich in der Rubrik Futtertiere,
Quappenaufzucht der Ernährung
sogar in der Rubrik Beleuchtung behandelt habe.



Streichholzbeinchen-Syndrom

SLS [spindly leg syndrom]


Als Streichholzbeinchen-Syndrom wird eine Unterentwicklung der Vorderbeine bei  Dendrobatiden und Vertretern anderer Froschlurch-Gattungen bezeichnet.

Den Kaulquappen wachsen ein- oder beidseitig nur unterentwickelte Vorderbeine, die in der Regel einen Landgang verhindern.

Dabei wird von genetischen Ursachen,
Mangelernährung der Kaulquappen,
den Umweltbedingungen wie der Wassertemperatur
und Wasserqualität ausgegangen.

Meinen Erfahrungen nach, lassen sich Streichholzbeine
vor allem durch abwechslungsreiche und vitaminreiche Futterversorgung der Elterntiere,
der Einhaltung von Gelegepausen
und  der Verwendung von Osmosewasser
für die Quappenaufzucht verhindern.


Die Erkrankung führt zu einer Missbildung
der Vorderbeine die klar erkennbar ist.

Die betroffenen Jungfrösche schaffen entweder den Landgang nicht
oder sie nehmen keine Nahrung auf
werden dadurch zwangsläufig verhungern.

Missgebildete Tiere sollten sofort aussortiert werden.

 

Nachfolgend  und Ausschnitte  einige Literaturnachweise
die näher auf mögliche Ursachen dieser Fehlbildung eingehen:
 







Schulte (1980) beschreibt SLS als Phänomen,
das gehäuft in menschlicher Obhut auftritt.
 

Avaros (1981) findet bei Kaw in Französisch - Guyana bei einer Hütte in einem Waldstück 3 Regentonnen mit Kaulquappen von D. tinctorius In der von der Morgensonne bestrahlten Tonne sind alle Kaulquappen normal entwickelt, während in den anderen beiden ausschließlich im Schatten stehenden Tonnen mehrere Kaulquappen mit SLS schwimmen. Dies ist der erste Bericht über SLS in der Natur.
 

Schmidt (1985) sieht zwischen der Dottersack - Blähung und der Ausbildung von SLS einen Zusammenhang und nennt auch eine zu kalte Wassertemperatur in den Aufzuchtbecken als Ursache. Für ihn kommt eine mangelhafte Aufzucht und Ernährung als Ursache nicht in Betracht.  

Zimmermann (1985) vertritt die Meinung, dass nicht genetische Probleme die Ursachen für die Entwicklung von SLS sind.  

Hakvoort (1985) stellt fest, dass es sich bei SLS um eine spezifische Amphibienerkrankung handelt und dass die bei Säugern und Vögeln bekannten Auslöser für ähnliche Abnormitäten bei Amphibien nicht in Frage kommen. 

Glaw (1987) führt die Fehlentwicklung der SLS auf eine mangelhafte Ernährung der Elterntiere zurück. 

Gascon (1987) hält eine mögliche Intoxikation
(= Vergiftung) mit Aluminium für eine mögliche Ursache.
 

Heselhaus (1987) meint, dass SLS nur bei ausgesprochenen Nahrungsspezialisten wie z.B. O. pumilio auftritt und nennt als Ursache die mangelnde Versorgung der Larven. Trotzdem sieht er als Hauptursache eine Anlage an, die die Larven in sich tragen. Diese Anlage zur späteren Missbildung der Nachzuchten scheint sowohl im Alter und Zustand als auch in der Erbmasse und Fortpflanzungsfähigkeit der Elterntiere begründet zu sein. Die Störung tritt seiner Beobachtung nach bereits während der Embryonalentwicklung auf und er konnte in 80% der Fälle eine von ihm als Dottersack - Blähung bezeichnete Fehlentwicklung des Geleges feststellen. 

Krintler (1988) sieht die Hauptursache dieser Fehlentwicklung in der Ernährung und der Haltung der Elterntiere. Schon geringfügiger Futtermangel und schlechte Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, können sich negativ auf die Fortpflanzung auswirken. Er ist auch der Ansicht, dass man versuchen sollte, durch Tausch von Nachzuchten dafür zu sorgen, dass es nach Möglichkeit nicht zu Inzuchten kommt, obwohl er genetische Probleme nicht als Ursache sieht. 

Birkhahn (1991) misst der ausreichenden Vitamin - und Aminosäureabdeckung der Zuchttiere auch eine erhebliche Bedeutung zu. 

Crawshaw (1993) weist histologisch eine Myopathie (= Muskelerkrankung) nach, welche aber die eigentliche Ursache nicht klärt. Er stellt als erster in wissenschaftlichen Kreisen die These auf, dass es sich bei SLS um eine genetische Störung handelt. Er zieht ein Überangebot von Vitaminen als Auslöser in Betracht. 

Zwart (1995) empfiehlt den Zusatz von 40 mg Kalzium/Liter Wasser oder die Verwendung von hartem Leitungswassers zur Haltung von Dendrobatiden – Kaulquap pen. Die Temperatur sollte 24°C nicht überschreiten. 

Wöhrmann (1995) zeigt in histologischen Untersuchungen an in Terrarienhaltung nachgezogenen Dendrobaten mit SLS - Syndrom, dass die Schilddrüse normal entwickelt, die Muskulatur der vorderen Extremität atrophisch (= verkümmert) , das Ellbogengelenk versteift und das Rückenmark teilweise dystrophisch (= fehlwüchsig, degenerativ) ist. Die Störung scheint mit einem Homöobox - Gen (XLHBox1) in Zusammenhang zu stehen und tritt bereits im sich entwickelnden Ei auf.


Mutschmann (1998) ist der Ansicht, dass sich die Erkrankung nicht alleine auf eine Ursache zurückführen lässt. Sie ist mehr das Ergebnis von inneren oder äusseren Störungen während bestimmt er Stadien der Larvalentwicklung. Eine einseitige Ernährung der Larven und eine Vitamin – A - und Vitamin - D3 – Unterversorgung scheinen zumindest bei Dendrobatiden eine häufige Ursache zu sein. Er misst der biologischen Aktivierung des im Futter enthaltenen Pro vitamins über UV - Strahlen der Tiere eine nicht zu unterschätzende Rolle bei. Aufgrund unzureichender Kenntnisse über die Pathogenese hält er fest, dass keine kausale Therapie möglich ist.


Kowalski (2007) verfasst einen ‚Review’ und leitet am ‚American frog day 2008’ den Workshop zu SLS. Hauptdiskussionsthemen sind Stressfaktoren sowohl bei der Haltung der Zuchttiere als auch bei der Kaulquappenaufzucht, defizitäre oder exzessive Ernährung der Frösche und Kaulquappen und deren Folgen, Einfluss von Parasiten spezifisch bei der Einwirkung auf die Beinknospenentwicklung und
Wasserwerte bei der Aufzucht. Seine Lösung zur Eliminierung von SLS ist die Beigabe von B - Komplex Vitaminen ins Kaulquappenfutter. Er bestreitet, dass die Beigabe von Jod ins Aufzuchtwasser  etwas bringt. Folgende Aussagen tauchen in verschiedenen Artikeln auf . 


 DGHT-AG ANUREN VERÖFFENTLICHUNG "elaphe" 1995 MARTIN HABERKERN


Von mehreren Autoren wird festgestellt , dass sich die Kaulquappen von Dendrobaten bei einer Wassertemperatur zwischen 22 - 24°C normal entwickeln, jedoch bei einer Temperatur von 26°C usnahmslos arthrogryphosisch entwickeln.

Mehrfach taucht die Vermutung auf, dass die Ursache der SLS in einer  vorübergehenden Erhöhung der Wassertemperatur über mehrere Stunden während der Inkubation liegt.

Mehrere Autoren erachten es als erwiesen, dass Larven des gleiche
n Geleges zu SLS neigen, wenn sie unter nahezu sterilen Bedingungen aufgezogen werden, während sich die Vergleichstiere normal entwickeln.


SLS tauche bei vielen Züchtern in Wellen auf.
Bei der Kreuzung von Nachzuchten eines Elternpaares über mehrere Generationen tritt die Missbildung verstärkt auf.


Auch in aktuellen Literaturen oder Neuauflagen
nimmt man sich diesem Thema an.


Im Buch Pfeilgiftfrösche Biologie, Haltung, Arten

  Lötters, Jungfer, Henkel Schmidt [2007]
Auf den Seiten 296/298

Gelegentlich lassen sich bei Dendrobatoidea Missbildungen beobachten, deren Ursachen genetisch, mechanisch, ernährungs- oder haltungsbedingt sind. In den in eigener Praxis beobachteten Fällen handelte es sich um Fälle von nicht angelgten Augen, der Ausbildung eines Auges, Verkrümmungen der Wirbelsäule (Torticollis,Skoliose, Kyphose etc.), fehlende Beinanlagen usw. Die wohl bekannteste Missbildung stellen die "Streichholzbeinchen"(engl. spindly leg) dar.
Die Erkrankung trat in Vergangenheit gehäuft bei Nachzuchten auf und führte zu erheblichen Verlusten.
HAKVOORT & GOUDA (1995) schlugen vor, die Erkrankung als "skeletal und muscolar underdevelopment disease" (SMUD) zu klassifizieren. Die Erkrankung äußert sich in Form von Entwicklungsstörungen der Gliedmaßen und tritt während der Metamorphose auf.
Betroffene Tiere besitzen oft einen recht gut entwickelten Körper und gesund erscheinende Hinterextremitäten. Zum Zeitpunkt der Ausbildung der Vordergliedmaßen können die Beine Deformationen erfahren. Die Vorderextremitäten werden entweder nicht ausgebildet oder erscheinen extrem dünn und in ihrer Länge verändert. Falls die Metamorphose überhaupt abgeschlossen wird, verenden die Tiere in der Regel bald danach. Bei der (SMUD) scheint es sich um eine idiopathische oder technopathische Erkrankung zu handeln, dere, Ursachen derzeit noch unklar sind. Berichte über derartige Prozesse in natürlichen Populationen liegen entweder nicht vor oder sind wissenschaftlich nicht exakt dokumentiert.
Zudem sind international nur recht wenige Untersuchungen zu dieser Thematik geführt worden. Selbst histologische Präparate sind nur spärlich vorhanden.
Als mögliche Ursachen werden von BEUTELSCHIESS(1995) ausgeführt

- fehlende UV-Bestrahlung der Elterntiere beziehungsweise der Larven
- falsches Temperaturmanagement
- falscher pH-Wert
- mangelnde Pflege beziehungsweise Ernährungen der Elterntiere
- Kalzium und Aminosäuremangel
- genetische Defekte
- Inzucht
- Dottersackblähung (Entwicklungsstörung des Geleges)

Für den Vollständigen Bericht kauft bitte das Buch,
jede Seite ist ihr Geld wert und so unterstützt ihr die Schriftsteller.


Buchvorstellungen auf meiner Homepage mit einem klick


So schrieb auch das Team von Dendrobatidae Nederland
Remko Stuster, Erik H.Poelman & René Boestein [2017]
Auf den Seiten 164/165 des Buches Gifkikkers

leider nicht deutschsprachig erhältlich
daher von mir übersetzt.

  Die Entstehung von Missbildungen kann je nach Lebensphase eine Vielzahl
 von Ursachen haben.  Probleme treten sowohl im Embryonal-
als auch im Larvenstadium sowie bei heranwachsenden und erwachsenen Tieren auf.

Embryonale Missbildungen während der Eizellenentwicklung sind häufig,
genetische Defekte sind häufige Ursachen.
Dies führt zu unterschiedlichsten Missbildungen,
die in vielen Fällen frühzeitig zum Tod führen.

Es gibt kein Mittel diese Art der Krankheit zu heilen,
außer der Verhinderung von Inzucht.

Im Allgemeinen sind jedoch höchstens einige Eier eines Geleges
von genetischen Defekten betroffen sind......

 Heranwachsende und erwachsene Tiere zeigen häufig metabolische Knochenerkrankungen 
verursacht durch unsachgemäßen Kalziumstoffwechsel.
Überschüssiges Kalzium und Vitamin D3 können schädliche Hyperkalzämie verursachen
 [zu viel Kalzium im Blut] und führen zur Mineralisierung des Gewebes.

Metabolische Knochenerkrankungen können auch durch einen Mangel
an resorbierbarem Kalzium entstehen, falsches Verhältnis von Kalzium und Phosphor,
 zu niedriger Kalziumgehalt der Futtertiere zu viel bis zu wenig - Virtamin D3

oder ein Mangel an UVB-Licht.
Dies äußert sich beispielsweise in
einer unzureichenden Mineralisierung der Knochen,
deformierter Wirbelsäule
 und Beine deformierte Knochen und der Extremitäten.



Wie oben bereits erwähnt sind dies nur einige Ausschnitte der Abhandlungen aus der Literatur
sich hier mehr belesen möchte muss sich wohl der Papierform bedienen
denn es hier gibt keine online Leseproben, paper white oder Kindl-Versionen.



SLS tritt nicht nur unter Terrarienbedingungen auf,  sondern wurde auch schon in
den natürlichen Lebensräumen beobachtet, so bei einer nicht genannten Froschart in
Equador (Divossen), D. auratus in Costa Rica (Haberkern), D. tinctorius in Französisch-
Guyana (Avaros) und O. histrionica in Kolumbien (Neuhaus)
 





Nun aber ein paar Bilddokumente der metabolischen Stoffwechselerkrankung.

SLS [spindly leg syndrom]
Streichholzbeinchen Syndrom (SBS)

  


Eine Quappe die bereits in der Entwicklung
der Hinterbeine Mißbildungen zeigt.
 

Eine Ranitomeya Quappe bereits kurz vor Landgang
Fehlende linke Extremität.



Ein Ranitomeya Landgänger mit verkümmerten Extremitäten.


Nicht überlebensfähiger Oophaga Pumilio
mit verkümmerten Extremitäten.
Nicht überlebensfähiger Oophaga Pumilio
Fehlende linke Extremität verkümmerte rechte Extremität.


Nicht überlebensfähiger Phyllobates
verkümmerte hintere Extremitäten.

 

Rachitis [Metabolic Bone Disease]



Anblicke auf die ich gerne verzichten würde.
Ein gnadenlos unterversorgtes Tier.






Dendrobates Leucomela
stark von Rachitis gezeichnetes Tier



um es aus Medizinischer sicht darzustellen:

Rachitis (Metabolic Bone Disease)

Metabolische Knochenerkrankung, Osteomalazie, Renale Osteodystrophie, Sekundärer Hyperparathyreoidismus.
Verschiedene Faktoren können den Kalziumstoffwechsel stören und so zu einer Mineralisierungsstörung des Skelettsystems führen. Dabei kommt es durch Veränderungen der Knochenzusammensetzung zu einer verminderten Knochendichte. Diese Störung tritt sehr häufig bei in gefangenschaft aufwachsenden Jungtieren auf, schnell wachsenden Reptilien und Tiere während der Gravidität.


Metabolische Stoffwechselstörungen entstehen vor allem durch Vitamin D3-Mangel, Kalzium-Unterversorgung und Nahrung mit ungünstigem Kalzium-Phosphor-Verhältnis. Aufgrund eines hohen Vitamin- und Mineralstoffbedarfs sind Jungtiere und Tiere im Wachstum besonders gefährdet. Hier spricht man von Rachitis. Erkranken adulte Tiere, spricht man von Osteomalazie. Als sekundärer Hyperparathyreoidismus wird eine durch Fehlernährung oder Nierenerkrankung hervorgerufene reaktive Überfunktion der Nebenschilddrüse bezeichnet, die eine Entmineralisierung der Knochen und erhöhte Freisetzung von Kalzium nach sich zieht.

Vitamin D3-Mangel
Vitamin D3 erfüllt eine wichtige Funktion beim Einbau von Kalzium in den Knochen. Der Organismus kann es selbst bilden, benötigt dazu jedoch UVB-Strahlung, die von natürlichem Sonnenlicht oder geeigneten UV-Lampen emittiert wird. Bei ungenügender UVB-Bestrahlung entsteht ein Vitamin D3-Mangel. Dieser hat zur Folge, dass dem Skelettsystem zu wenig Kalzium zugeführt wird. Dadurch verlieren die Knochen an Stabilität, werden weich und biegsam. So entstehen an besonders beanspruchten Stellen wie Unterkiefer, Oberschenkel, Rückgrat oder Panzer rachitische Verformungen und Missbildungen.

Das wohl meist diskutierte Thema
ist die UV-Beleuchtung.
Benötigen unsere Tiere nun UV oder nicht?!

Ich bin der Überzeugung sie benötigen bereits in der Entwicklungsphase
als Quappe eine wöchentliche Dosis UV.
 
Ich habe Tiere gesehen die körperlich jenseits von gut und böse waren.
 
Die Tiere bekamen weder Vitaminzusätze mit dem Futter verabreicht,
noch wurden sie mit UV bestrahlt.
 
Meist Tiere aus großen Zuchtanlagen,
in welchen Quantität über Qualität steht.
 
Gerade im Wachstum haben die Tiere einen irrsinns Stoffwechsel und brauchen Vitamine, eine Drosophila aus dem verbrauchten Fliegenbrei ernährt ist nichts als eine leere Hülle und trägt null zur Entwichlung des Tieres bei.
 
Durch Anfütterung der Drosos mit Vitaminbrei, kurz vor der Verfütterung erfüllt man schon ein gutes Stück Verantwortung gegenüber dem Schützling.
Wenn man dann einmal die Woche nach meinen Anweisungen mit UV bestrahlt,
beugt man Fehlbildungen im Skelettsystem der Tiere vor.

Vitamin D ist mitverantwortlich für die Einlagerung von Calcium in die Knochen.
Ein Mangel führt vor allem bei heranwachsenden Amphibien zur Knochenerweichung,
der Rachitis, bei adulten Tieren wird diese Krankheit als Osteomalazie bezeichnet.

Doch VORSICHT!!! Bei einer zu hohen Vitamin D Zufuhr
(ab dem fünf bis zehnfachen der Tagesdosis)
kommt es bei den Tieren zu Calciumeinlagerung in das Gewebe
und Entmineralisierung der Knochen.

Weshalb Vitamin-Präparate, wie auch die Bestrahlung mit UV
nicht kontinuierlich verabreicht werden sollten.
 Deshalb halte ich überhaupt nicht's von den Kombinations-Leuchten LED-Tageslicht und UV





Bakterielle Hautinfektion Dendrobates Azureus.
Symptome: Matte transparente und verblasste Haut [Stirn],
offene Stellen bzw. Lochfraß.

Hier sollte unbedingt ein sachverständiger Veterinär hinzugezogen werden.

Abstriche der Haut sind unumgänglich.

 

Bakterielle Hautinfektion Phyllobates terribilis
auffällig verfärbte verblasste Hautstellen.
Hier sollte unbedingt ein sachverständiger Veterinär hinzugezogen werden.

Abstrich der Haut ist unumgänglich.



Bakterielle Hautinfektion
Dendrobates Tinctorius
Matte trockene und verblasste Haut.

Hier sollte unbedingt ein sachverständiger Veterinär hinzugezogen werden.
Abstriche der Haut sind unumgänglich.


Bakterielle Hautinfektion Dendrobates Azureus Jungtier.
Symptome: geschwollene transparente Hautstelle

Hier sollte unbedingt ein sachverständiger Veterinär hinzugezogen werden.

Abstrich der Haut ist unumgänglich.


Ich habe zeitweilig gelesen dass
Tiere die diese Symptomatik aufzeigten, isoliert gehalten-
und mit
Baytril® behandelt wurden.

Dieses Medikament hat eigentlich einen ganz anderes Anwendungsgebiet.

Baytril® wird hauptsächlich zur Therapie von Infektionen, verursacht durch Baytril-empfindliche gramnegative und grampositive Bakterien (E. coli, Salmonella spp., Pasteurella spp., Haemophilus spp. und Staphylokokken) eingesetzt. 

In einigen Fällen soll die Therapie mit diesem Medikament erfolgreich angeschlagen haben.

Es sollte jedoch auf alle Fälle ein Veterinär hinzugezogen werden.
Eine Verabreichung dieses Medikamentes
muss auf das zu behandelnde Tier berechnet werden.



 

 Sollte gar ein agressiverer Pilz diagnostiziert werden,
eventuell sogar Chytrid


muss der gesamte Bestand mit einem Antimykotikum, wie z.B. Itrafungol (Wirkstoff: Itraconazol) behandelt werden. Die Behandlung erfolgt täglich in Form eines 10 bis 15-minütigen Intensivbades oder eines Dauerbades mit geringerer Konzentration. Die Behandlungsdauer beträgt 8 bis 10 Tage. Alternative Behandlungsmethoden sind Dauerbäder mit Chloramphenicol oder Intensivbäder mit Lamisil.






Entsprechende Dosierungs- bzw. Konzentrationsangaben erhält man vom Untersuchungslabor und/oder vom Tierarzt. Das Medikament Itrafungol ist verschreibungspflichtig,d.h., nicht frei verkäuflich, und deshalb nur beim Tierarzt oder auf Rezept in der Apotheke erhältlich.




Dendrobates auratus ”Pena Blanca”
damals ein Wirt für ein neuartigen Pilz


Mit Import dieser Tiere verbreitete sich ein sehr agressiver Pilz,
der gepaart mit einem Lochfraß auftrat.

Für viele die diese unglaublich schönen und großen
Auraten ohne Quarantäne in Ihre Anlage setzten,
endete dies mit einer großen Epidemie.

Ich habe in Würth eine unglaublich schöne Anlage besichtigt
als ich von der Börse Hamm Richtung Heimat gefahren bin.

8 Becken gebaut von Rana Terrarienbau mit Größen von 100x80x80cm.
Hochwertig eingerichtet und mit Xaxim beplankt.

Wirklich eine traumhafte Anlage
mit unglaublich schönen und groß gewachsenen Tinctorius.

An der Wand gegenüber eine Anlage mit 10x 60er Würfel

In diese Anlage kamen nach Hamm überstürzt zwei Paare
Auratus pena blanca [Wildfang Import].

Ein halbes Jahr später waren 30 Tiere verschiedener Morphe
an Pilz und Lochfraß erkrankt.


Der gesamte Bestand sollte mit Antimykotikum, Itrafungol (Wirkstoff: Itraconazol) behandelt werden.

Die Behandlung erfolgte täglich in Form eines 10 bis 15-minütigen Intensivbades oder eines Dauerbades mit geringerer Konzentration.

Leider konnte ein Großteil der erkrankten Tiere nicht mehr gerettet werden.

Leider hatte ich die Bilder nur auf meinem alten Handy gespeichert,
welches das zeitliche segnete.
Kann Euch daher leider keine Bilder dieser Erkrankung liefern.

Aber die Löcher im Schädel die sich durch den Knochen fraßen, wie die offenen Stellen am ganzen Körper wären ohnehin nicht´s für schwache Nerven.

Seine Terrarien hätten alle entkernt,
desinfiziert und neu eigerichtet werden müssen.

Ein Grund für Markus sein Hobby an den Nagel zu hängen.



Ihm folgten noch einige 'Froschler', die sich durch Fahrlässigkeit
ihren gesamten Tierbestand infizierten.
Daher rate ich jedem ein Quarantänebecken einzurichten,
welches in einem anderen Raum platziert wird.


 


  Transportverletzungen

Transportbedingte Hautläsionen sind Eintrittspforten für Infektionen
und sind umgehend antibiotisch zu versorgen




Symptomatik:
Graue Flecken auf der Haut.
Frosch frißt normal. Keine weiteren Symptome.
Diagnose: Vermutete bakterielle Infektion.

Behandlung:
Die Wunde wurde jeden zweiten Tag mit
NOVIFORM 1% Augensalbe
behandelt.
(Wirkstoff: Bibrocathol/Erhältlich in jeder Apotheke) 

Zu diesem Zweck wurde ein Wattestäbchen mit der Salbe eingeschmiert und die betroffene Stelle betupft.

Erfolg:

Nach ca 4 Behandlungen war die Wunde deutlich kleiner, nach ca. 2 Wochen war fast nichts mehr zu sehen.

Es konnten keine weiteren Beeinträchtigungen erkannt werden.

Bemerkungen:
Eventuell sind die grauen Flecken auf eine zu feuchte Haltung zurückzuführen.

Meist handelt es sich nur um verletzte Haut,
die an scharfen oder kantigen Gegenständen
angeritzt oder aufgeschürft wurde.
Alternativ hilft hier auch Steurer Nasensalbe
oder Bepanthen Augen und Nasensalbe.
 



Diese Nasenverletzungen sind typisch für
Tiere die gesund und kräftig sind.
Und versuchen den Deckel einer Verkaufsdose aufzudrücken.
Eine Typische Transportverletzung.

Die Therapie sollte mit einer Augen und Nasensalbe
erfolgen, damit die Wunde nicht vernarbt.




Symptomatik
Rosafarbene bis bräunliche Ausstülpung im Kloakenbereich
Häufig Schonhaltung bzw. Schongang mit aufgestellten Hinterbeinen. Vielfach dauerhaftes sitzen in flachen Wasser.


Ursache
Die häufigste Ursache ist ein loses Bodensubstrat,
wie zum Beispiel
Lucky Reptile Jungle Bedding
oder andere auf Humus und Erde basierende Substrate.

Hier wird angepriesen, dass diese Substrate strukturstabil seien-
über eine exzellente Wasserspeicherfähigkeit verfügen würden-
und dass diese Bodengründe einen pH-Wert von ungefähr 5,5 bis 6,5 garantieren.
Damit entsprächen die Werte der Laubstreu-Schicht im tropischen Regenwald .

All diese Aussagen mögen ja der Realität ensprechen.
Doch sind diese feinen und lockeren Substrate eher für
Spinnen, Skorpione, Achatschnecken Hundertfüssler oder Käfer geeignet,
für
Pyxicephalus[Grabfrösche] aber keinesfalls für Dendrobaten !!!!




Dendrobatidae visualisieren ihre Beute über Bewegungen,
leblose Futtertiere werden erst gar nicht wargenommen.

Die Beute wird durch schnelles herausschnallen der klebrigen Zunge
zielgenau erfasst und unzerkaut verschluckt.








Dies verursacht ein schnalzendes Geräusch,
welches die Artgenossen einer Gruppe auf den Plan ruft,
denn dieses schnalzen bedeutet es gibt etwas zu fressen.

Sitzt die Beute auf losem Substrat, klebt dieses samt Futter an der Zunge.
Grobere Stücke, wie Sphagnum oder kleine Pinienstücke werden mit Vorder-
oder sogar den Hinterläufen vom Mund abgestreift.



Feiner Sand oder Erde wird mit der Nahrung aufgenommen.
Da Erdsubstrate von der Magensäure nicht zersetzt werden,
führt dies zwangsläufig zu einer Verstopfung des Darms.

Ich kann und will nicht verstehen, wie man eine Literdose Springschwänze in ein Terrarium stellen kann aus der die Frösche dann die Springschwänze sammeln.

Es gibt so unzählige Möglichkeiten Springschwänze von der Erde zu selektieren,
die ich hier nicht alle aufzählen werde.

Einige habe ich in der Rubrik Futter auf meiner Homepage aufgezeigt
,
andere findet man im World wide Web.

Jede, aber wirklich jede Möglichkeit ist besser als die Dose
mit Substrat ins Terrarium zu stellen.

Die Schmerzen und Qualen die die Tiere bei einem Darmvorfall durchleben sind grauenhaft.

Warum sollte ein gewissenhafter Tierhalter ein solches Risiko in Kauf nehmen
nur um sich etwas Zeit zu sparen.



Hier ein Beispiel eines Azureus, welcher sichtbar an einer Darmverstopfung leidet und dessen Hinterbeine vor Schmerzen anzieht. Die Haltung der hinteren Extremitäten ist mehr als unüblich und sollte bereits Anlass geben hier sofort einen Veterinär aufzusuchen.
Die betroffene Person lieferte mir in einem Bild gleichzeitig die Ursache der Symptomatik, denn gelöster Kokoshumus hat im Terrarium eines Dendrobaten nichts verloren.


Aber auch der Bohnenkäfer
der eine Abwechslung auf dem Speiseplan für Terrarientiere sein sollte.

Mit seinen ca. 4mm war er durchaus ein ideales kleines Futter. Gezogen wurden und werden sie auf Schwarzaugenbohnen und sind da auch leicht zu vermehren.

Allerdings sind diese Käfer aufgrund ihres harten Panzers nicht für alle Terrarientiere geeignet. So auch für unsere Dendrobaten, die Ihr Futter nicht zerkauen,
sondern im ganzen verschlucken.

Ich war von Anfang an skeptisch,
als ich sie vor vielen Jahren auf der Reptilia in Karlsruhe auf dem Tisch sah.

Andere wiederum griffen begeistert vom Preis der Tiere und auch eines großen Gebindes an Zuchtbohnen zu.

Alle, wirklich alle klagten nach kurzer Zeit über ein merkwürdiges Verhalten ihrer Amphibien.

Häufig konnte man Würgereize erkennen oder regungslos im Wasser sitzende Tiere.

Dann traten verstärkt Darmverschlüsse und Darmvorfälle bei Ihren Tieren auf.



Behandlung

Um ein Abschwellen zu erleichtern, wird das vorgefallene Organ gründlich mit kaltem Wasser, besser noch mit Kochsalzlösung gereinigt.

Dann folgt
ein 90-minütiges Sitzbad in gesättigter Zuckerlösung. Anschließend kann eine vorsichtige Repositionierung mittels Gleitgel und Wattestäbchen versucht werden.

Manch alter Hase schwört auch auf einstäuben der
Ausstülpung mit Puderzucker.
Hierbei soll sich die
Ausstülpung zusammenziehen
und das schmerzhafte repositionieren mittels Wattestab entfällt.

Zieht sich das vorgefallene Organ nach dieser Behandlung nicht von selbst zurück, sollte man schnellstmöglich einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen.

Ohne Behandlung besteht die Gefahr einer Austrocknung
oder Infektion.

Nach der Behandlung sollte das Tier in einem
Desinfizierten behälter oder Quarantänebecken
auf feuchten Küchenpapier gehalten werden.

Die Kloake sollte danach 1x täglich
mit einem Wundschutz durch Octenisept®-Gel
versehen werden.

Dieses legt einen feinen Schutzfilm über die betroffene Stelle und schützt sie dadurch vor Keimen.



Dendrobates auratus mit sichtbarem Darmvorfall


Oophaga Pumilio mit sichtbarem Darmvorfall


Dendrobates tinctorius mit sichtbarem Darmvorfall
Illustration aus einem Vortrag von Martin Haberkern 2011


https://www.tinctorius.ch/fileadmin/PDF/Darmvorfall.pdf




Matte dunkle Haut das Tier sitzt ständig im flachen Wasser
frisst normal, magert nicht ab.

Ich habe diesen Fall einmal bei einem Freund erlebt,
der zuvor Blattläuse von Holundersträuchen verfüttert hat.
Das Tier wurde fast schwarz.

Sonst konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden.

Das Tier erhielt erst nach einem viertel Jahr
wieder seine ursprüngliche Farbgebung

Hier sollte auch ein Veterinär hinzugezogen werden.





Überdosierung von Vitaminpräperaten
ebenfalls eine Vergiftung des Körpers.

Symptomatik:
 Langsame unkoordinierte Bewegungen der Tiere,
verlangsamte Reaktionen bei der Jagt auf Futtertiere.
Apathie, Schockkrämpfe, seitliches abkippen bei Sprüngen.
Seitliches abliegen oder gar auf den Rücken und krampfen.



Schockkrampf Oophaga pumilio

Ein schlimmer Trugschluss ist die Meinung,
man müsse jeder Fütterung Vitamin A und Kalcium zufügen.

Auf eine UV Bestrahlung der Tiere wird aber verzichtet.

Hier entsteht zwangsläufig ein starker Vitamin D3 Mangel

Die Präperate die hier täglich angewendet werden
sind sicherlich bei Akuten Symptomen angebracht.

Allerdings würde ich sie nicht prophylaktisch anwenden.
Calcium und Vitamin A kann man sehr leicht überdosieren.

Eine Überdosierung von Calcium geht auf das Herz.
Das sollte eigentlich auch in der Beschreibung des Medikaments stehen.

Man sollte seine Tiere lieber abwechslungsreich zu ernähren.

Wirkungsvolle Vitaminpulver wie Amivit A (nach Birkhahn)
oder Herpetal Amphib
nur wirklich jede dritte Fütterung
oder ein mal die Woche verwenden.

Wichtig hierbei ist hierbei eine UV Bestrahlung
1-2x pro Woche aus ca 80 cm Abstand
für 10 Minuten mit einer Osram Vitalux.

Diese Bestrahlung ins offene Becken
regt die Vitamin D3 Synthese an und D3 sorgt dafür,
dass Kalzium überhaupt verwertet werden kann.

Damit dürften diese Krämpfe der Vergangenheit angehören.

Vitamin D3 ist mit für den Kalziumhaushalt verantwortlich
Eine zu niedrige D3-Konzentration
(z.B. durch fehlende UV-Bestrahlung)
ruft die berüchtigte Rachitis hervor.

Als "Vorstufe" kommt es zu einem niedrigen Kalzium im Blut,
was die obigen Symptome (Krämpfe) hervorrufen kann.

Ursache ist hier, dass Calcium für die Stabilisierung der Nervenzellen verantwortlich ist. Bei einer zu geringen Kalziumkonzentration kommt es zu einer "Hypersensibilität" der Nerven sprich einer zu starken Nervenreaktion.

Der Krampf als solcher ist die Folge.

Beim Füttern oder bei Stress kann dieses Symptom verstärkt vorkommen.

Akuttherapie hier ist die Kalziumgabe
diese sollte aber mit einem Veterinär abgestimmt werden.

In Maßen verabreichtes Vitamin D3 und Kalzium sollte solchen Erscheinungen vorbeugen, allerdings kann auch hier ein Zuviel für Probleme sorgen. Vitamin D ist fettlöslich, wird also vom Körper gespeichert.
Besser ist es wirklich, den Tieren UV zukommen zu lassen.


https://www.froschmichl.de/UV-im-Terrarium.htm








(lat. albus=weiss)

Als albinistische oder albinotische Tiere bezeichnet man Exemplare mit einer teilweisen oder vollständigen Störung / dem Fehlen der Melanine (Farbpigmente) in der Haut und den Augen. Betroffene Dendrobaten sind oft sehr licht- und noch mehr - UV-empfindlich.

Eine eigentliche Fehlbildung die in unserem Falle
die Tiere sogar zu etwas besonderen macht.

Ranitomeya missing black
liegen preislich deutlich höher
als das gesunde Pendant des gleichen Morphes.

Echte Albinos habe ich noch nie
auf einer Börse gesehen.
Die werden wohl entweder gar nicht
oder unter der Hand verkauft.



Ranitomeya fantastica "Varadero" albino






Dendrobates tinctorius cobalt albino


Dendrobates tinctorius cobalt albino



 

Dendrobates auratus 'karibik' albino









Häutungsprobleme Dendrobates

Zuerst sollte man sich Gedanken machen, woher die Häutungsprobleme rühren.

Hat man die letzten Tage irgendwelche Veränderungen am Terrarium vorgenommen?

Hat man versehendlich beim Einbringen bestäubter Futtertiere,
Vitaminpulver über die Frösche gestäubt.

Hält man die Tiere grundsätzlich in zu feuchter Umgebung?

Da sich Frösche jeden Tag häuten, sollte am nächsten Tag
keine gewellte Haut mehr sehen sein.

Denn morgens zieht der Frosch die alte
mit seinen Beinen ab und frisst sie restlos auf.




Wer dies noch nie gesehen hat, hier
mein Tinctorius La Fumèe Weibchen beim Häuten.



Ameerega silverstonei beim verspeisen der alten Haut

Sollte die gewellte Haut am nächsten Tag immer noch sichtbar sein,
scheint die Haut eingetrocknet
und dadurch aus eigener Kraft nicht abzuziehen zu sein.

Es gibt nun zwei verschiedene Möglichkeiten dem Frösch zu helfen.

Die eine ist die Möglichkeit dem Frosch lauwarmes mit
Kamillosan-Konzentrat oder Kamillentee angereichertes Wasser zur Verfügung zu stellen in dem er baden kann.

Die zweite Möglichkeit ist es, ein Wasserteil anzubieten
in welchem das Wasser mit
Heilerde angereichert ist.
Ein nicht unbedingt schöner Anblick,
doch die Prozedur wird von Tieren komischerweise dankbar angenommen.
Ich warte noch auf Bilder, aber ich habe bei telefonaten erfahren, dass Histrionica, Pumilio wie Tinctorius das Bad genossen- und braun wie eine suhlende Sau durch das Terrarium gesprungen sind.

Heilerde ist ein Pulver, welches aus eiszeitlichen Lößablagerungen gewonnen und für verschiedene Anwendungen verarbeitet wird. Es wird meist mit kaltem Wasser verrührt angewandt bzw. eingenommen. Medizinisch gesehen handelt es sich bei Heilerde um ein freiverkäufliches Arzneimittel mit antiacider Wirkung.

Beide Anwendungen brachten bereits Erfolge
in manchen Fällen musste die Haut nach dem Bad
vorsichtig mit einem QTip entfernent werden.

Viele Züchter der Histrionicus Szene bieten alternativ zur Wasserschale ein Matschbad aus
Heilerde an. Und siehe da, die Tiere nutzen diese Glegegenheit instinktiv aus.
The proof that my red lehmanni has taken a clay bath.
Der Beweis, dass mein roter Lehmanni ein Ton-Bad genommen hat.

Ein matschiger Fußabdruck auf einer Wurzel.




Auch herunterladbare Dateien im pdf Format
[
Portable Document Format]
von Vorträgen meines geschätzten Freundes Martin Haberkern oder seine Homepage www.tinctorius.ch
bieten einen großen Einblick in das Thema Froschkrankheiten.