Quappenaufzucht

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Entwicklungsstadien Quappen
www.facebook.com/sciencedump/videos/1326095964085504/

Gelege



kleines Azureus Gelege 5. Tag

Frisch entnommenes, 5 Tage altes Azureus Gelege in der Petrischale

8. Tag, die Vier zappeln schon fleißig.

12. Tag, die vier Quappen sind wohlauf, entwickeln sich prächtig.

Der Wasseranteil kann leicht erhöht werden, aber vorsicht, die Eier sollten in diesem Stadium nicht von Wasser überdeckt werden.
Die Quappen sind erst zwischen dem 18. und 20. Tag bereit für die Überführung ins Wasser.




Azureus Quappe mit Hinterbeinen


Azureus Quappe mit Hinterbeinen

Azureus Landgänger


Gelege der  Dendrobates tinctorius Pic Matécho

schon ein bisschen Ertragreicher als bei den Azureus.



Quappenanlagen


In den ersten Jahren wurden die paar Quappen die ich hatte, in den weißen Verkaufsdosen aufgezogen.

Mit den Froschbeständen stiegen auch die Nachzuchten, also suchte man nach Alternativen.

So habe ich mit mit Quappenanlagen gearbeitet, die ziemlich benutzerfreundlich waren, die Wasserwechsel in den Quappenbehältern wurden über Zeitschaltuhren geregelt über eine Pumpe von selbst durchgeführt.

In den Anfangszeiten eine wirklich hilfreiche Variante. Ich integrierte die zwei Anlagen sogar in die Terrarienanlage und modifizierte sie mit einer Plexiglasabdeckung und Landteilen falls doch mal eine Quappe schneller an land gehen sollte als vorgesehen.







Doch die Quappenbehälter waren eher was für kleinere Arten.
Das Fassungsvermögen mit 20 Quappen je Anlage war mit ansteigen meiner gehaltenen Arten plötzlich auch nicht mehr ausreichend.
Die F1 Quappen meiner Tinctorius Wildfänge hatten auch eine stolze Größe, so standen plötzlich wieder haufenweise Dosen herum.




Quappenanlage 2012/2015

mit transpatenten Schüben. Mit 70x120x40mm BxTXH
ausreichen groß auch für Quappen größerer Arten.
In der Anlage können bis zu 64 Quappen gleichzeitig aufgezogen werden.
Wasserwechsel müssen hier täglich von Hand gemacht werden.
Hat aber auch einen großen Vorteil, man hat den Zustand der Tiere täglich im Augenschein.

Nachteil größerer Arbeitsaufwand erforderlich.



















Im Bestrahlungs-Zyklus der Frösche im Terrarium-
bekommen auch die Quappen ihre Dosis an UV.

Hiezu dient eine OSRAM Ultra-Vitalux mit 300W Leistung.








Und wie bei den Futtertierzuchten liest man, tauscht sich aus und macht seine guten und weniger guten Erfahrungen. Und so ändert sich bei mir in der Quappenaufzucht Ende 2015 einiges.

Neuerungen 2015/2016


Glasbehälter mit Deckel für kleine Arten. Benötige ich nicht viel, 80% meiner kleinen Arten sind Eierfresser Oophagen, sie ernähren ihre Quappen mit unbefruchteten Nähreiern, eine künstliche ernährung ist nicht möglich.
Auch viele meiner Ranitomeya Arten ziehen ihre Quappen selbst hoch.
Taxiphyllum barbieri (javamoos) und Vesicularia ferrei(Weeping Moos)
sorgen für gute Wasserwerte.


500ml fassende, Lebensmittelgeeignete Plastikbehälter mit Deckel für große Arten.
Taxiphyllum barbieri (javamoos) und Vesicularia ferrei(Weeping Moos) sorgen für gute Wasserwerte. Ob es nun auf Dauer Plastikbecher bleiben werden, kann ich noch nicht sagen aber dieses Fassungsvermögen soll es bleiben und Deckel sind auch Pflicht.
Die wöchentliche UV Bestrahlung soll auch seine Wirkung zeigen, deshalb gehe ich davon aus das es Plastik bleiben wird.
100Behälter werden es letztendlich sein wenn der Umbau entgültig abgeschlossen ist.



Wasserwechsel sind jeden zweiten Tag fix eingeplant, bisschen aufwändig bei den vielen Behältern, aber die Wasserqualität macht sich definitiv bei der Qualität der Quappen und somit auch der Landgänger bemerkbar.











Quappenfutter:
Auch die Quappen werden abwechslungsreich gefüttert.

1.Als Trockenfutter fertige ich ein Gemisch aus 100%Spirulina, Brennesselblättern, Blütenpollen, getrocknete schwarze Mückenlarven und vipagran baby, alles mit einem Mörser, zu einem feinen Pulver gemahlen und sparsam verfüttert.





Für mich ein wichtiger Bestandteil des Quappenfutters


2.Daphnia pulex lebende Waserflöhe drei mal die Woche.
Daphnien sind vor allem reich an Ballaststoffen und kurbeln somit die Verdauung der Quappen auf natürliche Weise an. Vor allem nach dem Verfüttern von ballaststoffarmen Futter sollten die Flöhe unbedingt als nächstes auf dem Speisezettel stehen.

3.Culex pipiens Schwarze Mückenlarven gefroren und kurz vor der Verfütterung aufgetaut. Die Mückenlarven bestehen zu 82 % aus Wasser, zu 10 % aus Eiweiß, 4 % aus Fett und enthalten die Vitamine A und D sowie wertvolle Ballaststoffe.

4. Weisse Mückenlarve Chaoborus (Corethra) plumicornis oder crystallinus.
Lebend der Nährwertgehalt ist nicht sehr hoch sie bestehen aus 89%wasser, 4%Protein bzw. Eiweis und <1 % Fett aber die Quappen sind fleißig am jagen.

5. Artemia lebend, da sie in Salzwasser gezogen werden sollten sie in einem Artemiasieb gut ausgewaschen werden.sie sind reich an Proteinen, Vitaminen und Spurenelementenfördern Vitalität und Abwehrkräfte







Wasserchemie:

 Da wir in unserer Region von relativ gutem Leitungswasser verwöhnt sind, erübrigt sich eigentlich eine Osmoseanlage. Zur Aufzucht der Quappen strecke ich das Leitungswasser mit „Quappentee“

Das bedeutet, dass ich in kochendes Wasser einige Erlenzapfen lege und über Nacht ziehen lasse. Das Produkt ist eine braune Brühe, die enthaltene Huminsäure macht das Wasser weich und leicht sauer ~PH 6,5 KH 3°GH 5° und wirkt dadurch Antibakteriell. Der Quappentee kann sogar bei geringem Schimmelbefall im Terrarium angewandt werden.



Erlenzapfen


Konzentrat aus dem Sud der Erlenzapfen

Da ich im ländlichen Bereich wohne und unbelastete Erlenzapfen Tütenweise sammeln kann, bin ich nicht auf den Kauf solcher Produkte angewiesen. Doch der Aquaristikfachhandel bietet Erlenzapfen wie auch Seemandelbaumblätter zum Kauf an. Beide Produkte haben die gleiche Wirkung auf die Wasserchemie. Auch das einheimische Eichenlaub bringt eine erwünschte Aufsäuerung des Wassers.

Zur Beregnung, die ich manuell 2x täglich mit einem Drucksprüher von Hand vornehme, benutze ich 50% lauwarmes Leitungswasser und 50% abgestandenes Wasser oder Regenwasser.

Die Qualität des Wassers prüfe ich in gewissen Abständen.
Dazu dienen Tropfentests oder Quick-Tests mit Teststreifen aus der Aquaristik.



Wie auch die Aufzucht der Quappen mit den Jahren immer mehr optimiert wurde, verhält es sich auch mit der Aufbereitung des Wassers.
So habe ich mir nun doch eine kleine Osmoseanlage zugelegt, die für meine Ansprüche und Wasserbedarf vollkommen ausreicht.





Osmodeanlage bei der Arbeit, Nutzwasser läuft in einen 50l Eimer mit Deckel.
Nutzwasserproduktion  ca. 130ml/min nicht unbedingt viel, doch mein Bedarf ist nicht hoch.
Mischingsverhältnis 1/3 Osmose mit 2/3 Leitung. Wert des Leitungswassers (12 °dGH) Wert des Osmosewassers (1°dGH)
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Aufzucht der Landgänger

hierzu verwende 6 eigens angefertigte Plastikboxen mit Gazelüftung in Grössen von 58x38x17cm (B x T x H) .
Der Boden ist mit einer feinen Filtermatte ausgelegt, darauf lege ich gereinigtes und sterilisiertes Laub.
Als Versteck und klettermöglichkeiten liegen große Eichenrindestücke gestapelt übereinander
Ich habe das Futterangebot in Augenschein.
Die Boxen wie auch der Filterschaum können mit Heißem Wasser abgebraust werden.
Das Laub kann ausgetauscht werden.
Die Rindenstücke können auch heiß gereinigt werden, werden aber trotzdem nach einiger Zeit ausgetauscht.

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