Kleine Regenwald-Biotope

Raumklima Luftentfeuchter Schimmelbekämpfung




Ein Thema welches man nicht unterbewerten sollte,
ob man nun der Aquaristik oder der Regenwald-Terraristik zugewandt ist.

Was zuerst einer
gesunden Raumfeuchte nahe kommt, entwickelt sich schnell zur Gefahr dass sich Schimmelsporen ansiedeln.
Gerade bei Froschräumen mit großen Anlagen über 10 Becken.

Man bedenke, welche Unmengen Wasser unsere Beregnungsanlagen in die Becken blasen.

Nicht alles Wasser verlässt das Terrarium durch die Ablaufbohrung im Wasserteil,
soweit überhaupt vorhanden.


Sehr viel Wasser verdunstet, und verlässt das Becken durch die obere Lüftungsgaze, zusammen mit dem durch den Kamineffekt erzeugten Luftstrom.

Nun haben wir die feuchte Luft im "Froschraum"
und da sollte sie möglichst nicht verbleiben.

Der Idealfall wäre eine Kernbohrung in der Außenwand und ein elektrisch unterstütztes Abluftsystem, welches per Zeitschaltuhr geregelt ist.

Wie gesagt "der Idealfall" welcher nur den Besitzern eines Eigenheimes möglich ist.

Hier können Flachkanäle verlegt werden, die die feuchte Luft vom Lichtkasten der Terrarien absaugen und mittels eines Wandanschlusses technisch unterstützt nach außen ableiten.



Die Technik gleicht der einer Dunstabzugshaube.

Hier gibt es leistungsfähige Motoren, die eine sehr geringe dB Zahl haben,
fast nicht hörbar sind und dabei trotzdem einen ordentlichen Luftdurchsatz haben.




Die meisten von uns kommen leider nicht in den Genuss überhaupt über eine solche Lösung nachzudenken zu können, weil bauliche Veränderungen in Mietwohnungen nicht genehmigt werden, vor allem wenn sie auch noch die Außenfassade betreffen, welche von einer Eigentümergemeinschaft abgesegnet werden muss.

Da wird es bereits bei einer Eigentumswohnung schwierig.

Deshalb möchte ich diese Variante nicht unerwähnt lassen,
aber auch nicht bis ins letzte Detail darauf eingehen müssen.


Die sparsamste Möglichkeit, der Raumluft die Feuchtigkeit zu entziehen
sind Salz-Raumentfeuchter.



Natürlich sind diese nur effektiv, wenn sie in kleinen Räumen angewandt werden.

Wobei die verwendeten Salze auch eine gewisse Reaktionszeit haben,
die Feuchtigkeit nur sehr langsam abgebaut wird.

Eine Auffangbox mit 2 Liter Fassungsvermögen wird kaum einen 50m² Raum entfeuchten können, da muss man entweder mit mehreren dieser Boxen arbeiten oder doch auf elektrisch unterstützte Entfeuchter zurückgreifen.


Bevor ich nun auf die von mir angewandten Techniken eingehe, möchte ich darauf hinweisen, dass egal welche technischen Hilfsmittel auch angewandt werden,

ein Durchlüften der Räume mittels Fenster unumgänglich ist.

Ich reiße 3-4 mal täglich alle Fenster auf und erzeuge richtig Durchzug.

Und dies Sommer wie Winter.

Nur so wird auch verbrauchte Luft abtransportiert.


Aber nun zu meiner, für mich optimalen Lösung

Im Terrarien bzw. Froschraum laufen rund um die Uhr zwei Gewächshauslüfter, die einen verschwindend geringen Verbrauch und aufgrund geringer Drehzahlen, so gut wie gar keine Geräuschentwicklung haben.




Falls ich in meinem hohen Alter auch mal die Existenz dieser Lüfter vergesse und oben an der Elektronik meiner Terras bastel......

mich dann beim zurückgehen ein Flügel unsanft
mit einem leichten Klaps auf meinen Hinterkopf an deren Existenz erinnert.

Es passiert mir nicht's, denn die Flügel sind aus weichem Material und die Motoren aus Sicherheitsgründen mit Rutschkupplungen versehen.




Ich betreibe diese Ventilatoren nun seit fünf Jahren im Dauerbetrieb und außer, dass ein Lager mittlerweile hörbar wird, haben sie exzellente Dienste geleistet.



Aber natürlich reicht das tägliche Stosslüften und das Umwälzen der Luft nicht aus um der Verdunstung des Wassers Herr zu werden.

Hier muss ich Sparfuchs, dann doch in die Tasche greifen
und einen weiteren Verbraucher ertragen.



Ein kleiner Luftentfeuchter mit geringem Verbrauch und

mit 45dB relativ laufruhig
Nur 200 Watt Leistung,
3 Liter Wasserbehälter und Luftfilter

Die Technik basiert auf der eines Kühlschrankes, dies bedeutet, es wird der Raumluft nicht nur Feuchtigkeit entzogen, sondern die abgeführte Luft ist sowohl gefiltert wie gekühlt.
Ein Plus für den Sommer.






Definitiv unverzichtbare Technik für jeden Froschraum.
Natürlich muss das Gerät auch der Raumgröße angepasst sein.

Hier muss sich jeder selbst ein Bild machen, was er letztendlich für seine Bedürftnisse, bzw. vorherrschende Verhältnisse benötigt.

Ich habe meine Werte alle bestens im Griff, und Geräte die das Raumklima auch überwachen.
Bei zu feuchter Luft machen mich visuelle sowie akustische Signale darauf aufmerksam dass die Raumentfeuchtung nicht funktioniert.



Meine Werte bei einer Außentemperatur von 28°C
Sonnig aber bewölkt - Niederschlag: 0% -
Luftfeuchte: 64% - Wind: 11 km/h
rundherum geöffneten Fenster am 21.06.2019

Aussagekräftig genug.


Wer in die Oberklasse, neudeutsch 'upper class'
einsteigen möchte, leistet sich ein Klimagerät mit allen Schikanen. Hier kann nicht nur die Luftfeuchtigkeit reguliert werden, sondern auch Raumtemperatur und auf welche Art die Feuchtigkeit abgeführt werden soll.

Hier stehen aber Verbrauchswerte im Raum die durch keinerlei Verkäufe amortisiert werden- und
am Jahresende zu einer Strom-Nachzahlung und daraus resultierenden Schnappatmung führen könnten.


 




Was für viele Beftroffene der absolute Horror ist, ist einfach eine natürliche Reaktion im neu angelegten Terrarium.

Wir verwenden natürliche Materialien und meist werden sie so verwendet, wie man sie gekauft hat.

Keiner macht sich wirklich Gedanken, welche Wege diese Materialien bereits hinter sich haben, unter welchen Bedingungen sie gelagert und transportiert wurden und mit was sie alles in Kontakt kamen.

Natürlich, denn man möchte dass die Torfsode schnell begrünt und die eventuell darin enthaltenen Sporen sich in der feuchten Umgebung schnell verbreiten.

hier ein paar Bilder die mir für Prognosen zugesandt wurden:

südamerikanisches Xaxim als Rückwand,
Schimmelbefall in der Einlaufphase


Xaxim aus Neuseeland / Seitenwand,
Schimmelbefall in der Einlaufphase


Korkeichenrinde als Interieur, Schimmelbefall in der Einlaufphase


ExoTerra Bio Drain als Bodenbelag mit akkuten Schimmelbefall

Ob nun Torfsode oder Xaximplatte alles soll schnell bemoost werden oder vielleicht
gedeiht ja auch der ein oder andere wilde Farn. Was wir bei all dem Enthusiasmus vergessen, dass wir, dass außer Moos- und Farnsporen auch andere ungebetene Gäste in das Terrarium finden.

Die wenigsten Materialien werden also wirklich sterilisiert, bevor sie im Terrarium integriert werden.

So erhalten natürlich auch einige Bakterien Einzug in unser Terrarium, die dann zu Schimmel führen.

In der feuchten Umgebung eines Tropenterrariums fühlen sie sich dann auch richtig wohl.





Deshalb sterilisiere ich die meisten Materialien, indem ich sie entweder in kochendes Wasser lege oder ich sie in speziell dafür angeschaffte Gefäße im Backofen bei 100°C für eine gewisse Zeit der Hitze aussetze.

Damit habe ich auch ein Einschleppen von Bakterien, Xaximwürmern so genannte Landplanarien (Geoplanadae),  Schnurasseln (Diplopoda oder Chilognatha), Schnecken oder Spinneneiern durch diese Materialien
erstmal ausgeschlossen.

Auch Erde und Pinienrinde die ich zum beflocken benutze ist erst einmal sterilisiert.

Jetzt kommen aber die Problemfälle, lebende Pflanzen, Moose, selbst die Tiere schleppen uns natürlich neue Bakterienstämme ein.

Ich habe meine Terrarien bewusst so bauen lassen, dass ich eine unwahrscheinlich gute Durchlüftung habe, was bei den mini Gaze- bzw. Lochblechflächen der Standardterrarien nicht zu verwirklichen ist.

Selbst aufgelegte 100mm Lüfter transportieren durch ein 50mm breites Lochblech nicht ausreichend verbrauchte Luft ab, so bleibt Luft stehen und Bakterien haben eine ideale Spielwiese gefunden.

Ich habe aus den Erfahrungen meiner Anfangszeit gelernt und falls ich wirklich aus Zeitnot ein Standard-Terrarium kaufe, weil die Zeit wirklich drängt und eine Fertigung durch meinen Lieferanten zu lange gehen würde. Dann reiße ich die Deckplatte oben heraus und verbreitere die Gazefläche um ein Vielfaches. Im gleichen Atemzug versetze ich die Führungsschinen nach vorne um eine durchgehende Frontscheibe verwenden zu können und verbreitere so auch die Luftansaugung unten zumindest um 5mm. So sind auch diese Becken danach alles andere als Standard.
Die Scheiben beschlagen nicht und Orchideen, Moose wie auch Farne lieben Zugluft.

So was tun, wenn all diese Vorkehrungen nicht getroffen wurden, wenn sich im Xaxim, auf der Torfsode oder im schattigen Bereich der Wurzel ein unerwünschter Flaum bildet!?!?

Erstmal keine Panik, ich bekomme manchmal Mails, Anrufe, WhatsApps von total aufgelösten Anfängern/innen die glauben nun sei alles, was sie geschaffen haben zerstört.

Ich kann Euch beruhigen, meist regelt es die Natur selbst.
Wenn nicht kann man auf natürliche Art unterstützen.

Die Natur hält sehr viele Hilfsmittel für uns bereit, wie zum Beispiel Erlenzapfen. Im Aquaristik und Terraristik Fachgeschäft für teures Geld erhältlich, aber am unbelasteten Fluss oder Bach in unserer Nähe genauso gut für ein paar Minuten Frischluft zu erhalten.



Mit diesen kleinen Zapfen kochen wir nun ein schönes "saures" Konzentrat

Das bedeutet, dass ich in kochendes Wasser eine Hand voll Erlenzapfen lege und über Nacht ziehen lasse. Das Produkt ist eine braune hoch konzentrierte Brühe, die enthaltene Huminsäure macht das Wasser weich und sauer, wirkt dadurch Antibakteriell. Der in Froschkreisen so genannte Quappentee kann bei geringem Schimmelbefall im Terrarium sehr gut angewandt werden und zeigt innerhalb kurzer Zeit bereits Wirkung.






Konzentrat aus dem Sud der Erlenzapfen auch gut geeignet zur Wasseraufbereitung in der
Quappenaufzucht

Da ich im ländlichen Bereich wohne und unbelastete Erlenzapfen Tütenweise sammeln kann, bin ich nicht auf den Kauf solcher Produkte angewiesen. Doch der Aquaristikfachhandel bietet Erlenzapfen wie auch Seemandelbaumblätter zum Kauf an. Beide Produkte haben die gleiche Wirkung auf die Wasserchemie. Auch das einheimische Eichenlaub bringt eine erwünschte Aufsäuerung des Wassers. Der Sud fängt allerdings nach kurzer Zeit an unangenehm zu riechen, daher rate ich davon ab eine große Menge auf Vorrat zu fertigen.



kleine Eichenblätter getrocknet, sowohl für Aufzuchtbecken wie auch zur Wasseraufbereitung geeignet.



Kakao Blätter getrocknet,
sowohl für Aufzuchtbecken wie auch zur Wasseraufbereitung geeignet.


Seemandelbaumblätter getrocknet,
sowohl für Aufzuchtbecken wie auch zur Wasseraufbereitung geeignet.


Für alle die es ganz bequem lieben, und das sind leider ganz ganz viele , das Internet liefert das fertige Substrat auch frei Haus, so muss man es nur noch in eine Sprühflasche füllen und auf die befallene Stelle sprühen.


Ich habe es zusammen mit guten Filterbakterien gerne zum animpfen neuer Filter in meinen Terrarien im Haus, die Dosierung im Wasser sollte wirklich gemächlich erfolgen.

Und noch eines, ich gehe gerne in den ortsansässigen Fachhandel um diesen zu unterstützen und mich mit Fachleuten zu unterhalten, man glaubt gar nicht wieviel Kontakte man dort über die Jahre knüpfen kann.


Der Trugschluss, das übermäßige Einsetzen von Springschwänzen und Asseln in das Terrarium würde gegen Schimmelbefall helfen ist lachhaft, Springschwänze wie auch Asseln verschmähen zwar keinen Schimmel, deshalb ist er in der Springschwanzzucht auch nicht nicht als schlimm zu betrachten. Doch so ausgehungert können die Springschwänze gar nicht sein, dass sie sich ausschließlich von Schimmel ernähren, bei so reichhaltigen Nahrungsangebot welches in unseren Becken herrscht.



Zusammenfassend ist eine gute Durchlüftung und ein gesundes, saures Klima das beste Mittel gegen Schimmel.
Materialien die einen leichten Befall vorweisen, mit ToruMin, JBL Tropol, Dennerle Humin Elixier und und und
..oder eben selbst gefertigten Huminsäure-Konzentrat behandeln, was meist nach drei Behandlungen in der Woche zu verschwinden des Schimmels führt.




Alle Chemie bitte aus dem Terrarium lassen, denkt an Eure Tiere die das Terrarium mal bewohnen sollen. Abschließend möchte ich Euch nun wünschen dass Ihr gar nicht erst in Zugzwang kommt. Doch wenn wünsche ich Euch viel Erfolg mit dieser Methode, sie hat bisher schon unzählige Male funktioniert. Es ist wirklich ein Thema zu dem ich so unglaublich oft befragt wurde.


Im Gegensatz zu Schimmel sind Pilze ein Zeichen für ein gesundes aber feuchtes Microklima.







Feucht aber nicht versumpft und gut durchlüftet. Das mögen Pilze , Farne und Selaginella

Bodenbelag wie im natürlichen Habitat









Stehende Luft und Bakterien können aber auch die Folge davon sein, dass man ein standard Terrarium gekauft hat, welches eher für Gekkos gefertigt wurden. Wir richten nun mal ein Regenwald Terrarium ein und dieses benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit aber gute Durchlüftung, welche die 5 cm breite Gazefläche in der Deckplatte nicht gewährleistet. Deshalb lasse ich mir meine Becken speziell fertigen oder baue ein Standardbecken entsprechend meiner Bedürftnisse um. Das Lochblech wird entfernt, die hintere obere Scheibe auch. Statt eines Lochblechs kommt nun eine 20cm breite Edelstahlgaze zum Einsatz und diese wandert von der oberen Mitte nach hinten um eine obtimale Durchlüftung zu gewährleisten.