Kleine Regenwald-Biotope

Springschwänze (Folsomia candida)






Egal welche Art, egal welcher Morph
und welch großes Futtertier sie auch gerade verschlingen könnten.

Ist das Mahl eröffnet und Springschwänze werden als Alternative angeboten,
erhalten die kleinen Springschwänze die allerhöchste Aufmerksamkeit.



Die meisten Arten der Springschwänze sind Dentritusfresser, sie ernähren sich von zerfallenden pflanzlichen Stoffen, Exkrementen oder Aas. Es gibt neben diesen ‚Allesfressern‘ aber auch Spezialisten, die nur Algen, Pilze und Pollen fressen oder Mikroorganismen abweiden. Durch den Abbau ihrer Nahrung sind sie wesentlich an der Bildung von Humus beteiligt. Sie beseitigen dabei organische Rückstände und fördern so die Bodenfruchtbarkeit und damit das Wachstum von Pflanzen. Da sie die Reste von Pflanzen in natürlichen Dünger verwandeln, sind sie auch in der Landwirtschaft von erheblichem Nutzen.

Ich züchte momentan nur tropische weiße Springschwänze (Collembola) angesetzt auf Kokoshumus mit Korkschrot in 18l Plastikboxen zur einfachen Entnahme der Tiere lege ich Blätter des Sterculiaceae Theobroma - cacao (Kakaobaumes), der Magnolie (Magnoliaceae) oder Seemandelbaumbläter in die Box, diese sind schön groß und zersetzen sich auch nicht so schnell.
Die Springschwänze sammeln sich auf der Unterseite der Blätter, die ich über einer 1000ml Futterdose ausklopfe. Die Ausbeute kann ich dann auf die Becken verteilen. Ich überfüttere gerne, denn verbleibende Springschwänze verschwinden im losen Bodenmaterial und fungieren somit als Putzkolonne. Denn der trotz ständgem absammelns verbleibender Froschkot, sowie abgestorbene Pflanzen werden von ihnen gefressen und zersetzt. Somit wird Fäulniss, Schimmel- und Bakterienbildung immens vorbeugt.


Alle drei bis vier Monate sollte das Zucht-Substrat in den Dosen mindestens zur Hälfte ausgetauscht werden, da es durch die Ausscheidungen der Springschwänze erschöpft ist.

2015  Da es für mich zur Zeit keine besseren Springschwänze als bei Wilma und Michael Schlieper gibt, spare ich mir die Mühe eines Neuansatzes sondern bestelle mir gleich neue, randvolle 1000ml Dosen und das hochwertige Springschwanzfutter für meine acht x 18l Dosen ~72x1LDosen, die ich ständig bevorrate gleich mit.

Die aus der alten Zucht verbliebenen Springschwänze siebe ich aus dem Substrat aus und füge sie den neuen Zuchten hinzu. So wird die neue Zucht immer Ertragreicher.

Wenn ich die Blätter aus nur drei Zuchtdosen entnehme und nur die an den Blättern haftenden Springschwänze in ein Gefäß abklopfe, habe ich nach umfüllen ein Handelsübliches Kunststoff-Schnapsglas folgendes Ergebnis.








Also ausreichend Futter um alle Pfleglinge satt zu bekommen, ohne nur auf eine meiner anderen Futtertierzuchten zurückgreifen zu müssen. Ich lasse die restlichen 5 Boxen stets unberührt, gehe dann bei der nächsten Fütterung an die nächsten drei der insgesammt 8 Boxen, so kann sich jede Zucht wieder erholen.

Film der Springschwanz-Zucht auf youtube bitte hier klicken

www.youtube.com/watch
[krass welch schlechte Qualität die Handy Videos 2015 hatten]
















Auf diesen Bildern kann man erahnen, wie Ertragreich die Springschwanz-Zucht ist.



BOX 1


BOX1


BOX2


BOX2


BOX3


BOX3


BOX 4


BOX 4 17L Rotho-Box transparent voll mit Springschwänzen


So sieht es unter einem Blatt aus


Ausbeute aus einem ausgeschütteltem Blatt

Diese Methode hatte ich über viele Jahre erfolgreich beibehalten, wenngleich sie mit sehr viel Verlusten verbunden war. Springschwänze sind gute kletterrer und diese Boxen waren nun wirklich nicht unbedingt dicht zu bekommen. Sie Stoffboxen die ich aus Wärmegründen um die Plastikboxen hatte, waren immer sehr voller vertrockneter Springschwänze und auch dieser ständige Dreck beim Auffrischen oder tauschen des Substrates waren für mich ein Grund über alternativen nachzudenken.






Die wohl meist diskutierte Thematik all meiner Rubriken im Jahr 2018 von dendrobatenforum über Facebook dieses Thema wurde heiß diskutiert und von vielen erfolgreich übernommen.

Mein Mailordner quoll über, mein Handy vibrierte ständig um Feinheiten abzuklären, mein Datenspeicher wurde knapp, weil ich über whatsapp unmengen Bilder bekam. .
Die Tatsache dem vorherrschende Milbenproblem zu trotzen und eine saubere Zucht von Springschwänzen zu bekommen war ein großen Anliegen.


Ein altes Bild aus früheren Zeiten, Springschwänze auf Substraten aus Humus, Kokosfasern und Pinienrinde gezüchtet und ein reichhaltiges Angebot an überquellenden Springschwänzen im so genannten Ansatz. Wenn man Schlieper oder Krause Springschwänze kaufte hatte man 1A Qualität. Seit ein paar Jahren etabliert sich nun mein Freund Peter Hildebrand mehr und mehr auf diesem Markt, nicht nur auf Börsen, auch über seinen Versandhandel liefert er übervolle Springschwanzdosen die denen der Altmeister mindestens gleichwertig sind. 

So sah es immer nach Börsen bei mir aus: Frisches Blut für die Springschwanz-Zucht 84 x 1Liter Dosen höchster Qualität!


Damals waren noch mit 14 Terrarien und zwei zusätzlichen Quarantänebecken
ständig weit mehr als 30 Tiere zu füttern.

I
m Zyklus von 3-4 Monaten wurden 50% des Substrates ausgetauscht, weil es durch die Ausscheidungen der Springschwänze einfach erschöpft war.

Ich entnahm dann jeweils die Hälfte des Substrates und ergänzte es durch die gleichbleibend atemberaubende Qualität von Wilma und Michael Schliepers Springschwanzzuchten, die im Gegensatz zu Altmeister Krause auch versendeten.

Das entnommene verbrauchte Substrat siebte ich in mühevoller Arbeit aus und füge die daraus gewonnenen Springschwänze der Zucht wieder zu. Die Springschwänze wurden jeden zweiten Tag mit dem Futter aus Michael Schliepers Zauberwerkstatt angefüttert und vermehrten sich perfekt.

Doch..........


es war jedes mal eine irrsins Sauerei und ein Müllaufkommen, welches ich zu verhindern suchte.

Auch die Entnahme der Springschwänze zeigte sich erschwert, weil immer wieder loses Substrat mit in die Terrarien getragen wurde, welches sich in schwämmen oder Blättern verklebt hatte

Zudem war es ein offenes Geheimnis, dass es zunehmend Probleme mit Milben in Springschwanzzuchten gab.

Es handelte es sich um Hornmilben (Oribatida) die wahrscheinlich durch das Substrat,
den Humus in die Zucht eingebracht wurden.



Hornmilbe (Oribatida)




Raubmilbe frisst Springschwanz
[Sonderausstellung. In die Welt der Asseln und Würmer, Senckenberg Museum]



Raubmilbe (Gamasina, früher: Gamasida)
befällt kleine
Springschwanz Nachzucht (folsomia candida)


Egal welcher Vertrieb auch immer, alle änderten plötzlich Substrate, änderten die Zusammensetzung und trotzdem blieben die Probleme über eine Lange Zeitspanne bestehen.

Milben zusammenbrechende Zuchten und auch wenn man alternativen suchte, man sah am Substrat, wer der Lieferant aller Vertriebszweige war, der eine streckte die Zuchten, der andere teilte sie einfach, jeder wollte als Zwischenhändler ein Stück vom Kuchen haben, kauften aber selbst zu.
Wirklich eigene Ansätze waren verschwindend gering.
 
Nun ja, ich möchte die Vorgeschichte nicht ewig ausdehnen und endlich auf den Punkt kommen.
Ich habe das Unglaubliche Glück Freunde um mich zu haben, die sich viele Jahre länger mit diesem Hobby auseinandersetzen als ich und als wir dieses Problem diskutierten, kam eine alternative Methode auf den Tisch, die ein Uni-Professor und einige seiner Freunde seit Jahren erfolgreich anwenden auf diese werde ich gleich eingehen.

Es stand noch eine zweite, sehr interessante Zuchtmethode zur Auswahl. Im Münchner Raum entwickelt, wurde ein von Springschwänzen essbares und komplett verwertbares  watteähnliches Substrat getestet.
 
Leider blieben Versuche der Entwickler einen Vertrieb zur Vermarktung zu finden erfolglos und so war es nicht möglich das ganze im Großen zu finanzieren.
 
Meines Wissens wurde aus dieser Idee nichts, doch
die Zuchten welche wir hier testeten waren vielversprechend und sehr interessant.

Eines hat sich letztendlich bei der Suche nach dem idealen Zuchtsubstrates bei mir durchgesetzt:

 - die Zucht auf Seramis-


Hier müssen wir eine List anwenden, beziehungsweise uns die Eigenschaften des Springschwanzes zu Nutzen machen......

-Springschwänze können sich auf der Wasseroberfläche fortbewegen

-durchbrechen die Oberflächenspannung des Wassers nicht.



Ein kleiner Auschnitt aus Wikipeda um meine Aussage zu stützen:

Springschwänze leben am und im Boden, meist bis in zehn Zentimeter Tiefe, aber auch auf Baumrinde, auf der Wasseroberfläche, an Meeresküsten, auf Gletschern und in Nestern von Ameisen und Termiten. Sie bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit, manche Arten werden durch Kohlenstoffdioxid angelockt.

Durch ihre wasserabweisende cuticula können sie Überflutungen des Bodenporensystems in einer Luftblase überstehen oder auf der Wasseroberfläche manövrieren. Einige Arten wie der schwarze Wasserspringer weiden dort gezielt Algen, Bakterien und Einzeller ab. Springschwänze können bis zu 14 Tage auf offener See treibend überleben und dabei mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Sie erlangen dadurch als Erstbesiedler neuer, steriler Landstriche Bedeutung. Arten wie Schnee- und Gletscherfloh leben im Lückensystem von Geröll, in Moospolstern und Felsritzen des Hochgebirges und ernähren sich von den auf die Eisflächen gewehten Koniferenpollen und Pilzsporen. Diese Arten sind noch bei Temperaturen um –5 °C aktiv. Arktische Collembolen können wenigstens vier Jahre bei −20 °C eingefroren überleben.
 


Eine Ansammlung von Springschwänzen auf Wasser

 

So nutzen wir diese Erkenntnis dass Springschwänze über Wasser gehen können ....


Eine Milbe hingegen ertrinkt und das weiß sie.
Deshalb hasst und meidet sie Wasser.

 

Deshalb züchteten Freunde ihre Springschwänze nicht mehr in Substraten aus Erde, Kokosfasern oder Pinienrinde, sondern auf Seramis und Wasser.

Auch ich habe diese saubere Art der Zucht gerne für meine Zwecke übernommen.

Das System ist so simpel wie genial.

Wie gehabt, benutze ich eine 17L Plastikbox transparent.

Darauf wurde passend eine 4mm Floatglas-Scheibe angefertigt, die mit der Box gelieferten Plastikdeckel schließen nie so dicht ab, dass Springschwänze in der Box bleiben.

Nun fülle ich 3cm hoch gut ausgewaschenes! Seramis in die Plastikbox. [Ich brauchte drei Anläufe bis das Wasser sich nicht mehr rot färbte.] Dann entnehme ich das gewaschene Seramis mit den Händen dem Eimer und lasse es vor der Überführung in die Box immer ein wenig abtropfen.


Darauf lege ich einen Filterschwamm aus der Aquaristik, ich benutze für diesen Zweck einen 40mm Schwamm grob.

Der Clou, ich teile diesen Schwamm in vier Teile, die ich einzeln entnehmen kann, zum einen um Springschwänze letztendlich entnehmen und verfüttern zu können

Anfangs legte ich die Box noch vollständig mit dem Filterschwamm aus, zwar für die Entnahme in vier Teile zerlegt, doch immer noch die ganze Fläche bedeckend dies hatte den Nachteil dass nicht ein Teil der Seramisoberfläche frei liegt und so keine Lufzirkulation stattfindet.


Legt man die Box vollflächig mit Schwämmen aus, bringt die Zucht nicht den gewüschten Erfolg, dies musste ich aber erst aus Erfahrung lernen.


Um die Zucht Milbenfrei ansetzen zu können und eine möglichst gute Ausbeute für den ersten Ansatz zu haben, flutet man am besten die alte Zucht auf Erdsubstrat mit Wasser und deckt sie ab.


Nach einer kurzen Zeit klopft man noch einmal auf den Deckel damit Springschwänze an den Seitenwänden und sich eventuell noch gerettete Milben wieder ins Wasser fallen.

Nachdem alles noch eine gewisse Zeit so gestanden ist, schütte man vorsichtig das Wasser durch ein Artemiasieb und fischt so die Springschwänze ab.

Nun nimmt man die Springschwänze und streut sie auf die Seramisoberfläche
und die Filtermatte.


Ich versuchte anfangs noch eine andere Methode, bis ich mich bei den Profis eines besseren belehren lassen habe.

Es ist grundsätzlich kein Material in der Box, welches Milben enthalten kann, Milben, die eventuell an den Springschwänzen hätten haften könnten, sind bereis im Wasser ertrunken.
 

Gefüttert wird Sparsam mit fein gemahlenen Futter ein Gemisch aus Papageienfutter, feinst gemahlenen Kartoffelpürè und gemahlenen Blütenpollen.

 

Das tolle an dieser Variante ist, man hat kein erschöpfendes Substrat. 

Ein Wasserwechsel durch ein Artemiasieb wäscht alle Abfallstoffe aus dem seramis.

Die Schwämme können mit kochendem Wasser ausgewaschen werden.

Ich habe mir die Mühe gamacht die Anfänge dieser Zucht wie auch die Fortschritte in Bildern zu dokumentieren.




Meine ersten Versuche, noch mit komplett mit Filterschwämmen ausgelegter Seramisfläche.










Natürlich lief die Zucht auch, aber mir wurde gesagt es sei nicht Vergleichbar wie die des Erfinders. 


Eine Woche nach ansetzen der Zucht sieht das ganze dann so aus:

leider fehlt es mir am richtigen Objektiv sonst sehe das Ganze etwas besser aus.




Nein das weiße ist kein Schimmel, es ist Springschwanzfutter welches innerhalb 2 Tagen restlos verschwunden ist.


Entstanden ist diese Zucht nur durch hineinstellen von vier geöffneten 1L Springschwanzdosen


Der Anteil an Springschwänzen war Anfangs verschwindend Gering, weil doch 99% der Springschwänze in der Dose blieben. Doch ausklopfen oder hineinpusten wollte ich sie nun nicht. Erde sollte wenn möglich komplett draußen bleiben.


Die Springschwänze halten sich gerne im Filterschwamm auf, das Microklima des Schwamms scheint ihnen zu gefallen.


Die Entnahme der Springschwänze aus der Zucht sollte daher keine Schwierigkeiten bereiten. Gefäß nehmen Schwamm drüber und ausklopfen.


Noch wird nichts entnommen, erst soll sich ein ordentlicher Stamm entwickeln.



Nun ja, wenn mir gesagt wird, es sei ja schon eine sehr erfolgreiche Vermehrungsrate, aber aufgrund kleiner Fehler nicht so, wie sie sein sollte nagt das an meinem Ego.

Also behebe ich die Fehler um das Maximum aus dieser Zucht herauszuholen.

Kleiner Test eine Woche später, die Filterschwämme habe ich nicht mehr vollflächig liegen,
das war mein Fehler.
Die Seramisfläche sollte nicht ganz belegt sein.



Noch will ich nichts entnehmen, überprüfe aber, wie viele Springschwänze sich wirklich in den Schwämmen ansiedeln.

Ordentliches Ergebnis, dafür dass ich mit wenigen Springschwänzen angesetzt habe.

nun aber wieder zurück in die Box, habe ja mit 4 x 17L Boxen genug laufende herkömmliche Springschwanz-Zuchten.

Ich muss sagen ich hatte selbst in der herkömmlichen Zucht meiner Springschwänze auf einem Kokoshumus/Pinienrinde-Substrat keine Probleme mit Milben.

Ich habe zugekaufte Boxen die Milben enthielten,
direkt verworfen und nicht zur Auffrischung meiner Zucht verwendet, so blieb ich zum Glück verschont.


Daher ist für mich diese Variante eher aufgrund ihrer Einfachheit interessant.

Wenn bisher das Zucht-Substrat erschöpfte,
war es eine riesen Sauerei und vier schwere Müllsäcke Nassmüll.


Würde sich diese Variante bei mir etablieren,
würde eine Wanne heißes Wasser und ein feines Sieb ausreichen,
um das ganze Substrat für weitere Zuchten brauchbar zu machen.

Gleicher Zeitaufwand aber weniger Müll und Dreck.



10.06.2018 nochmals eine Woche später:


Wenige adulte Springschwänze im Seramis Nachzuchten sind tiefer im Substrat.


Schwämme sind voll besiedelt mit ausgewachsen Springschwänzen, bereit um sie in den Terrarien auszuklopfen.


Wirklich eine gute Alternative zur herkömmlichen Springschwanzzucht.


Ich kommentiere jetzt mal nicht weiter, sondern lasse Bilder sprechen




































OKTOBER 2018 LÄUFT SUPER

Einfach mal anklicken und schauen was diese Zuchtvariante für eine saubere und effektive Variante ist.



einfach youtube Logo klicken und los geht´s


VIDEO UPDATE 15.10.2018 ZUCHT LÄUFT IMMER NOCH 
HERVORAGENDE VERMEHRUNGSRATE




Die Vorteile liegen auf der Hand:

- saubere Entnahme der Springschwänze ohne lästige Erde die an den Schwämmen klebt.

- Kein loses Subsrat, somit keine Gefahr dass die Tiere Sand, Erde oder anderes feines Substrat mit der Nahrung aufnehmen und ggf. Verstopfungen oder Darmvorfall bekommen.

- Wenn das Substrat erschöpft ist, siebt man die Springschwänze in einem geeigneten Sieb aus und reinigt das Seramis in einem Eimer mit kochendem Wasser.

- Nachdem das Substrat ausgekocht ist, wieder aussieben und noch 2x mit kaltem Wasser ausspülen.

Schon ist das Substrat wieder verwendbar.

Genauso verfährt man mit den Filterschwämmen die zur Entnahme der Springschwänze auf dem Substrat liegen.

Alles wieder zurück in die 17L Box,
Springschwänze wieder dazu und weiter geht´s


Das Futter für die Springschwänze mische ich wie folgt:
-Weizenkleie aus dem Reformhaus

-feine Haferflocken
-instant. Kartoffelpüree
-Blütenpollen aus dem Reformhaus

jeweils zu gleichen Teilen



alles
in einer Kaffeemühle fein mahlen die Konsistenz sollte haushaltsüblichen Weizenmehl gleichen, dann orlux Lori darunter mischen und gut.

Das wichtigste ist, jeden zweiten Tag sparsam füttern, nicht mehr und nicht weniger. Überfütterung lässt das Substrat verkleben und zweitägige Pausen lassen die Zucht sofort einbrechen.

Für eine erfolgreiche Zucht ist daher Disziplin gefragt.
Auch bei der Herstellung des Futters für die Springschwänze sollte man sich Zeit nehmen und wirklich fein mahlen. Die Zutaten sollten hochwertig sein und schon klappts




orlux Lori fast ein Muss für die Futtermischung,
als Alleinfutter fast ungeeignet, zeichnet sich das Vitaminpulver beigemischt für eine explosionsartige Vermehrung aus.




Um das vermischte Futter auch fein dosieren zu können, benutze ich einen Puderzucker-Streuer aus Edelstahl

Jeder der seine Springschwänze durch Wässerung entnommen und diese Zuchtvariante so übernommen hat, der war wie ich überaus begeistert und gab mir bestes Feedback 

Einige Versuchten andere Wege, scheuten Kosten und Mühen und scheiterten.


Dies ist alternativ ein Stamm meiner Springschwänze traditioneller Zucht im Vergleich 14.05.2018 fotografiert.

14.05.2018
......erwähnt werden sollte dabei, von hier wird jeden Tag verfüttert
Entnahme der Springschwänze erfolgt hier durch Kakao-Blatter vom Redfrogteam Costa Rica














youtube Video vom 14.05.2018 froschmichl Springschwanzzucht 1



youtube Video vom 14.05.2018 froschmichl Springschwanzzucht 2




mein Stand am 26.12.2018
in einem Video ich bleibe dabei
Seramis als Substrat.






10.01.2019 neues Update
starke Vermehrung
zu Wenig hungrige Mäuler
die Zucht läuft glänzend

einfach youtube Logo klicken und los geht´s


10.01.2019 Video Entnahme



einfach youtube Logo klicken und los geht´s


10.01.2019 Video entnommene Menge


12.01.2019 - 09.02.2019
SPINGSCHWANZZUCHT Vergleichstest


Folsomia candida ist eine Springschwanzart aus der Familie der Isotomidae.

Man findet trifft sie mittlerweile an vielen Orten dieser Erde an.

Wie bereits mit so vielen Tierarten geschehen, wurde auch diese Art unbeabsichtigt oder einfach unachtsam
von Menschen verbreitet. (verfälschung der Flora und Fauna)

Sie reproduziert sich durch Parthenogenese und wurde als Modellorganismus in der Forschung verwendet.

Ich zeige hier nun noch einmal auf, wie erfolgreich und sauber die Zucht dieser Futtertiere sein kann und wie schnell sie aber auch scheitern kann:



Wie Versprochen reagiere ich auf Feedbacks
zur Veranschaulichung noch mal illustriert
Wenn es nicht klappt:
-ist das Substrat zu nass
-ist es das falsche Futter
-wird zu viel gefüttert
-wird zu wenig gefüttert.



Ich habe die Reaktion der Springschwanz-Population bei Überfütterung mal über 4 Wochen getestet, tangiert mich nicht weiter, denn ich habe zu viel Ertrag und zu wenige hungrige Mäuler.

Dies ist Tag 4 nachdem ich jeden Tag gut gefüttert habe.


Die Population der tropischen weißen Springschwänze
(Collembola) noch relativ dicht. Die Oberfläche des Seramis Substrates verdichtet sich bereits.

8. Tag bei täglicher Fütterung.
man erkennt deutlich den Schleim aus den die Bakterien des verderbenden Futters an der Oberfläche.

Gut zu erkennen, dass trotz unmengen Futter keine Vermehrung stattfindet.


20. Tag nicht nur dass der Schleim sich ausbreitet, die Population nimmt deutlich ab.


28. Tag und nicht einen Springschwanz entnommen,


Jeden Tag gefüttert und das ganze Substrat ist verklebt.
die Springschwanz-Population geht gegen Null.

Dies ist nun für mich nicht unbedingt eine neue Erkenntnis,  ich habe bereits bei der Zucht in Erdsubstraten herausgefunden, je lockerer das Substrat ist, ob fasrig wie mit Kokosfasern oder auf sterilisierter Pinienrinde läuft es besser. Erde die verdichtet führt umgehend zum Einbruch der Zucht von Springschwänze
n.

Aber zur Illustration und somit zur Sensibilisierung dass es wirklich nur einfache Disziplin ist, die zu einer erfolgreichen Zucht führt..... habe ich einen Zuchtbehälter geopfert.

Ich beende den TEST und somit die Illustration und wasche das Substrat nun mit kochendem Wasser aus.
Für mich ist es nun kein Problem einen neuen Ansatz zu machen, da unmengen Springschwänze in den Schwämmen der Zucht nebenan sind und nur darauf warten ausgeschüttelt zu werden. Ich hoffe die Bilder helfen Euch nun erfolgreicher zu züchten einfach dran bleiben und nicht mit dem Futter übertreiben es wird schon.

Ein Test auf feuchtem Blähton, den Ihr als Drainage Eurer Becken kennt läuft bereits bei einem befreundeten Reptilienhändler. Ich werde davon Berichten.

Aber nun noch den Vergleich, selber Raum, gleiche Temperatur gleiche Ausgangssituation nach Anweisung gefüttert.



Im Vergleich Bilder der Box nebenan. TAG 1
Feuchtes aber nicht zu nasses Seramis und Fütterung jeden zweiten Tag sparsam über Schwämme und Seramis




8.Tag Hohe Populationsdichte
trotz Verfütterung der Springschwänze aus den Schwämmen.



20. Tag Hohe Populationsdichte
trotz Verfütterung der Springschwänze aus den Schwämmen.



28. Tag Hohe Populationsdichte
trotz Verfütterung der Springschwänze aus den Schwämmen.



28. Tag Hohe Populationsdichte
trotz Verfütterung der Springschwänze aus den Schwämmen.



28. Tag Hohe Populationsdichte
trotz Verfütterung der Springschwänze aus den Schwämmen.

Somit sieht man, dass es etwas Fingerspitzengefühl Disziplin und Konsequenz braucht um Erfolg zu haben.
Jeden zweiten Tag am besten Abends füttern und nicht übertreiben, dann klappt es. Einen Tag das füttern vergessen und die Zucht bricht ein.



Dies ist die Ausbeute aus einer 17L Box
auf das Bild klicken für ein kleines Video


20.03.2019 gleichbleibende Ergebnisse


hier auf die youtube Leiste klicken für einen kurzen Film

und aufgrund der hohen Nachfrage !!!!


Ja, es gehen natürlich auch andere grobe Substrate, wie Blähton, Drainagesteine aus der Terraristik, feine Lavasteinsubstrate.
Ich habe die Ergebnisse gesehen.



Einer weiteren Bitte will ich noch nachkommen:
In einem langen Gespräch wurde mir mitgeteilt, dass sich nicht alle Kunstoffboxen für die Springschwanz-Zucht eignen. Ich habe bewusst nicht erwähnt, dass meine Boxen aus einem namhaften schwedischen Möbelhaus stammen, weil ich nicht unbedingt Werbung für ein Unternehmen machen wollte, doch sind dies wohl eine von wenigen Stapelboxen, welche oben bündig auslaufen und auch formstabil sind. So dass, wenn eine Glasscheibe darauf gelegt wird, die Box auch wirklich dicht ist. Dies scheint bei anderen Boxen wohl nicht der Fall zu sein. Springschwänze können nun mal die Seitenwände empor klettern und wenn der Deckel nicht dicht abschließt, wird man niemals ein hohe Population in der Zuchtbox haben. Die Orginaldeckel sind weder standardmäßig ausbruchsicher, noch wenn man eine Fensterdichtung hineinklebt. Eine 4mm Glasscheibe dichtet erfahrungsgemäß am besten ab. Sie ist formstabil und hat genug Masse [Gewicht] um genug Druck auszuüben. So hat man ein geschlossenes Zuchtsystem.

Ein weiterer Nachtrag:
Es ist von Vorteil auch das Seramis Konzentrat mal zu durchlüften, dies bedeutet dass wir den Inhalt der Box mal mit beiden Händen gut durchmischen und auflockern.

Auch Seramis verdichtet sich und die Zucht stagniert.

***


Wie bei allen Futtertieren, die ich nicht der unbelasteten Natur entnehmen kann, beschäftige ich mich mit der Wertigkeit des Futtertieres. So kam ich nicht umher, mich auch den Springschwänzen [
Collembola] zu widmen.

Die Futtertiere
selbst werden abwechslungsreich, sogar sehr hochwertig ernährt, ich kaufe Produkte im Reformhaus, bestelle Vitaminpräperate aus der Papageienzucht, scheue keinerlei Kosten und Mühen.
Meine Zuchterfolge danken es mir.

Doch was kommt letztendlich bei meinen Fröschen an.

Was kann ich kurz vor der Verfütterung mitgeben,
was auch unverwertet bei den Amphibien ankommt.

Welche Möglichkeiten des 'gut loading'
habe ich bei Collembolen?!

 

Gut Loading - Was ist darunter zu verstehen?

Wichtig für die Ernährung unserer Futtertierabnehmer ist der Magen/Darminhalt der Futterinsekten zum Zeitpunkt der Verfütterung. Die Fütterung der Insekten sollte intelligent gestaltet sein, was dem Terrarianer viel Freiheit lässt und der Darminhalt kann den Bedürfnissen der Endabnehmer entsprechen. Was ein Insekt wenige Stunden vor seiner Verfütterung aufgenommen hat, wie weit diese Nährstoffe vom Insekt aufgespalten und umgewandelt wurden, das ist unter GUT LOADING zu verstehen.

Zum Zeitpunkt der Verfütterung bedeutet den Mageninhalt, plus dem was ein Insekt aufgespalten hat, unseren Amphibien zuzuführen. Viele kleine Insekten, mit unterschiedlichem Nährwert, sind nützlicher, als ein einzelnes adultes Insekt. Man sollte zwar seine Insekten jeder Zeit optimal ernähren, aber man kann gezielt 12 Stunden vor der Fütterung die Insekten 'puschen'. Dies heißt genau, man verbessert durch eine Supplementierung der Nahrung den Nährwert der Insekten.

Bei Collembolen habe ich mir meinen Kopf ewig zerbrochen, bis ich letztendlich auf folgende Idee gekommen bin:


Was bei Drosophila & Co das Multi-Sanostol, Mugatol Junior
Vitamingels oder der Bretz-Brei kurz vor dem Verfüttern an die Amphibien ist,-

ist bei mir der Trockenfisch bei Springschwänzen.



Am Vorabend gebe ich die Fische in die Zuchtbehälter und am Morgen klopfe ich die aufgewerteten Springschwänze im Becken direkt von den Fischen ab.


Analytische Bestandteile (in %):

Hering: Rohprotein: 68,0 %, Rohöle und -fette: 12,0 %, Feuchtigkeit: 12,0 %, Omega-3-Fettsäuren

Omena: Rohprotein: 64,4 %, Rohöle und -fette: 11,9 %, Feuchtigkeit: 9,4%, Omega-3-Fettsäuren


Wenn ich auch nur ein Bruchteil dieser Inhaltsstoffe durch die Springschwänze verabreiche, ist es immer noch mehr als überhaupt nichts zugefüttert zu haben.

Klar hat ein Trockenfisch einen Eigengeruch, doch meine Springschwanzboxen sind Luftdicht durch schwere 5mm Glasscheiben verschlossen.



Ich halte das aufwerten jedes Futtertieres für sinnvoll
Das fein gemahlene Futter für meine Springschwänze ist sehr Hochwertig,
mit Weizenkleie aus dem Reformhaus, feinen Haferflocken, Spirulina Pulver
aus dem Reformhaus, instant Kartoffelpüree, Blütenpollen aus dem Reformhaus und orlux Lori habe ich eine explosionsartige Vermehrung der Springschwanzpopulationen auf Seramis erreicht.


Das Wichtigste aber, dank des luftigen Substrates habe ich trotz der überaus hohen Population in meinen vier Zuchtboxen kein plötzliches Einbrechen der Zucht, wie ich es einige Male auf Erdsubstraten hatte.
Was mir nun wirklich eine sichere Zuchtvariante bietet, die bei mir ein Selbstläufer wie die Zucht der Ofenfische ist.
Ich muss nicht mehr auffrischen, sondern muss immer mal wieder
von meiner Population an Freunde abgeben, weil ich es gar nicht alles verfütten kann.



Doch dieses wie Haushaltsübliches Weizenmehl TYP550 gemahlene Springschwanzfutter trägt einzig und allein der gesunden Ernährung der Springschwänze bei.
Ebenso das sporadisch gefütterte Sepiamehl.



Doch alle Hochwertigen Bestandteile sind bereits vom Insekt aufgespalten und umgewandelt (vollständig verwertet)
und werden den Amphibien nicht mitgegeben.



Nur was direkt vor der Verfütterung aufgenommen wird,
bekommt der Frosch unverbraucht verabeicht.



Und da kommt uns zu Gute, dass Springschwänze Nachtaktiv sind. Also kann ich direkt am Morgen, direkt vom gedeckten T[F]isch frisch mit Proteinen, Omega
-3-Fettsäuren und Rohölen aufgewertete Collembolen ins Becken streuen.



Ein Klick zum kurzen Film vom 23.05.2019 einmal durch die Zuchtbox


und mit diesem letzten Video schließe ich das Kapitel
Springschwänze (Folsomia candida)
denn ich sehe hier keinen Verbesserungsbedarf.
Keine Milben, überdurchschnittliche Vermehrung und saubere Entnahme. Mehr wollte ich nicht.



Mittlerweile bin ich dazu übergegangen den Hering inclusive der Springschwänze in eine Petrischale zu überführen und nehme sie nach dem Mahl wieder heraus.




Aufgrund vielfacher Anfragen nun auch illustriert:



Entnahme der Springschwänze aus der verbrauchten Zucht.
BOX 1/4 Video
https://www.youtube.com/watch?v=P1ocBNZNY-M


Entnahme der Springschwänze aus der verbrauchten Zucht.
BOX 2/4 Video
https://www.youtube.com/watch?v=-3o6o_LCNNQ



Hier ist das Substrat definitiv verbraucht


Springschwänze sind noch überaus viele im Searamis zu finden


Auch bis tief im Substrat alles voller Springs


Das Rest-Substrat flute ich mit Wasser, alle Collembolen werden nach oben zur Wasseroberfläche getragen.


Jetzt muss ich die auf dem Wasser springenden
Collembolen
nur noch mit einem Artemiasieb abfischen.


Wenn ich eine helfende Hand zur Verfügung habe,
nutze ich die Gunst der Stunde und nehme die schnellere Variante.
Schütte das Wasser durch ein Artemiasieb in einen Behälter.


So bekomme ich fast alle Springschwänze aus dem Substrat,
bevor ich dieses mit heißem Wasser auskoche.


Ausgekochtes und ausgewaschenes Seramis, bereit um neu angeimpft zu werden.


Futter fein gemahlen und Springschwänze zum Animpfen


Die aufgefrischte BOX

hier als Video
https://www.youtube.com/watch?v=0VNlKmtiQWg


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10.01.2020

Aus den großen Plastik-Kisten wurden mittlerweile
vier kleine SAMLA mit 39x28x14cm
also 11L Volumen

Die eigentlichen Deckel wurden wie auch zuvor bei den großen Kisten durch 4mm Glasplatten mit mindestens 1cm Übermaß ersetzt.

Das Glas hat durch seine Rohdichte ein gutes Eigengewicht und drückt somit gut auf den Kistenrand.

Dadurch verhindere ich ein entkommen der Springschwänze
aus der Zucht.

Dem Substrat Seramis bleibe ich aus Überzeugung treu,
doch verzichte ich auf übermäßige Feuchtigkeit.

Wer meinen Ausführungen gefolgt ist,
weiß der Tatsache, dass Springschwänze
Feuchtigkeit über die Haut aufnehmen.

Deshalb sollte das Substrat nie ganz trocken sein.

Allerdings ist ein zu nasses Substrat auch ein Grund, weshalb das Futter auf der Substrat-Oberfläche verklumpt,
was vor allem bei Versuchen
mit Collembola P&P
zu Algenbildung und Schimmel führte.

Hält man das Substrat jedoch trocken,
hat man mit COLLEMBOLA P&P fast identische Vermehrungsraten wie bei der Verwendung meiner Futtermischung.

Von Milben in den Springschwänzen blieb ich bisher verschont, deshalb fiindet das Seramis bei mir eher wegen der Sauberkeit Verwendung als wegen der Milben.

Und der Verzicht auf zuviel Wasser im Substrat
macht alles noch viel einfacher
als es schon war.



Diskussionen ob sich nun in schwarzen oder blauen groben Filterschwamm mehr Springschwänze ansammeln,
muss ich eher belächeln.

Es ist völlig egal, welche Farbe der Filterschwamm hat.

Wichtig ist, dass es die grobe Variante ist.

Dies sind meine Erfahrungen und ich Experimentierte bereits Jahre bevor ich diese Zuchtvariante veröffentlichte und sie so überhaupt bekannt wurde, mit Schwämmen aller Varianten und stärken herum.


Aber lassen wir doch mal Bilder sprechen

Springschwänze satt!

Egal welchen Schnappschuss man nun betrachtet....

man sieht keinen Unterschied......

ob nun mit meiner Futtermischung

oder mit Collembola P&P gefüttert wurde

Meine Dosen sind voll.


Wichtig!!!
Die Zuchtdosen auf jeden Fall
in einem anderen Raum
als die Drosophila- 
oder Asselzucht auf Erdsubstrat aufbewahren,
so bleibt die Zucht auch milbenfrei.


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DAS JAHR WELCHES UNS VIEL ZEIT BIETET 
UM ZU FORSCHEN UND EXPERIMENTIEREN





07.2020




Nicht ich startete diesen Test,
sondern mein Freund und Mentor
Wolfgang Wisser.



Basierend auf einer Diskussion dass Springschwänze
auf diversen Substraten gar nicht funktionieren sollen.

Um eindeutige Ergebnisse zu erhalten, teste ich in meinen Räumen
unter gleichen Voraussetzungen jedoch anderen Umgebungs-Bedingungen;
auf identischen Substraten und gleichem Futter.



Wolfgang machte bisher die gleichen Erfahrungen mit Springschwänzen
wie ich sie machte.

Wenn man regelmäßig dosiert füttert, ist das Substrat dermaßen egal,
die Zucht explodiert einfach.
Solange man anfangs einfach nicht zu viel entnimmt.

Das Problem ist eher die Standzeit des Substrates,
also die Zeit, die das Substrat hält,
ehe es aufgefrischt
oder gar komplett getauscht werden muss?!?

Auch eine Interessante Frage,
welches Substrat ist eher anfällig
auf Milbenbefall??

Ich für meinen Teil hatte eher die Erfahrung gemacht,
dass sich Milben eher im Nährstoffreichen
sauren Erdsubstraten ansiedeln,
doch den Beweis müssen wir erst erbringen.

Und dann die allseits bekannte Problematik,
die saubere Entname der Springschwänze aus der Zucht.

All dies nehmen wir jetzt parallel in Angriff.


Ausgangspunkt jeweils die gleiche Menge Springschwänze
jeweils gleich große Behältnisse und gleiche Höhe des Substrates.
Immer die gleiche Futtermenge jeden zweiten Tag.


Leider haben wir wirklich den ungünstigsten Zeitpunkt gewählt
Die anhaltende Hitze und fehlende Nachtabsenkung setzt den Zuchten sehr zu.



Woche 1 Springschwänze auf Kokoshumus
Anfangs das Substrat welches optisch die beste Vermehrung aufwies.



Woche 4 anhaltende Hitze 28-30°C
und fehlende Nachtabsenkung zeigen Spuren
Was Anfangs sehr vielversprechend aussah schwächelt nun aber schwer.




Woche 1 Springschwänze auf Blähton,
Ein Substrat welches in Sachen Vermehrung in den ersten Wochen
nicht mit dem Erdsubstrat mithalten konnte.



Woche 4 Klar am Erdsubstrat vorbei gezogen,
hohe Population an Springschwänzen,
doch haben die anhaltenden Temperaturen
von
28-30°C
die Erwartungen auch hier zerstört.



Woche 4 Zucht auf Blähton
auch im luftigen Substrat setzen die
Temperaturen von
28-30°C
der Zucht sehr zu.


Springschwänze auf Holzkohle Woche 1



Springschwänze auf Holzkohle Woche 1



Springschwänze auf Holzkohle Woche 4
doch als Referenz taugt dieser Test nicht.



Wir befinden uns hier nun mal
im Wärmsten Bereich Deutschlands
und anhaltende
Teges-Temperaturen von 28-30°C
und gerade mal 2°C Nachtabsenkung
sind für einen Referenz-Test nicht förderlich.

Nun sind die Springschwänze schon in den Boxen,
doch wird der Test wohl auf kühlere Monate verschoben werden müssen.

Deshalb werde ich weniger auf die Vermehrungsraten
der Springschwänze schauen
sondern auf die Anfälligkeit der Substrate auf Milben.


Das Thema Milben diskutieren wir derzeit
mit den zwei größten Springschwanzzüchtern
Peter Nowark und Peter Hildebrand,
die den größten Teil der Händler Deutschlands mit Springschwänzen versorgen.

Das Thema Milben habe ich ja bereits in der Rubrik Schädlinge behandelt.
Doch sehe ich mich veranlasst mich hier im Thema Futtertierzucht,
gerade bei den Springschwänzen nochmals tiefer auf das Thema einzugehen.

Eine Milbenfreie Futtertierzucht gibt es nicht.
vielleicht unter Laborbedingungen an Universitäten oder bei Hedinger
die aus sauberen Zuchstämmen züchten
und Droso-Generationen Rückmutieren
Drosophila Stämme in Reagenzgläsern versenden.

Doch selbst dort gibt es Vorkehrungen und Mittel
um Milben zu reduzieren
sie letztendlich restlos aus der Zucht auszuschließen ist fast unmöglich.


Verendete Milben auf einer mit Milban beschichteten Wanne
auf der meine Drosophila - Becher stehen


Verendete Milben auf einer mit Milban beschichteten Wanne
meiner Drosophila Zuchten.
Keine Chance für eine Milbe egal welcher Größe,
von einem Drosophila Zuchtbecher
nächsten Drosophila Zuchtbecher zu wandern.

Doch dieses Thema habe ich bereits hier abgehandelt:

https://www.froschmichl.de/Sch.ae.dlinge-im-Terrarium.htm#milben


Hier behandeln wir aber gerade ein ganz anderes Futtertier
den Springschwanz [Folsomia candida]

Ein solch kleines Futtertier,
welches wir gar nicht so selektiert bekommen
oder mit Talcum von Milben befreien könnten,
ohne dass das Tier selbst Schaden nimmt.

Warum behandeln wir hier überhaupt das Thema Milben,
welche Probleme bringt dieses Tier
im Zusammenhang mit der Futtertierzucht?
Und welche Probleme bringt dieses Tier im Terrarium mit sich?

Beginnen wir erst einmal mit den Raubmilben
Hypoaspis miles und Hypoaspis aculeifer



Diese werden sogar zur biologischen Bekämpfung
von Wurzelschädlingen verkauft.

Raubmilben wie Nematoden sind die heufigst verwendeten biologischen
Waffen gegen einen Wurzelschädling, die Trauermückenlarve.

Trauermücken sind etwa so groß wie Fruchtfliegen und überaus lästige Schädlinge an Zimmerpflanzen. Den Schaden richten aber nicht die fliegenden, erwachsenen Insekten an, sondern die Larven, die in der Erde die Wurzeln der Pflanzen fressen. Trauermücken lassen sich sehr gut ohne Chemie bekämpfen. Eine biologische Möglichkeit ist der Einsatz von Nützlingen wie Raubmilben. Der Handel bietet verschiedene Raubmilbenarten an, die unterschiedliche Nahrungsvorlieben haben. Gegen Trauermückenlarven werden vor allem die im Boden lebenden Arten Hypoaspis miles und Hypoaspis aculeifer eingesetzt. Sie bevorzugen Trauermückenlarven als Nahrung, fressen aber auch Springschwänze, Thripspuppen, Nematoden, Larven von Fliegen, Mücken und Käfern und verschiedene Milbenarten. Hypoaspis aculeifer frisst zudem auch Weichhautmilben, die Blumenzwiebeln schädigen. Die 1 mm großen Raubmilben werden in einem Torf-Vermiculit-Gemisch geliefert, das auf der befallenen Blumenerde oder dem Pflanzsubstrat ausgestreut wird. Die Temperatur sollte zwischen 15 °C und 30 °C betragen, damit die Raubmilben sich wohlfühlen und sich gut vermehren.




Hier eine Raubmilbe die sich an einer Trauermückenlarve
(
Bradysia paupera) zu schaffen macht.



Hier eine Raubmilbe die sich an einem Springschwanz
[Folsomia candida] erlabt.




Hier eine adulte Raubmilbe
um eine Vorstellung der Größe der Tiere zu bekommen.


Was bedeutet dieses Tier nun in unserer Futtertierzucht?

Wie man bereits lesen konnte, wird eine Raubmilbe,
je nach Art unsere Futtertierzucht dezimieren.
Wenn das Futtertier Springschwanz oder Drosophila auf den Speiseplan passt.

Im Terrarium ist die Raubmilbe eher ein willkommener Leckebissen.
Raubmilben sind zwar klein- bewegen sich jedoch schnell
und deshalb werden sie gut visualisiert.

Dendrobaten lieben Kleinstfutter
und deshalb
wird auch eine Raubmilbe gerne angenommen.


Bietet man alternativ zu Drosophila Springschwänze an,
erhält der Springschwanz klar den Vorzug.

Bietet man weiße Asseln und Ofenfische an
erhalten kleinste Ofenfische und Asseln den Vorzug
und die großen Ofenfische werden verschmäht.

Doch nun wieder zurück zu den Milben

Meist sind es gar nicht die Raubmilben
die unsere Futtertierzucht heimsuchen,
sondern die Futtermilben.

Futtermilben zählen zu den Spinnentieren. Vorratsmilben werden in der Biologie in zwei Familien unterteilt, welche als Glycyphagidae und Acaridae bezeichnet werden. Die Tiere erreichen eine Größe von ca. 300-600 µm.
600 µm ≘ 0,6mm

Die Futtermilben kommen vor allem in für sie nährstoffreichen Umgebungen wie Getreide, Futtermitteln, Mehl, Körnern vor, sie wurden aber auch auf Käse, in Möbeln und im Hausstaub gefunden.

Sie bevorzugen Temperaturen von 22-25°C und eine Luftfeuchtigkeit
von ca. 80 %. Da sie sehr widerstandsfähig sind, können sie aber auch außerhalb dieser Bedingungen lange überleben. Erst bei einer Luftfeuchtigkeit von unter 55 % trocknen die Milben aus. Futtermilben gehören damit zu den Milbenarten, welche in erster Linie in der Umgebung von Tieren oder Menschen leben, aber nicht auf diesen.
Vergleicht man die Parameter und die bevorzugten Parameter die Futtermilben benötigen weiß man, dass man vermeiden sollte- zu viele dieser Tiere in ein Terrarium zu bekommen.




Futtermilbe [Glycyphagidae] Größe von ca. 300-600 µm
ausgewachsen 600 Mikrometer das heißt, ein Millionstel Meter.
mit dem bloßen Auge eigentlich nicht erkennbar.
Doch wie äußert sich ein Befall der Futtertierzucht durch diese Tiere?

.
Am Deckel einer Springschwanzzucht angesammelte
Glycyphagidae Population



Seitenwände einer Springschwanzzucht
angesammelte Glycyphagidae Population

Futtermilben sind daher leicht zu entfernen, Springschwanzdose auf, Küchenpapier in die Hand und den Deckel mit dem Küchenpapier von den Tieren befreien.
Futtermilben sind nicht zu vermeiden, man trägt sie, wie der Name bereits vermuten lässt mit dem Futter in die Zucht. Wer hat nicht schon ein Müsli, Haferflocken oder andere Getreideprodukte aus dem Supermarkt geöffnet und dunkles Gekrabbel oder Gespinste entdeckt, obwohl das Produkt luftdicht verschweißt war. Wir Tüftler und auch die Profis der Futtertierzucht haben nichts unversucht gelassen, um die Zuchten von Milben frei zu halten. Doch wenn man Getreideprodukte im Backofen so hoch erhitzt, dass man Milben restlos tötet, verliert auch das Futter an Wertigkeit und die Zucht bricht ein. Nun füttere ich auch meine Futtertiere abwechslungsreich: mal ein Gemisch aus
Orlux Lori © und fein gemahlenes Kartoffelpüre
mal ein Gemisch aus fein gemahlenen Süsskartoffel Püree und Kartoffelpüree  mal ein Gemisch aus fein gemahlenen instant Kürbis Pulver und 100% Sprirulina also viel Pflanzliche Produkte doch selbst hier lässt sich ein Milbenbefall durch Futtermilben nicht vermeiden. Nun bedeutet die Futtermilbe keine unmittelbare Gefahr für unsere Frösche. Auch wenn bei der Verfütterung von Springschwänzen die ein oder andere Futtermilbe ins Terrarium kommt ist dies kein Grund zur Sorge. Allerdings wird sie nicht bewusst gefressen! Aber nicht etwa, weil sie nicht mundet - sondern weil der Frosch sie einfach nicht visualisiert. Eine Futtermilbe bewegt sich zu langsam, als dass der Frosch sie optisch erfassen könnte. Deshalb hat sie im Terrarium praktisch keinen Fressfeind! Stellt man nun eine stark befallene Futterdose in das Terrarium, weil man es sich einfach machen möchte- kann dies schon mal in einem riesen Disaster enden- egal welche Milbe hier auch immer Einzug erhält. Hier hat eine Milbenart die Herrschaft über ein Terrarium übernommen. Wenn die Azureus nicht aus der stressigen Situation befreit werden, kann dies zum Tode führen, einem Tod durch Stress.
Nun habe ich die Raubmilbe abgehandelt, die Futtermilbe, die wir am häufigsten vorfinden doch eine Milbe möchte ich nicht unerwähnt lassen. Gerade bei Zuchten auf Humus finden sich auch gerne Hornmilben, auch Moos-, Käfer- oder Panzermilben genannt, sie sind eine Ordnung der Milben, die überwiegend im Humus und Boden, aber auch in feuchtem Moos leben. Mehrere Hundert Arten an Hornmilben besiedeln unsere Wälder, Felder und Gewässer. Bei guten Bedingungen können sich auf einem Quadratmeter bis zu 50000 der robusten Tierchen zusammenfinden. Für uns bleibt dies aber aufgrund ihrer Grösse (0.1-0.7 Millimeter) und ihrem häufigen Vorkommen in unterirdischen Bodenschichten oft verborgen. Ihrer Winzigkeit zum Trotz erfüllt die Hornmilbe eine wichtige Rolle im Stoffkreislauf unserer Wälder. Die kugelförmigen Spinnentiere zerkleinern Laub, Rinden und Nadeln und ermöglichen Bakterien und Pilzen den weiteren Abbau. Damit wird die Wiederverwertung der Nährstoffe durch andere Pflanzen und Tiere gewährleistet. Ohne Hornmilben würde sich das abgeworfene Laub der Bäume in unseren Wäldern stapeln. Eine Studie eines Forschungsteams der Universität Darmstadt hat aufgedeckt, dass Hornmilben nicht nur nützlich, sondern auch sehr potent im Kampf gegen Fressfeinde sind. Als einzige Gruppe in der 80’000 Arten starken Klasse der Spinnentiere nutzen sie giftige Blausäure zur Abwehr. Im Pflanzenreich ist das Gift weit verbreitet als Abwehrstoff. Auch auf unserem Speiseplan tummeln sich potenziell gefährliche Pflanzen. Wer regelmässig backt, ist bestimmt auch schon in Kontakt mit den blausäure-haltigen Kernen gekommen: Gemeint sind Bittermandeln, welche ab einer Menge von fünf bis zehn Stück bei Kindern zum Vergiftungstod führen können. Doch wir reden hier über 0,5mm große Tiere die sich gegen Fressfeinde wie Hundertfüsser oder Raubmilben zur Wehr setzen. Allerdings lässt auch ein Frosch von diesen Tieren ab, somit sollten diese Milben in unseren Terrarien nicht unbedingt Einzug erhalten. Mein Kokoshum oder auch andere Substrate wird grundsätzlich in kochenden Wasser gelöst oder muss 20minuten bei 80°C im Backofen sterilisieren. Zuvor kommt es nicht zum Einsatz. Schaut Euch gerne mal an was sich in natürlicher Erde so alles tummelt:

Hornmilbe wehrt sich mit Blausäure
https://www.youtube.com/watch?v=UXYsacy7I5Y

Lebendiger Waldboden - Geheimnisvolle Welt der Bodentiere https://www.youtube.com/watch?v=-ebPhrfA8aQ Wie bereits erwähnt, unsere Tests laufen auf Hochtouren. Wir versuchen nicht nur herauszufinden, welches Substrat sich nun am besten zur Zucht von Springschwänzen eignet. Sondern wir wollen herausfinden, ob Milben, gleich welcher Art ein oder mehrere Substrate tatsächlich meiden. Es werden jeweils die identischen Boxen verwendet, jeweils mit einer beschwerten Glasplatte, ausbruchsicher verschlossen. Mit identischen Futtermischungen in identischen intervallen gefüttert. Und mit optisch geprüfter Menge Springschwänzen angeimpft. Und dieser Test startet genau in der Sommerzeit, der Zeit- zu der uns die Milben neben der Hitze den meisten Kummer bereiten. Bald gibt es mehr der Informationen Informationen zur Milbenbekämpfung bei der Drosophila-Zucht findet ihr hier: https://www.froschmichl.de/Schädlinge/Milben

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