Bauphase 6







 


2 x 60x55x60cm NEU

Der erste Anblick bringt mich erst mal zum schmunzeln.

Schon süß so ein 60er Würfel neben meinen 'Brechern' von Terras.

Lässt sich aber sicher etwas draus machen.

Der Symmetrie wegen hätte ich die 60er Würfel am liebsten zwischen die großen Terrarien gepackt.

Aber selbst mit vier gut genährten und trainierten Kerlen
bekamen wir meine Terrarien nicht einen Millimeter bewegt.

Ein unverzeihlicher Fehler meinerseits, die 'Großen' hätten auf Schwerlastrollen gehört und gar nicht erst auf die flachen Terrarien aufgesetzt. Aber das gibt wohl Bauphase 8.

Geschehen ist geschehen.

Also erstmal wieder Kompromisse eingehen....

Es
folgt eine schlaflose Nacht,

Körper müde- bis klinisch tot,

Kopf voll im Kreativ-Modus und hell wach:


"hey lass uns dass jetzt noch mal durchspielen, machen wir jetzt Bachlauf oder was?" "Komm jetzt mach nicht dumm,..."


 

Boah ich will doch einfach nur schlafen !!


Aber mein Kopf so....


"Komm machen wir wieder eine Pumpe rein und diesmal eine Lichtrasterplatte für den Wasserablauf, hey, haloooooo nicht schlafen...."


Steh auf und mach mal ein Einkaufszettel.

hehehe, immer das Gleiche,

leerstehende Terrarien sind für mich die reine Folter.

Am Nächsten Tag Großeinkauf

um nicht noch einmal mit diesem Chaos im Kopf
schlafen gehen zu müssen.


Mal kurz bei meinem Freund und Mentor Wolfgang Wisser
bei
unter Wasser in Freiburg vorbei gefahren ein Kaffee getrunken und geniale Wurzeln, eine Lichtrasterplatte und Filtermatrial gekauft.


Aquariumsilikon und Innotec Spezialkleber
bei einem Zoogeschäft in Freiburg mitgenommen


Geplantes Budget jetzt schon überzogen
und es fehlt noch einiges







 







Mal trocken den Wasserverlauf vorgegeben, mit Filtermaterialien, die gerade so herumliegen.

Glasstreifen aus Stegen von alten Aquarien geschnitten.

Dann geht es an die Lichtrasterplatte,
die für mich absolutes Neuland ist.



Bisher arbeitete ich mit Lochblechen aus V2A Stahl oder auf mit Gefälle verklebten Glasscheiben die als Boden dienten.

Aber ich teste immer gerne neue Varianten und Wege aus.



Für´s Erste sind sie Lichtrasterplatten gut zu verarbeiten, ein scharfer Seitenschneider reicht aus um die Platten auf Format zu schneiden.



Der Revisionsschacht soll gut halten, aber leicht zu öffnen sein, Froschmichl macht einfach ein Puzzle draus.



Technik gut zugänglich
und die Abdeckung des Revisionsschachtes
liegt überall auf Glasstreifen auf.


also alles bis zum Wasserspiegel nachverfugen und Glasstreifen verkleben.

Ich weiß schon warum ich große Terrarien liebe und kleine hasse, beim verfugen kugel ich mir fast die Schulter aus, einfach kein Platz in diesen kleinen Behältern.

Und ständig dieses schlagende Geräusch von Metall auf Glas und die Erwartungshaltung, jetzt knallt gleich eine Scheibe.




Letztendlich ist das Tagesziel erreicht,
und nun muss das Vollbrachte erst mal trocknen.





Nun noch kurz alles auf die Homepage packen und noch die Pläne für den morgigen Tag zu Papier bringen.

So sollte eine ruhige Nacht gewährleistet sein.


Wobei ich in meinem Kopf schon in der Einrichtungsphase bin und ich meinem langjährigen Freund Bert Westermann [Bromelien Westermann] schon jetzt im Gedanken auf den Geist gehe, weil ich wieder ganz exclusive Wünsche für diese Becken habe.




aber jetzt erst einmal das Technische




Der Eheim compact 300
braucht natürlich auch Strom um seine Arbeit verrichten zu können.

Dazu muss das Lüftungsgitter vorne angebohrt-
und das Kabel am Stecker gekappt
werden.

Eigentlich kein Problem, weil ich das Kabel ohnehin verlängern müsste und die isolierte Verlötung dann eh außerhalb des Terrariums sitzt.

Hmmmmm, warum schafft es ein Terarienbauer nicht, bei einem Becken mit 20x60cm Gaze oben, auch vorne unten Gaze zu kleben??

Ich habe aber augenblicklich gar keine Lust das Gitter gegen Gaze zu tauschen.

Vielleicht kommt dies noch mit dem Versetzen der Führungsschienen, um eine Durchgehende Frontscheibe einsetzen zu können.

Jetzt muss erst einmal die Inneneinrichtung voranschreiten damit ich mir um die Bepflanzung Gedanken machen kann.



Eheim compact 300 eine kleine Pumpe die sich bei mir seit Jahren etabliert hat.



Das Ufer mal schnell modelliert und beflockt.



diesmal soll der Landanteil stark überwiegen,
bei 60x60cm Grundfläche will ich nicht
viel Platz für ein Wasserteil vergeben.





Bisher läuft alles nach Plan,
oder zumindest so wie ich es mir ausgemalt habe




Ein feines Vlies soll verhindern, dass feine Schmutzpartikel von oben ins Wasser des Filtersystems gelangen.


Bis auf kleine Flächen mit Xaxim wird der Boden später mit grober Pinienrinde belegt.



Wurzel so platziert, dass das Wasser aus der Phytotelme ins Wasserteil fließt und der Revisionsschacht ist trotz alledem zugänglich.




Ich vermag nun nicht zu sagen ob es Können ist
oder einfach unheimliches Glück.
Zuvor hatte ich die Auflage der Wurzel
gar nicht vermessen und trotzdem passt es.





Na dann wollen wir uns mal meinem Lieblings- Werkstoff, dem Silikon zuwenden.
Natürlich nur Aquariensilikone, die aber so penetrant nach Essig riechen, dass man alles gern machen würde, außer eben direkt vor dem Becken stehen und beflocken.



Wie ich nun beflocke, darauf muss ich wohl im Detail nicht mehr eingehen, dass Thema ist nun bereits so ausgelutscht, dies habe ich im Bereich Einrichten eines Terrariums und dem TechWorkshop detailliert beschrieben und illustriert.



Zuerst drücke ich Pinienrinde mit einer Körnung von 10-20mm in das Silikonbett


Dann die feine Mischung aus gemahlenen Xaxim, Kokoshumus, Kokosfasern und sterilisierte Terrarienerde.



Auf Moossporen verzichte ich bei meiner Mischung bewusst,
hier will ich nur den Boden animpfen.


Der erste Anblick ist mal nicht schlecht,
wenn morgen das feine Pinselchen geschwungen und das überschüssige Material von den beflockten Scheiben entfernt wurde.

Kommt der Tag der Wahrheit:
denn dann werde ich knapp 30L Wasser
in das Becken geben und schauen ob das Rinnsal genau so verläuft wie ich es mir erdacht habe.




Résumé nach dem ersten Becken

Relativ geringer Materialverbrauch,
5 Kartuschen Aquarien-Silikon
1 Kartusche innotec adheseal für statisch belastete Verklebungen.
5 Xaximplatten 
50x20x1,5 cm

2 Xaximstämme 50x10x5cm
2xTropical Turf 40x20x3 cm
Weißtorfplatten
Diverse Savannen- und Mopaniwurzeln

Eheim Compact 300 Pumpe
1,5m Silikonschlauch
2,5m
Netzkabel Euro-Stecker Schuko 2-Adrig
Filterschwamm grob
Filterschwamm fein
 Diverse Float Glas Streifen
Diverses Zubehör

10.08.2019 TAG DER WAHRHEIT


Einfach auf den Youtube screenshot klicken für ein Filmchen

Technik funktioniert auf Anhieb,
Wasser geht genau die Wege die ich wollte.

Nun kann ich mich in Ruhe der naturnahen Dekoration widmen.


FAZIT nach 8 Stunden fließend Wasser im Terrarium ist nur der direkte Bereich um das Rinnsal feucht.

Ab 10cm Radius um das Rinnsal ist der Boden trocken.


Mehr ist mir leider im derzeitigen Stadium nicht möglich,
obwohl ich im Kopf schon alles bepflanzt habe.


Auch nach 24H Fließwasser keine Versumpfung erkennbar,

Dachte ich mir schon, bei einer Lichtrasterplatte
mit 1cm großen Rasterung als Drainage-Untergrund.

Xaxim trocknet auch relativ schnell ab.

Bisher scheinbar alles richtig gemacht.














Leider muss das Terrarium nun erst ein paar Wochen einfahren, bevor ich bepflanzen kann.

Aber ich bin ja die Geduld in Person



gaaaaar nicht wahr !



Na dann werden wir die Trockenzeit mal gnadenlos verkürzen.

3Tage, 3Nächte richtig Wind 50Hz 110W

Die gesamte Pinienrinde fliegt Richtung Rückwand

Dekoration in null komma nicht's vernichtet!

SO ABER JETZT VOLLES RISIKO
Entgegen meiner Überzeugung, bereits fünf Tage nach der Beflockung die Erstbepflanzung.
Ansich warte ich vier Wochen, ehe ich nur animpfe.
Doch ich habe zum Test über Nacht
eine solanum uleanum ins Becken gestellt.
Wohl eine der empfindlichsten Pflanzen was Essigsäure betrifft
und diese erfreute sich am nächsten Tag bester Gesundheit.




Tatsächlich zeigt keine Pflanze nur im geringsten eine negative Reaktion.


Also kann ich folgendes Resümee ziehen:
72 Stunden Trockenzeit mit einer Windmaschine [kein handelsüblicher Tischventilator] 
sind wirklich eine Alternative zu vier Wochen Trockenzeit ohne technische Hilfsmittel.





Also beginne ich seltene Moose, die ich nur in geringen Mengen bekommen habe in den Vertiefungen der Wurzeln anzusetzen.




Ganz feine Selaginella-Arten sollen sich ausbreiten.


Wunderschöne hochflorige Moose sollen was für's Auge bieten.



Moose und Pflanzen die mich bereits in meinen anderen Becken begeistern


Selaginella spec. Bocas del Torro (Panama) eingebettet in Lebermoos (Conocephalum conicum)



Davallia repens


Noch etwas luftig, aber es wird wieder ordentlich begrünen

Ich kämpfe wirklich mit mir, ob ich nicht doch noch eine Terasse in den oberen Bereich klebe.


Aber ich will zuerst die Bromelien abwarten,
denn dieses Terrarium soll sehr Bromelienlastig werden.


Auch hier lasse ich nun die LED-Beleuchtung mit insgesamt
30W 2700Lumen und 6500K Lichtfarbe erst mal ihre Arbeit machen. Grün wird es hier von allein.




Immer wenn ich vor diesem Terrarium stand,
störte mich die fehlende Erhöhung.


Irgendwann ging ich an meine Schatzkiste
und wühlte passende Mopani Wurzeln heraus.




Eine für den Hintergrund,
um den Fröschen die Hürde zur Erhöhung zu erleichtern.


Die Andere passte genau
zwischen die bereits verklebten Wurzeln.





22.08.2019
das Überraschungspaket von Bert Westerman ist da.
https://www.bromelien-westermann.eu/de



traumhaft kleinbleibende Bromelien.


traumhafte helle Grüntöne, rosé- und Rot-Töne. 






Bald geht´s weiter