Bauphase5








Einrichtung eines Terrariums mit B80xT60xH40cm für eine Gruppe phyllobates terribilis

Wer den TECH. WORKSHOP durchstöbert hat, kennt die meisten dieser Bilder bereits. Ich habe ein altes, eigentlich gut strukturiertes und funktionierendes Terrarium komplett entkernt und ausgeräumt.

Warum eigentlich?!?

Ich bin schon sehr speziell, was die Optik meiner Becken angeht, ich hasse nichts schlimmer als Töpfe im Terrarium, Wasserschalen und auffällige Technik, alles soll möglichst natürlich wirken und deshalb auch der Umbau dieses Beckens.

Ich wollte auch noch das letzte Becken für einen Wasserlauf vorbereiten. Dazu mussten Glasstreifen so in das Terrarium geklebt werden, dass ich zwei getrennte Kammern erhalte um eine mit Filtern versehen zu können.

In meinen großen Becken fahre ich mit viel aufwendigeren Filterkammern, weil ich mit Wassermengen von 50 Litern und mehr fahre, welche aufbereitet werden müssen.

Hier wollte ich zwar gefiltertes Fliesswasser haben, aber wollte so wenig wie möglich der zu Verfügung stehenden Fläche und Höhe verschenken.



Links klebe ich eine aus Glas gefertigte Fläche 33x60cm mit 10% Gefälle zur Mitte des Terrariums, das Wasser läuft somit immer Richtung Wasserteil ab. Unter dem Glas bleibt bis auf zwei zum stützen der Glasplatte integrierten Styrodurstreifen alles hohl und gegen Wasser abgedichtet.



Rechts eine Glasfläche abgedichtet 15x60cm mit 10% Gefälle zur Terrariummitte, auch hier läuft das Wasser  immer Richtung Terrarienmitte zum Wasserteil ab.


Rostfreie Gaze aus V2A Stahl soll verhindern dass grober Schmutz in die Filterkammer durch die Filtermatte zur Pumpe gelangt.



Die Gaze bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich, es können auch keine Quappen in den Bereich des Filters kommen. Die weiche Filtermatte liegt nie 100% am Glas an.



In diesem Becken wird es nur einen Einfachen Wasserkreislauf geben, als Filtermaterial wird "nur" die bereits in der Aquaristik bewährte grobe Filtermatte zum Einsatz kommen.(Hamburg Mattenfilter) In den großen Becken arbeite ich zusätzlich mir Ceramic Filtermaterial.



50mm starke Filtermatte blau. In der Mitte eingelassen eine Pumpe, die für Fliesswasser sorgt.



Ein gut biegsamer Silikonschlauch transportiert das gereinigte Wasser zum Zulauf.


Der weitere Aufbau erfolgt aus Styrodur, mit einem Revisionsschacht der die Arbeit an der Pumpe oder  am Filtermaterial ohne großen Aufwand ermöglichen wird.


Bis das Silikon getrocknet ist, verkeile ich alles mit eingepassten Styrodurplatten und beschwere von oben mit schweren Wurzeln.


Das Silikon ist trocken und der Revisionsschacht wird mit einer weiteren Filtermatte verschlossen, nun kann die Glasfläche mit Xaxim belegt werden.


Die Styrodurfläche wird wie zuvor beschrieben beflockt.


Der Revisionsschacht mit einer 2cm starken Xaximplatte abgedeckt.


Diese Platte wird passend zugeschnitten und lose in die Öffnung eingelassen.


Weißtorfsoden im Hintergrund sollen später schön bemoosen.


Nun wird auf der rechten Seite eine 6cm Xaximplatte auf das Glas geklebt und in der Mitte ein Überhang aus Styrodur angeklebt um den Wasserteil natürlicher zu gestalten.


Holz-Schaschlikspiesse stabilisieren die
Silikon-Verklebung zusätzlich.


Achso, erwähnte ich eigentlich schon dass ich Silikon hasse!?!


Verklebungen sind alle getrocknet und so kann ich beflocken.


Nun kann man bereits erahnen, wie es mal aussehen wird.


In ein paar Wochen kann man mit Moosen animpfen und im Uferbereich Teichlebermoose auslegen.


Die Bepflanzung für dieses Becken wird eher mit grossblättrigen Pflanzen erfolgen, artgerecht für die Gruppe Terribilis , die hier einziehen wird.



aber zuerst mal ein Probelauf der Pumpe, die Technik ist das wichtigste. Stehendes ungefiltertes Wasser im Terrarium ist für mich ein No-Go, deshalb muss ich mich hier auf meine Technik verlassen können. Gleichzeitig besprühe ich das ganze Becken um zu Testen wie schnell, welche bereiche wieder trocknen. Ich wähle eine Wasserhöhe von 6cm und einen kurzen Wasserweg bis zum Wasserteil um eine Versumpfung des Beckens vorzubeugen.


Der vorgesehene Wasserstand erweist sich aber als problematisch, nach kurzer Zeit hört man bereits Pumpengeräusche, die Pumpe zieht Luft.


Alles läuft eigentlich perfekt, solange Schwebstoffe die Edelstahlgaze nicht zusetzen.


Die SuperFish Aqua-Power 200 ist nicht regulierbar, der Wasserdurchlauf von 200Litern in der Stunde eigentlich auch nicht zu stark. Die Wasseransaugung liegt nicht sehr hoch, was sie für meine Zwecke in diesem kleinen Wasserteil und 6cm Wasserstand eigentlich prädestiniert.

Doch wenn das Wasser nicht in genau der gleichen Geschwindigkeit zurückfindet, wie es abtransportiert wird, läuft die Filterkammer leer, bzw unter 5cm Wasserstand und die Pumpe zieht Luft. Dies passiert prompt, als die feine Edelstahl-Gaze sich mit Schwebstoffen zusetzt.




Da wird wohl doch wieder wie in den anderen Becken die Eheim compactON300 zum Einsatz kommen. Ein Versuch war es Wert. Zum Glück sind Pumpe wie Elektronik gut zugänglich und der Austausch damit ohne große Umbauten machbar. Die 10 Euro sind zwar futsch, denn ich muss das Kabel der Pumpe ja abschneiden und durch die Gaze nach aussen führen und außerhalb des Terrariums verlöten und um 4m verlängern, also Garantie ist futsch.


Die alt bewährte Pumpe un meinen Terrarien, seit 2017 neue Bauform aber nachwievor Top Qualität. Ganz gut zu erkennen, der extrem niedriege Ansaugpunkt, durch eine kleine Umbaumaßnahme. Egal wieviel Wasser auch verdunsten mag, egal ob der Wasserdurchfluss durch vermulmen des Filtermaterials verlangsamt wird, diese Pumpe garantiert für fließendes Wasser. Ich weiss schon, warum ich auf Qualität setze und nicht auf Billigware aus Fernost.


Wer mit einem Bachlauf arbeiten möchte, sollte sich des Kapillareffektes der verwendeten Materialien bewusst sein.

Die Verwendung von feuchtigkeitsabsorbierenden Materialien im Bereich des Rinnsals führt sehr oft zum Versumpfen des Terrariums was für die Gesundheit der Amphibien nicht zum Vorteil ist.

Auch wenn ich den Bachlauf mit Silikon bestreiche, und diese Fläche dann mit Torf und Kokosfasern beflocke erhalte ich eine Saugende Oberfläche.

Benutze ich Epoxidharz und färbe diesen mit Farbpulvern, oder bepudere ihn fein mit Torf, erhalte ich eine natürliche Optik, die sich nicht wesentlich von angrenzenden Materialien abhebt. Aber!! diese Epoxidharzbeschichtung saugt kein Wasser und gibt auch keine Feuchtigkeit an die angrenzenden Materialien ab, wenn man deutlich über den Wasserverlauf hinaus beschichtet, das Wasser also nicht in unmittelbare Nähe feuchtigkeitsabsorbierenden Materialien im Terrarium kommt.

Ich habe alle Materialien getestet und wähle bewusst aus, was ich wo verwende. Manche Bereiche am Boden möchte ich bewusst feucht halten, um Moose anzusiedeln, andere sollen innerhalb kurzer Zeit wieder trocknen, damit die Tiere auch trockene Zonen finden an denen sie sich aufhalten können.

Die ideale Variante ist immer ein möglichst kurzer Zufluss zum Wasserteil, ich sehe oft dass meine Tinctorius und Phyllobaten gerne in den Wasserlauf sitzen er wird gerne angenommen, deshalb lege ich Wert auf Fliesswasser aber ich halte die Distanzen ziemlich kurz.


Geschafft Pumpenproblem behoben und gleich mal die Dekoration geändert.
Statt Fingerwurzeln habe ich mir feine biegsame Lianen aus Kabelisolierungen und Netzwerkkabeln beflockt.


Steine und Laub vervollständigen das Bild


freue mich schon auf die bepflanzung des Beckens


AMAZONIA LIGHT aqua soil aus dem Hause ADA als Bodengrund für das Wasserteil.



Möglichst naturnah, ich mag keine vollflächige Laubschicht auf Filtermatte, ich freue mich bereits auf Moose und Teichlebermoose die sich zwischen Steinen und Laub breit machen werden.


Animpfung mit Moosen aus meinen Becken.


Jetzt noch ein paar Bruthöhlen beflocken und dann heisst es warten bis ich bepflanzen kann.



ahso, weil ich ständig angeschrieben werde wieviel Silikon man für welche Beckengröße braucht. Für dieses Becken B80xT60xH40cm waren es 6 Kartuschen.

im Vergleich für B70xT50xH70cm stark strukturiert, waren es 10 Kartuschen und 1 Kartusche  Innotec Adheaseal

Nun aber wieder zurück zum aktuell entstehenden Terribilis Becken. In weiser Vorraussicht habe ich Lebermoose und tropische Moose auf Hygrolon oder Xaximplatten vorgezogen, die ich dann entsprechend in das Interieur eingearbeitet habe.



Aufgrund dieser Vorbereitungen und eingelaufenen Filtermaterials, schreitet das einlaufen des Terrariums relativ schnell voran.


Das Layout des Beckens nähert sich jetzt rasant meinen Vorstellungen und stimmt mich sehr zufrieden.






Diesemal habe ich auch keine Probleme mit Algenbildung, ich habe die Beleuchtung mit 3x 10W LED 6500K Tageslichtspektrum und somit 3 x 900 Lumen gewählt und dank reichlich Verbrauchern im Wasserteil keinen Nährstoff-Überfluss zu verzeichnen.



Da ich die Bedürftnisse der Terribilis kenne, habe ich großblättrige Pflanzen gewählt für den Bewuchs der Rück- und Seitenwände habe ich ordendlich Stecklinge im Becken verteilt, die sich eng an die Wand anschmiegen.


Plagmonium Spec.; Vesicularia spec.; Hygrophila ´Araguaia´; Hemiantuhus callitrichoides ´cuba´; Lemna minor L.;
Limnobium laevigatum; reinigen das Wasser
















Bodendecker machen sich zwischen dem steinigen Ufer breit



Selaginella in traumhafter Wuchsform




Angelehnt an ein Bild von einer Panama-Expedition Bromelie und Moose auf einem gebrochenen Stamm.
Wenn sich die Moose und Sporen von Farnen entfalten, wird dieser Ausläufer mal komplett bewachsen sein.



Die zunächst mit 100°C sterilisierten Torfplatten wurden  danach über Wochen gewässert und mit Moosen angeimpft.


Rhaphidophora cryptantha, verschiedene Marcgravien, solanum uleanum,Pleopeltis polypodioides, Pyrrosia nummularifolia, Selaginella erythropus 'Red Form',  selaginella erythropus sanguinea werden die Wände besiedeln.


Die rote Hoffmania refulgens wird ausgewachsen ein sehr begehrter Schattenspender für die Insassen sein.




Im Großen und Ganzen bin ich mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden.













Abenddämmerung in den Becken aus Bauphase 1 und 2


Und auch in diesem Becken geht der Tag zu Neige.

Zeit sich einem Fachbuch zu widmen

Sucht ihr auch nach Fachbüchern, hier einige Bücher die sehr lesenswert sind.

https://www.froschmichl.de/Fachb.ue.cher.htm



Aktuelles Video des Terrariums
hochgeladen 25.02.2019















ranunculus inundatus als Sumpfpflanze im Uferbereich